Pilotprojekt des Gymnasium am Stefansberg in Merzig und der StudienStfitungSaar Hilfe bei Studien- und Berufsorientierung

Merzig · Das „Future Coaching“ soll Oberstufen-Schülern helfen, breite Berufs- und Studienfelder mit eigenem Interesse und der Kompetenz abzugleichen.

() Oberstufenschülern bei der Studien- und Berufsorientierung helfen soll ein Pilotprojekt im „FutureCoaching“. Ein solches Projekt startet am Montag, 16. Oktober, für die Elfer-Klassen im jeweiligen Seminarfach (siehe Infokasten) am Gymnasium am Stefansberg in Merzig. Das teilt Doris Raab, Teamleiterin des Talent-Forums Saar bei der Studien-Stiftung Saar, mit. Ins Leben gerufen hat die Schule das Projekt zusammen mit der Studien-Stiftung Saar.

Das Projekt „Studien- und Berufsfeldorientierung mit Future Coaching“ soll nach Angaben von Raab Oberstufen-Schülern die Wahl eines Studienfachs oder eines Berufs erleichtern. Die Schüler der Elfer-Klassen können sowohl vor Ort als auch online – fachkundlich betreut – ein „Future Coaching“ durchführen. Darüber hinaus können sie sich um ein Junior-Stipendium bewerben. Das Future Coaching wurde als Methode von der Studien-Stiftung Saar und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) entwickelt. Das Coaching hat zwei verpflichtende Module und ein freiwilliges Modul.

In der so genannten Talentdiagnostik erhalten die Schüler in einem Test eine professionelle Einschätzung ihrer individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen. In Einzelgesprächen reden die Schüler dann mit Fachleuten über die Testergebnisse und gleichen diese mit möglichen Studienfächern und Berufsfeldern ab. Falls nötig, empfehlen die Coaches weitere Beratungen oder andere Maßnahmen. Diese weiterführenden Coachings können sich etwa Themen wie Studienfinanzierung, Kommunikation, Stressmanagement oder Lerntechniken widmen. Das Pilotprojekt soll, falls es erfolgreich sein sollte, auch an weiteren Schulen im Saarland angeboten werden, ergänzt Raab.

Future Coaching soll Schülern und Menschen unter 25, die die Schule bereits abgeschlossen haben, die Studien- und Berufsorientierung erleichtern. Denn: „Über 42 Prozent der Abiturienten hatten nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) aus dem Jahr 2010 das Gefühl, die Menge der Studien- und Berufsmöglichkeiten nicht überschauen zu können“, sagt Doris Raab, Teamleiterin des Talent-Forums Saar bei der Studien-Stiftung Saar. Auch das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg ermittelte einen enormen Orientierungsbedarf bei angehenden Abiturienten. Der Wunsch nach einem Studium stehe ganz weit oben, insbesondere dann, wenn mindestens ein Teil der Eltern selbst Akademiker sei. Ein professionelles und individualisiertes Angebot zur Studienwahl- und Berufsorientierung könne wesentlich dazu beitragen, dass die Abiturienten sich auf ihrem zukünftigen Weg besser gerüstet fühlen. „Die Vielfalt an unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten unter unsicheren finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei doch groß und unübersichtlich“, meint Raab.

Aus den Erhebungen des HIS und des Deutschen Studentenwerks ist bekannt, dass die Entscheidung für oder gegen ein Studium wesentlich von der sozialen Herkunft beeinflusst wird: Von 100 Akademikerkindern schaffen 71 den Sprung in die Hochschule, von 100 Nichtakademikerkindern nur 24. Ein daraus abzuleitender Bedarf an qualifizierter Unterstützung beim Übergang von der Schule zu weiteren Bildungs- und Berufswegen werde aber bislang kaum thematisiert – außer in Nordrhein-Westfalen und im Saarland.

Das neue Orientierungsangebot der Studien-Stiftung Saar ist eine Ergänzung des Projekts „Förderung von Studienpionieren“ des Europäischen Sozialfonds (ESF), das bereits seit 2014 läuft. „Gesucht werden junge Talente, auch solche, die bislang unentdeckt geblieben sind“, betont Raab. Diese jungen Menschen kommen ihren Worten nach insbesondere aus nichtakademischen Familien und werden durch die Aufnahme eines Studiums zu „Studienpionieren“. Mehr solcher Pioniere will die Studienstiftung Saar laut Raab in Zukunft an die Universitäten schicken. Zu diesem Zweck arbeiten sie im Rahmen des Projekts „Studienpioniere – Erhöhung der Studierneigung von Studienberechtigten aus Nichtakademikerfamilien“, welches vom ESF im Saarland gefördert wird.