Heimdebüt endet im Debakel

Die Oberliga-Handballer des HSV Merzig-Hilbringen erlebten am Samstag im Thielspark ein echtes Debakel. 13:23 endete die Heimpremiere gegen Mülheim, bei der die Wölfe das Tor nicht trafen.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Wölfe vom Feld. Eine unterirdische Trefferquote hat am Samstag in der Thielspark-Halle Merzig zur wohl verkorkstesten Heimpremiere des HSV Merzig-Hilbringen in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar geführt. Mit 13:23 (7:8) verloren die im Angriff erschreckend zahmen Wölfe das Duell gegen den TV Mülheim und schockten ihr Publikum geradezu. "Die Zuschauer werden sich fragen, was wir im Training gemacht haben. Wir haben gut gearbeitet, im Spiel aber viel zu wenig umgesetzt. Jede E-Jugend wirft da mehr Tore", kommentierte Marcus Simowski die Pleite mit deutlichen Worten und wirkte ratlos.

Zahme Wölfe , wenig Zaungäste

Ganz überrascht vom erfolglosen Anrennen aufs gegnerische Tor war der HSV-Trainer allerdings nicht. Nach dem Wechsel des litauischen Ex-Nationalspielers Tomas Kraucevicius zur VTZ Saarpfalz und den Verletzungsausfällen von Lars Pfiffer (Schulterprobleme) und Julius Rost (Kahnbein) hat sein Rückraum deutlich an Durchschlagskraft verloren. Das war Simowski klar, und für die nur 150 Zaungäste im ersten Heimspiel erkennbar. Die sieben Rückraum-Treffer erzielten nur zwei Mann: Norbert Petö (5) und David Pfiffer (2) - nach zig Fehlversuchen. Kein einziges Tor fiel vom Kreis. Anspiele dorthin sah man auch nur selten. "Die Jungs liefen vor der Abwehr herum, ohne Druck auszuüben. Wenn man so viele Chancen für 13 Tore braucht, ist das bitter", stöhnte Simowski.

Dabei startete sein Team gar nicht mal so schlecht. Petö markierte in der zwölften Minute die 3:1-Führung. Danach warfen der Ungar und seine Kollegen den Ball aber kaum noch in die Gäste-Maschen, dafür auffallend oft TV-Torwart Tobias Zelter an. Halbzeit: 7:8. Nach der Pause vergrößerte sich der Rückstand schnell: 7:10 (35.), 7:13 (39.), 13:19 (53.). Das war's. Bis zum Abpfiff herrschte im HSV-Sturm Tor-Flaute.

Auch Rouven Louis, der bei seinem HSV-Debüt in Nieder-Olm (22:25) im linken Rückraum noch sechs Treffer erzielt hatte, blieb bei seiner Heimpremiere blass. "Uns klebte Pech an den Fingern. Wir haben in gefühlten 80 Angriffen kaum Tore erzielt. So kannst du in der Oberliga kein Spiel gewinnen. In der Abwehr standen wir aber gut", stellte der hünenhafte Neuzugang vom Saarlandligisten HC Dillingen-Diefflen fest. Sein Trainer stimmte ihm zu. "Wir können eine gute Deckung spielen, das wissen wir. Aber in letzter Zeit gingen wenige Handballspiele 0:0 aus. Chancen waren da, aber wir müssen unbedingt vorne öfter treffen", warnte er. Bitter: Merzig belegt nun in der Tabelle der Oberliga mit 0:4 Punkten und 35:48 Toren den letzten Platz. Ein klassischer Fehlstart. Es kann also nur besser werden, doch an dem grundsätzlichen Problem ändert sich vorerst nichts. "Wir werden uns in der ganzen Runde extrem anstrengen und konsequenter als heute an unsere Regeln halten müssen, um im Angriff Tore zu erzielen", betonte Marcus Simowski und fügte mit bedrückter Stimme hinzu: "Und wir müssen das mit den Spielern tun, die wir haben."

Die Tore für den HSV Merzig-Hilbringen : Norbert Petö 5, Laszlo Kincses 3, David Pfiffer 3/1, Sebastian Klein 1, Tobias Schwindling 1.