Heimatkundler besichtigen Kapelle

Heimatkundler besichtigen Kapelle

Zur festen Tradition gehört es, dass die Vorstandsmitglieder des Kreisheimatvereins Merzig-Wadern vor jeder Sitzung auf Besichtungstour gehen. Diesmal war die Luzia-Kapelle in Erbringen an der Reihe. Das Gotteshaus stammt vermutlich aus dem elfen Jahrhundert.

Der Vorstand des Kreisheimatvereins (KHV) Merzig-Wadern trifft sich zu seinen Sitzungen an wechselnden Orten. Diesmal war der Beckinger Gemeindebezirk Erbringen an der Reihe. Bevor man dort in der Scheier tagte, stand traditionsgemäß eine Besichtigung auf dem Programm. Sie galt der altehrwürdigen Lucia-Kapelle, dem Wahrzeichen des Dorfes. Manfred Schneider , Vorstandsmitglied des KHV und HV Erbringen sowie Autor der kürzlich erschienenen Broschüre über die Kapelle, führte die Gruppe die 59 Stufen zum Kapellenberg hinauf und wies dabei auf die an dessen Fuß befindlichen Felsenkeller hin.

Oben angekommen, gab er Erläuterungen über den ehemaligen Gerichtsplatz und die Linde, als germanischen Friedensbaum. Zusammen mit Siegfried Seger, ebenfalls Vorstandsmitglied des HV Erbringen , der seit Jahren die Kapelle betreut, stellte er dann das kleine Gotteshaus, dessen Ursprünge vermutlich aus dem elften Jahrhundert stammen, vor. So wiesen sie besonders auf die neben der Kapellentür angebrachte Geschichtstafel und einen ovalen Okulus hin. Auch gingen sie ausführlich auf die Geschichte der Glocke, die mit einem Gitter verzierte Tür, die Statue der Heiligen Luzia in der Nische, die sechs Bleiglasfenster mit unterschiedlichen Motiven, den Barockaltar mit Luciastatue, die neuen Assistenzfiguren St. Cäcilia und St. Barbara, die Sakramentsnische mit Ziergitter, das Ewige Licht mit verzierter, schmiedeeiserner Halterung, den Kreuzweg von V&B, die Weihwasserschalen aus Sandstein und das alte Harmonium ein. Auf diesem Instrument ließ Seger dann zum Abschluss der Besichtigung das Lucialied erklingen.

Mitglieder waren beeindruckt

Die Vorstandsmitglieder zeigten sich beeindruckt von der Führung. Vorsitzender Schommer sprach Schneider und Seger den Dank aus. "Wir sind überrascht, wie aktiv ihr hier seid, sonst wäre die Kapelle nicht in einem so guten Zustand", meinte er.

Dann erfolgte die Vorstandssitzung in den Räumen der Scheier. Auf der Tagesordnung standen wichtige Themen. Der Kreisheimatverein wurde im Jahre 1925 gegründet und besteht somit 90 Jahre. Aus diesem Anlass ist für den Oktober eine Feierstunde im Landratsamt vorgesehen. Schirmherr wird der Enkel des Gründungsmitgliedes Schulrat Hans Ehl, Peter Schuler, Inhaber der KÜS in Losheim, sein.

Wie der Vorsitzende weiter mitteilte, hat die Stadt Merzig den Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Einstimmig erfolgte deren Aufnahme in den Kreisheimatverein. Die beiden Heimatforscher Annemay Regler-Repplinger aus Merzig und Theo Seiwert aus Merchingen gehören ab sofort dem Vorstand des KHV an. In diesem Jahr soll die Konstantin-von-Briesen-Plakette verliehen werden. Einstimmig wurde beschlossen, sie dem verdienten Vorstandsmitglied und Honzrather Heimatforscher Werner Reinert zu überreichen. Die Verleihung soll im Rahmen einer kleinen Feierstunde erfolgen.

Verein gibt Jahrbuch heraus

Beschlossen wurde auch die Herausgabe des Jahrbuches 2015 wie auch der Geschichtshefte Nr. 4 (Der deutsch-französische Krieg 1870/71 im nördlichen Saarland) und Nr. 5 (Die Evakuierungen im Zweiten Weltkrieg im Kreis Merzig-Wadern). Ein Projekt mit der Gemeinschaftsschule in Orscholz ist im Gange.