1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Hoffeld: Stadt soll Geld für Händler und Vereine in Merzig bereitstellen

Vorschlag von Marcus Hoffeld : 250 000 Euro für Gewerbetreibende und Vereine in Merzig

Merzigs Bürgermeister schlägt zur Abmilderung der Lockdown-Folgen eine Finanzspritze für Geschäftsleute und Vereine seitens der Stadt vor.

Mit einer Viertelmillion Euro will die Kreisstadt Merzig Gewerbetreibende und Vereine in der Stadt angesichts der gravierenden Folgen der Corona-Pandemie unterstützen. Bürgermeister Marcus Hoffeld kündigte am Dienstag an, dass er dem Stadtrat in dessen Sitzung am Mittwoch vorschlagen wird, 200 000 Euro für die Bezuschussung von Einkaufs-Gutscheinen sowie 50 000 Euro für die Jugendarbeit in Vereinen in den Haushalt einzustellen. Mit diesem kommunalen Konjunkturprogramm sollen Hoffeld zufolge die Folgen der Corona-Pandemie abgemildert werden.

Mehrfach habe er in den vergangenen Wochen die schwierige Situation der Gewerbetreibenden angesprochen, erklärt der Merziger Bürgermeister. Hoffeld: „Da es möglicherweise immer noch keine Öffnung des Einzelhandels geben wird, was durch die hervorragenden Hygienekonzepte unserer Einzelhändler aus meiner Sicht durchaus machbar wäre, wollen wir einen nächsten Schritt gehen.“ Er werde daher in der Sitzung des Stadtrats vorschlagen, dass der Kauf von Kundengutscheinen, die bei Einzelhändlern, Dienstleistern und Gastronomen eingelöst werden können, von der Stadt bezuschusst werden soll. „Auf der Plattform des sehr erfolgreichen VHG-Gutscheines könnte kurzfristig ein Zuschusssystem eingerichtet werden, von dem die Kunden der Merziger Geschäftsleute, aber auch die Gewerbetreibenden profitieren können“, erläutert Hoffeld. Seine Idee ist, dass alle Käufer eines Gutscheines zusätzlich zu ihrem erworbenen Gutscheinbetrag einen Bonus in Höhe von 20 bis 25 Prozent gutgeschrieben bekommen. Dies bedeutet beispielsweise, dass bei Einzahlung von 100 Euro der Kunde einen Gutschein im Gegenwert von 120 Euro erhält, den er in den Merziger Geschäften einlösen kann. Für diese Aktion sollen einmalig 200 000 Euro aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Die Gutscheine sollen schnellstens, wenn möglich ab 15. März, erworben werden können, heißt es weiter. Die Bonusregelung soll für einem begrenzten Zeitraum gelten und vorzeitig enden, wenn der bereitgestellte Bonusbetrag aufgebraucht ist. Bei Bedarf könne die Aktion verlängert werden. Die Gutscheine verlieren nach Hoffelds Plänen ihre Gültigkeit nach drei Jahren, aber um den Bonus erhalten zu können, müsse der Gutschein zwingend bis 30. Juni eingelöst werden. „Wir wollen, dass die Gutscheine so schnell wie möglich im Handel eingelöst werden“, begründet der Verwaltungschef die Befristung. Stimmt der Rat dem Vorschlag zu, soll das konkrete Verfahren kurzfristig mit Vertretern der Fraktionen und Gewerbetreibenden festgelegt werden. Auch die Sparkasse Merzig-Wadern habe ihre Bereitschaft signalisiert, bei Fragen der Abwicklung zu unterstützen.

Außerdem schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor, die Jugendarbeit der Vereine finanziell zu unterstützen. „Die Vereine sind von der Pandemie hart getroffen“, sagt Marcus Hoffeld. „Nicht nur der Trainings- und Probebetrieb ist komplett erlahmt, auch Veranstaltungen können nicht mehr durchführen werden. Dies bedeutet, dass den Vereinen wichtige Einnahmen für ihre Arbeit fehlen.“ Aus Sicht der Kreisstadt und des Bürgermeisters haben die Vereine eine große soziale Bedeutung, unter anderem als wichtige Säule funktionierender Jugendarbeit. Um die Jugendarbeit der Vereine in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, soll ein einmaliger zusätzlicher Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden, über dessen Verteilung der Fachausschuss beraten soll.

„Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: Die Kreisstadt Merzig ist nicht über Nacht reich geworden“, sagt Hoffeld. Aber: „Wir müssen langfristig denken und handeln: Jeder Euro, den wir jetzt unseren Gewerbetreibenden und unseren Vereinen zur Verfügung stellen, hilft in der jetzigen Situation. Wir wollen auch in Zukunft lebendigen Einzelhandel und lebendige Vereine – daher müssen wird diese jetzt unterstützen: nicht nur mit Worten, sondern auch mit finanziellen Mitteln.“

Die Sitzung des Stadtrates beginnt am Mittwoch um 17.30 Uhr als Videokonferenz, es findet eine Live-Übertragung in die Stadthalle statt.