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Handball: Merzig-Hilbringen empfängt Dillingen-Diefflen zum Spitzenspiel

Handball : Das Rudel ist vorm Top-Spiel angeschlagen

Deutschland im Handball-Fieber – und Merzig erst recht: Denn einen Tag vor dem WM-Finale erwartet Saarlandligist HSV Merzig-Hilbringen Top-Verfolger HC Dillingen-Diefflen zum Spitzenspiel. Doch ausgerechnet der Top-Torjäger fehlt.

Wer wird Dschungelkönig, wer Handball-Weltmeister und wer steht nach dem Spitzenspiel der Handball-Saarlandliga (Samstag, 18 Uhr, Thielspark-Halle Merzig) ganz oben? Drei brennende Fragen bewegen am Wochenende die Nation und unsere Region. Während im australischen Busch und in Dänemark die endgültigen Entscheidungen fallen, wird es im Heimspiel des HSV Merzig-Hilbringen gegen den HC Dillingen-Diefflen vorerst nur um den vorläufigen Rang eins gehen. Zwei Punkte liegt Merzig im Kampf um die Meisterschaft vorn. Bei einem Sieg zöge Diefflen vorbei – wegen der besseren Torbilanz (HC: plus 101, HSV: plus 58).

So weit will es der HSV aber nicht kommen lassen. Das Hinspiel gewann Merzig mit 29:28 knapp – und natürlich wollen die Wölfe auch vor eigenen Fans Beute machen. Doch das Rudel ist angeschlagen. „Dieses Spiel hat einen hohen Stellwert. Leider können wir nicht aus dem Vollen schöpfen“, seufzt Michael Göbel beim Blick auf das Start-Aufgebot.

Mehrere Spieler sind gesundheitlich angeschlagen und ausgerechnet sein bester Torjäger fehlt – und das nicht nur beim Gipfeltreffen. „Rechtsaußen Laszlo Kincses fällt wegen einer Kreuzbandverletzung die restliche Saison aus. Daher suchen wir nach einer Verstärkung“, verrät der HSV-Trainer, der Diefflen leicht im Vorteil sieht. „Die Gäste sind im Angriff durchschlagkräftig und haben eine starke Abwehrreihe“, gibt Göbel die Favoritenrolle ab.

Genauer gesagt stellen die Hüttenstädter aktuell die beste Abwehr der gesamten Liga (335 Gegentore). Der Mittelblock mit Fabian Wecker und Pascal Simon blockte schon beim Oberligisten HSG Völklingen Bälle und Gegner ab. Da durchzubrechen, tut weh.

Die Deckung der Wölfe hat aber auch nur einen Treffer mehr zugelassen und steht vor eigenem Publikum wie eine Wand. Fast immer, wie die jüngste Heimniederlage zeigte. Nach der 21:22-Schlappe gegen den SV Zweibrücken II ist der Titelkampf plötzlich wieder spannend geworden. „Wir hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Gegen Diefflen wird es besser laufen, trotz reduziertem Kader“, verspricht Göbel dem Verfolger „einen heißen Tanz“.

Andreas Altmeyer sieht dem Liga-Gipfel gelassen entgegen. „Dass wir zu diesem Zeitpunkt da oben stehen, hätte ich nie gedacht“, sinniert der HC-Spielertrainer. Nach einem verkorksten Start mit 1:7 Punkten war Diefflen im Oktober Vorletzter. Danach trat Patrick Grabenstätter vom Amt zurück – nach 16 Jahren. Unter der Regie von Altmeyer und Thomas Schlink legte der HC eine Wahnsinns-Serie hin (19:3 Punkte) und kratzt nun am Thron – überraschend, verdient, aber respektvoll. „Merzig hat die letzten drei direkten Duelle gewonnen und ist zu Hause Favorit. Wir werden aber nichts verschenken“, sagt Altmeyer. Das Duell um die Dschungel-Krone dürfte beide Trainer am Samstag kalt lassen. Und auch wenn sie in der Favoriten-Frage uneins sind, so stimmen sie doch im wichtigsten Punkt überein: „Deutschland wird Weltmeister.“

Weitere Spiele am Wochenende: Die Männer des Tabellensiebten TuS Brotdorf müssen am Samstag (18 Uhr, Ignaz-Roth-Halle, Zweibrücken) beim SV Zweibrücken II (9.) ran. Die Frauen der FSG Merzig-Losheim (Tabellenzehnter) empfangen am Samstag (16 Uhr, Thiels­park-Halle Merzig) die auf Rang vier liegende FSG Oberthal-Hirstein.