Herzsportgruppe Merzig-Hilbringen feiert ihren 40. Geburtstag

Hilbringen : Herzsportgruppe feiert 40. Geburtstag

Ehrungen langjähriger Mitglieder und einen Blick zurück auf die Entstehung der Gruppe hat es bei der Feier am Freitag in Hilbringen gegeben.

Die Herzsportgruppe Merzig-Hilbringen hat am Freitag ihr 40-jähriges Bestehen in der CEB-Akademie in Hilbringen gefeiert. Ihr Gründer, Dr. Ernst Zimmer, berichtete dabei in einem Festvortrag von dem Entstehen der Gruppe. Ebenfalls anwesend waren alle aktiven Teilnehmer, Übungsleiter und betreuende Ärzte.

Zimmer rekapitulierte im Vortrag, dass die Lehrmeinung bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die körperliche Schonung von Patienten nach einem Herzinfarkt vorsah. Statt einer raschen Mobilisation und Rehabilitation verordneten die Ärzte strengste Bettruhe. Das änderte sich, als 1975 eine Studie zu dem Ergebnis kam, dass die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt bei früh mobilisierten Patienten bei 3,6 Prozent lag, wohingegen die Sterberate bei spät mobilisierte Personen viermal so hoch war.

Diese Studie von Victor Gottheiner las auch der junge und frisch gebackene Arzt Ernst Zimmer, der sich an der Sporthochschule in Köln in Sportmedizin weiterbilden ließ. Daraufhin fing Zimmer in seiner Zeit im Merziger Krankenhaus an, mit einer kleinen Gruppe im Schwesternwohnheim Gymnastik zu machen. Was ihm dabei auffiel? „Auffallend viele Teilnehmer waren Mitarbeiter bei Villeroy und Boch“, erinnert sich Zimmer, der ein bestimmtes Krankheitsbild erkannte: Zu viel Alkohol, Nikotin und zu wenig Sport machten den Gefäßen zu schaffen. Kriterien, die einen Herzinfarkt begünstigen.

Es erfolgte die organisatorische Einbindung der Herzsportgruppe in den Handballsportverein Merzig-Hilbringen (HSV), bei dem Zimmer damals Vorsitzender war. 1987 machte Ulli Enkirch, damaliger Trainer beim HSV, eine Ausbildung zum Übungsleiter. Im selben Jahr stieß Ulrike Bankstahl dazu, die die Gruppe über 30 Jahre lang leiten sollte.

Im Laufe der Zeit wuchs die Unterstützung durch die Krankenkassen, heute stellt die kardiologische Arbeitsgemeinschaft ein EKG, Notfallkoffer und einen Defibrillator und bildet die Übungsleiter aus, sodass jede Herzsportgruppe deutschlandweit nach dem gleichen Standard arbeitet. Bei jeder Übungsstunde sind sowohl ein Arzt als auch ein ausgebildeter Übungsleiter dabei. Einen Vorfall gab es laut Zimmer in den 40 Jahren Herzsportgruppe Merzig-Hilbringen nicht.

Helmut Röder, zweiter Vorsitzender der Herzgruppen Saar, würdigte die „Pionierarbeit der Gruppen“. Saarlandweit gebe es 110 Gruppen an 150 Standorten, die für ein nahezu flächendeckendes Angebot sorge. Dass es im Saarland bislang nur vier Vorfälle gab, spreche ihm zufolge für die „Qualität der Kurse, Leiter und Ärzte“. Auch Dieter Ernst, erster Beigeordneter der Kreisstadt, und Frank Wagner, erster Kreisbeigeordneter, dankten allen Verantwortlichen für ihr Engagement und die langjährige Kontinuität. „Darauf kann man stolz sein“, sagte Wagner. Und auch Dirk Ströker, erster Vorsitzender des HSV, gratulierte zum 40-jährigen Bestehen. „Wir Handballer denken immer, wir müssen unsere Arme und Beine trainieren. Dabei bleibt der wichtigste Muskel, das Herz, ungeachtet“, erinnerte Ströker und sicherte die weitere Unterstützung des Vereins zu.

Die Jubilare: Seit 25 Jahren sind Rudolf Hargarter (links) und Adolf Grüneisen (Mitte) Mitglieder in der Herzsportgruppe. Für sein besonderes Engagement geehrt wurde Siegfried Treis. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Darüber hinaus nutzte die Geschäftsführerin der Herzsportgruppe, Elisabeth Hein, die Gunst der Stunde, um Siegfried Treis für seinen Einsatz für die Gruppe zu ehren. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Rudolf Hargarter und Adolf Grüneisen geehrt.

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