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Helma Kuhn-Theis würdigt Grüne Damen

Helma Kuhn-Theis würdigt Grüne Damen

Am Beispiel der Grünen Damen zeigt sich beeindruckend, wie wichtig das Ehrenamt in Zeiten von Personal- und Zeitnot ist. Durch ihr Engagement sorgen sie dafür, dass im Klinikalltag das Menschliche nicht auf der Strecke bleibt.

Sie hören zu, haben viel Zeit, sind aufmerksam und helfen bei kleinen Anliegen im Krankenhaus: "Grüne Damen" sind die guten Geister auf den Klinik-Stationen. Der Freiwilligendienst der "Grünen Damen" füllt im von Personal- und Zeitnot gekennzeichneten Krankenhausalltag eine Lücke. Besonders alleinstehende Patienten schätzen diese selbstlose Zuwendung. Trotz des Zuspruchs durch die Patienten und die Krankenhausmitarbeiter leiden die "Grünen Damen" aber an Nachwuchssorgen.

Eine helfende Hand

Helma Kuhn-Theis , regulär Europabevollmächtigte der saarländischen Landesregierung, hat an diesem Morgen ihre Aktentasche wieder zu Hause gelassen. Sie hilft während der Sommerferien regelmäßig bei den "Grünen Damen" in der SHG-Klinik in Merzig und im Waderner Krankenhaus und möchte damit Werbung machen "für eine außerordentlich gute Sache".

Seit 1994 gehören die "guten Geister" in Merzig schon zur Stationsbetreuung, sie leisten dort "sehr wichtige Arbeit", versichert Pflegedirektor Ulrich Reutler beim Vorgespräch in der SHG-Klinik Merzig. Ihre Tätigkeit läuft dabei im Hintergrund des Stationsalltags ab, zumeist am Vormittag, so, wie es die private Zeiteinteilung der freiwilligen Helfer zulässt. "Die Damen melden sich kurz bei der Stationsleitung an und besuchen dann die Patienten in den Zimmern" erklärt Reutler, dem die "Grünen Damen" zum Wohle der Patienten sehr wichtig sind. In der Kreisstadt leidet dieser Service - wie fast überall an den rund 500 deutschen Kliniken mit diesem Angebot - an Nachwuchssorgen. Für 17 Stationen sind neun Personen Teil des Teams.

Patienten sind dankbar

"Wir versuchen, während der Woche jeweils drei bis vier "Grünen Damen" im Dienst zu haben, um die Patienten einigermaßen ansprechen zu können" schildert Irene Ely ihre Arbeit als "Grüne Dame". Das Ehrenamt ist ihr wichtig, die Rückmeldungen der Patienten bestätigten sie in ihrem Tun. "Manche Patienten reden sich ihre Sorgen einfach mal von der Seele, sind froh, jemanden zu haben, der zuhört" sagt Ely. Zwei Vormittage in der Woche versucht sie, für die Patienten da zu sein.

"Es wäre schon, wenn wir Nachwuchs hätten, aber es sieht schlecht aus" fasst sie zusammen. Pflegedirektor Reutler hat "fast alles versucht, um Freiwillige für das Team zu finden". Leider ohne Erfolg. "Wir haben von der Ehrenamtsbörse des Kreises bis hin zur direkten Ansprache kaum etwas ausgelassen" summiert er die Bemühungen. Nach der kurzen Besprechung startet Ely mit ihrer Hospitantin, der Europabevollmächtigten auf Station, was am Bett besprochen wird, bleibt zwischen den "Grünen Damen" und dem Patienten .

Neue Helfer sind rar

Im St. Elisabeth-Krankenhaus in Wadern ist Kuhn-Theis ein Woche später ebenfalls zu Gast bei den "Grünen Damen". Hier ist das Team zwar noch deutlich stärker, als in Merzig - die Sorgen sind aber die gleichen, weil neue Helfer kaum dazu stoßen. Eine kleine Bildergalerie über dem Schreibtisch zeigt verstorbene "Grüne Damen", die in Wadern mitgeholfen haben. Wir sitzen am Besprechungstisch, ein Häkeldeckchen darauf, Sprudelgläser, ein paar Grünpflanzen auf dem Fensterbrett. Margret Ahrend und Karin Müller sind zwei von aktuell noch 26 "Grünen Damen" in Wadern. Der "Christliche Krankenhausdienst" schafft es dank dieser Personalstärke noch, täglich zu zweit auf Station zu sein, neue Helferinnen kommen trotzdem nicht nach. "Die Leute sind schon sehr froh, wenn man sie mal in Ruhe ausreden lässt" sagt Renate Arend, die auch Leiterin des Hilfsdienstes ist. Dabei drehe sich nicht grundsätzlich alles immer um die Krankheit oder den Grund des Krankenhausaufenthaltes. "Wir hören oft auch mehr Privates von Patienten , als diese vielleicht zu Hause ihrem Partner erzählten" schildern die zwei Damen ihre Gesprächserlebnisse.

Die Europabevollmächtigte kennt das Waderner Krankenhaus bestens. "Schon als Schülerin habe ich hier an manchem Sonntag in der Spülküche geholfen" erinnert sie sich. Sie freut sich an diesem Morgen darum besonders auf den Stationsdienst mit den "Grünen Damen". Nach einem dreistündigen Rundgang durch die Patientenzimmer wirbt sie für die Bewegung:

Achtung und Zuwendung

Helma Kuhn-Theis (von links) zu Besuch bei den Grünen Damen im Waderner Krankenhaus. Im Stationszimmer besprechen Margret Arend und Karin Müller den Dienst mit ihr.

"Die Grünen Damen leisten einen wichtigen Beitrag zur Genesung der Patienten . Sie sind achtsam und schenken Zuwendung, die vom Klinikpersonal in diesem Umfang wegen der Arbeitsdichte einfach nicht erbracht werden kann. Ich würde mir wünschen, dass dieses Engagement Menschen zum Mitmachen begeistern kann" sagte sie zum Abschluss - und versicherte, gerne auch künftig einzuspringen. "Sie können mich jederzeit anrufen, wenn im Dienstplan eine Lücke ist" versicherte sie am Ende des Vormittags in Wadern.