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Heizöl: günstig wie lange nicht

Heizöl: günstig wie lange nicht

Da kommt Freude auf. Der Preisverfall beim Rohöl lässt auch den für Heizöl sinken. Die Verbraucher freut es. Experten raten: Wer seine Tanks jetzt auffüllen kann, sollte auf jeden Fall zuschlagen.

Wer diesen Winter die Heizung aufdreht, muss kein schlechtes Gewissen wegen zu hoher Kosten haben - zumindest nicht, wenn Heizöl für wohlige Temperaturen in den heimischen vier Wänden sorgt. Zu verdanken ist das dem geringen Heizöl-Preis. Aktuell wird der Brennstoff für rund 50 Euro pro 100 Liter gehandelt. Im Januar 2014 waren es noch rund 80 Euro. Der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) gibt an, dass derzeit bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern Heizöl rund 750 Euro im Vergleich zum Vorjahr gespart werden können. Das sorgt für volle Auftragsbücher bei Heizölhändlern in der Region.

Wartezeit einkalkulieren

"Die Bestellungslage ist momentan sehr gut", teilt die Peter Schirra OHG Brennstoffe in Wadern-Lockweiler mit. Viele Kunden würden den günstigen Preis nutzen, um ihre Öl-Tanks mit kleineren Bestellungen nachzufüllen. Auch Gerd Oberbillig , Geschäftsführer der Oberbillig Heizöl GmbH in Mettlach, berichtet von derzeit vielen Kunden: "Jeder versucht jetzt, die Tanks wieder aufzufüllen. Die Nachfrage ist auf jeden Fall stärker als im Vorjahr." Besitzer einer Heizöl-Anlage müssen bei Bestellungen allerdings Wartezeiten von mehreren Wochen in Kauf nehmen. "Momentan dauert die Lieferung 14 Tage bis drei Wochen", sagt Gerd Oberbillig . In besonders dringenden Fällen könne ein früherer Termin vereinbart werden. Auch die Heizöl Peter Schirra OHG nennt drei Wochen als durchschnittliche Wartezeit. Was passiert aber mit dem Preis während dieses Zeitraums? Muss der Kunde mehr zahlen, wenn der Preis bis zum Lieferungsdatum gestiegen ist? Grundsätzlich gelte, dass ein einmal vereinbarter Preis bei Vertragsabschluss - in der Regel ist das die Bestellung per Telefon - für den Kunden als auch für den Lieferanten bindend ist, erklärt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des VEH. "Der Lieferant tätigt seine Preiskalkulation stets am Tag des Verkaufsabschlusses", betont Funke.

Günstig ist das Heizöl wegen des rasant gesunken Rohölpreises. Bereits Mitte des vergangenen Jahres ging der Öl-Kurs auf Talfahrt. Bis Ende Januar 2015 sank der Preis für Rohöl von 112 auf 47 US-Dollar (rund 41 Euro) für ein Barrel (159 Liter). Der sinkenden Tendenz folgten auch die Heizöl- und Kraftstoffpreise in Deutschland. Der Preisabsturz sorgt laut dem Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband sogar dafür, dass sonst günstigere Heizmodelle wie Pellets (gepresste Holzstäbchen) oder Gas nur noch wenige bis gar keine Vorteile bei den Heizkosten bieten. Eine Kilowattstunde Wärme kostet im Januar laut Berechnungen des Verbandes mit Pellets 5,11 Cent, mit Heizöl 5,26 Cent und mit Gas 6,70 Cent.

Keine Preis-Prognose

Wie lange das Heizöl noch so günstig bleibt, lässt sich nicht festlegen, erklärt Hans-Jürgen Funke vom VEH. "Es ist momentan nicht viel Dynamik im Preis. Er ist nach wie vor günstig, aber eine Entwicklung lässt sich jetzt nicht voraussagen", sagt auch eine Mitarbeiterin der Peter Schirra OHG. Wer seine Öl-Tanks jetzt auffüllen kann, sollte bei den niedrigen Preisen auf jeden Fall zuschlagen, empfehlen die Experten des Verbands für Energiehandel . Damit treffe man grundsätzlich keine falsche Entscheidung, sagt Geschäftsführer Funke.