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Merzig-Wadern
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Diese Karte von 1769 zeigt die Lage des Bardenhofes in Menningen.
Diese Karte von 1769 zeigt die Lage des Bardenhofes in Menningen. FOTO: Erhard Grein
Merzig. Heimatkundler recherchieren für neue Ausgabe von „Unsere Heimat“ historische Geschichten.

Die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis hat jetzt das Heft 3/2018 der Schriftenreihe „Unsere Heimat“ vorgelegt. Das Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft beinhaltet wiederum Themen, die über die Grenzen dieses Landkreises hinausgehen. Diesmal sind es Beiträge von Horst-Dieter Göttert über den Menninger „Bardenhof“ und von Hans Peter Klauck über Paul Simon, einen führenden Nationalsozialisten aus Saarbrücken. Dies gilt auch für genealogische Funde, die Hans-Gerd Dauster in Archiven, diesmal Heiraten 1864 im 20. Pariser Arrondissement, gemacht hat. Hier sind auch Namen aus vielen Orten des Landkreises Merzig-Wadern vertreten.


Im neuen Heft berichtet zunächst der frühere Kreisarchivar und Ehrenmitglied der Vereinigung Gernot Karge (Saarlouis) über „Fünfzig Jahre Arbeitsgruppe Familienforschung“. Karge ist es in erster Linie zu verdanken, dass Saarlouis zur größten Familienforschungsstätte im südwestdeutschen Raum geworden ist.

Professor Thomas Gergen (Saarwellingen) gab mit seinem Beitrag „Saarlouis – Siège présidial und Oberster Gerichtshof“ einen Blick auf die saarländische Rechtsgeschichte seit 1679. Saarlouis ist auch heute noch Sitz der Verwaltungsgerichtsbarkeit des Saarlandes, allen voran Domizil des Saarländischen Oberverwaltungsgerichtes (OVG). Die erste bedeutsame Gebietseinheit auf saarländischem Boden, so Gergen, habe erst die Saarprovinz („Province de la Sarre“) gegen Ende des 17. Jahrhunderts geformt.Unter Ludwig XIV. wurde Saarlouis Hauptstadt der Saarprovinz und Sitz des Obergerichtes (Siège présidial). Mit sehr profunden Kenntnissen stellt der Autor die wechselvolle geschichtliche Entwicklung des heutigen Saarlandes im Kontext mit der Gerichtsbarkeit dar. Von Thomas Gergen stammt auch eine Buchbesprechung über Guido Fontaines Werk „Das Wunder von Fraulautern. Wundersame Heilungen während der Heilig-Rock-Wallfahrt 1844“.



Horst Dieter Göttert (Beckingen) ist bei seinen Forschungen, darunter „Bestand Schloss Fremersdorf“ im Archiv von Villeroy und Boch Merzig, über den „Menninger Bardenhof“ sehr fündig geworden. In einem Weistum des Trierer Domkapitels für Biringen vom 7. Januar 1559 heißt es „In Menningen, in des Amtmannes Haus, deren von Grunbergh, liegt ein Barhof, der ist verfallen(…).

Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Namen für diesen Hof, zu dem Güter und „Gefeld“, Wiesen und Bungerte gehörten. Über die Renovierung gibt es ein 1769 vom Meier, den Schöffen und Einwohnern unterzeichnetes Protokoll. Über das Gut Bardenhof im „Département de la Sarre“, wurde 1804 die Versteigerung angekündigt. Francois Albert Lasalle ersteigerte das Gut, teilte es aber später mit anderen Personen, für die er tätig gewesen war.

Gerd Dauster (Siersburg) hat sehr gründlich über Heiraten 1864 im Pariser XIX. Arrondissement recherchiert. Da tauchen unter anderem Namen aus Hilbringen, Orscholz, Perl, Tünsdorf, Losheim, Beckingen und Haustadt auf.

Franz Josef Schäfer (Bensheim) stellt die Sammlung von Schüleraufsätzen aus dem Nachlass des Lebacher Oberstudiendirektors Ernst Fillmann vor. Es sind 179 Aufsätze von 105 Verfasserinnen und Verfassern. In einem Anhang stellt Schäfer die Themen der einzelnen Aufsätze vor, eine außerordentliche Fundgrube für die ehemaligen Schülerinnen und Schüler.

„Unsere Heimat“ ist zum Preis von vier Euro auch in der Buchhandlung Bock & Seip in Merzig und bei der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis (Landratsamt) erhältlich.