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Hommage an eine Künstler-Familie

Merzig. Am heutigen Mittwoch eröffnet im Museum Schloss Fellenberg in Merzig, Torstraße 45a, die Ausstellung „Die kreativen Bochs – Zehn Generationen künstlerische Begabung“. Die Fotografin Monika von Boch würde am 31. März ihren 100. Geburtstag feiern. Diesen Jahrestag nimmt das Museum Schloss Fellenberg zum Anlass, das künstlerische Wirken der Mettlacher Fotografin erstmals im Kontext mit dem Kunstschaffen ihrer Familie zu zeigen. red

Monika von Boch zählt zu den bedeutendsten Fotografinnen Deutschlands. Bilder von ihr hängen unter anderem im Museum of Modern Art in New York und in zahlreichen deutschen Museen. Sie studierte in den 1950er Jahren bei Otto Steinert, dem Begründer der "subjektiven Fotografie " und damaligen Leiter der Fotoklasse der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Die subjektive Fotografie ist eine Richtung innerhalb der Fotografie , deren Anliegen nicht in der Wiedergabe der objektiven Realität, sondern in deren Deutung, in der Interpretation durch persönliche Bildvorstellungen liegt. Auch Monika von Boch widmete sich ihr.

Künstlerische Begabung hat in der Familie von Boch seit Generationen Bestand, das zeigt die Ausstellung, die Werke von 22 Künstlern aus zehn Generationen umfasst. Die historischen Zeugnisse dazu haben das Villeroy & Boch-Unternehmerarchiv in Merzig und das Keramikmuseum in Mettlach zur Verfügung gestellt.

Zu sehen sind in der Ausstellung Aquarelle und Zeichnungen von Eugen von Boch und seinem Bruder Frédérik Victor. Gemälde der beiden Neoimpressionisten, Anna und Eugène Boch, die mit Vincent van Gogh befreundeten waren, werden ebenso vorgestellt, wie Malbücher von René von Boch, dem Sohn von Eugen.

Auch das aktuelle Kunstschaffen der Fotografen Michel, Alexander, Claudia und Sophie von Boch wird präsentiert. Die Malerin Carmen von Boch-Kivu ist mit Ölgemälden vertreten. Auch ihr Sohn Carl-Angelo beschäftigt sich mit der Malerei. René von Boch, bereits durch einige Ausstellungen bekannt, zeigt großformatige Arbeiten, die expressiv und kraftvoll gemalt sind. Franziskus von Boch erstellt fein gearbeiteten Silberschmuck. Helen von Boch, die als Designerin bei dem Unternehmen tätig war, ist mit "La Boule", einer bunten Keramikkugel, vertreten. Damit hatte die Künstlerin, die 2007 verstarb, in den 1970er Jahren einen überwältigenden Designerfolg.

Möglicherweise tritt Lucia de Quiqueran-Beaujeu, die jüngste im Kreis der "kreativen Bochs", in ihre Fußstapfen. Sie malt nicht nur ausdrucksstarke Porträts, in der Ausstellung ist auch eine Terrine zu sehen, die von ihr im Stil der historischen Tradition gestaltet wurde.

Mit dem Werkstoff Ton arbeitet Claudia von Boch in ihrem Schweizer Atelier.

Vernissage am heutigen Mittwoch, 25. März, 19.30 Uhr. Zur Eröffnung sprechen: Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Kreises Merzig-Wadern, Helma Kuhn-Theis, Bevollmächtigte für Europaangelegenheiten des Saarlandes, Wendelin von Boch-Galhau, Vorsitzender des Aufsichtsrats Villeroy & Boch AG, sowie Dr. Ingrid Jakobs, Museumsleiterin. Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Publikation. Sie kostet 14,90 Euro. Dauer der Ausstellung: bis 7. Juni.