Merzig-Wadern: Hagel und Sturm verwüsten den Landkreis

Merzig-Wadern : Hagel und Sturm verwüsten den Landkreis

Eine Unwetterfront zog am Freitag über den Kreis – und hinterließ vor allem in Mettlach, Wadern, Losheim und Weiskirchen eine Spur der Zerstörung.

Apokalyptische Anblicke wie nach einem schweren Wirbelsturm boten sich am Freitagnachmittag an vielen Stellen im Landkreis Merzig-Wadern: Eine schwere Unwetterfront war gegen 16.30 Uhr aus Richtung Luxemburg/Saarburg kommend über die Region hinweggezogen. Urplötzlich hatte sich der Himmel verdunkelt, begleitet von heftigem Wind war die Front binnen kurzer Zeit über den nördlichen Teil des Landkreises hinweggezogen. Vor allem die Gemeinden Mettlach, Losheim, Weiskirchen und Wadern wurden von dem Unwetter, das Starkregen und Hagel sowie starke Sturmböen mit sich führte, getroffen. Unzählige Bäume wurden durch die heftigen Sturmböen umgerissen, Straßen waren an vielen Stellen blockiert, Wohnanwesen und Stromleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt.

Zu dieser Zeit hatten die fast 400 Hilfskräfte, die in den betroffenen Kommunen alarmiert worden waren, noch alle Hände voll zu tun. Besonders betroffen war nach Angaben der Merziger Polizei Mettlach. Entlang dem Saarpark von Villeroy & Boch seien allein in der Lutwinusstraße zwischen 40 und 50 Bäume umgestürzt, teilte ein Polizeisprecher der SZ mit. Die Britter Straße sei durch eine Geröll-Lawine teilweise blockiert gewesen. Ebenfalls zu Vollsperrungen sei es auf den Straßen zwischen Nohn und Orscholz sowie Mettlach und Orscholz (Mettlacher Berg) gekommen. Die letztgenannte Straße konnte gestern Abend nach Angaben der Polizei noch nicht freigegeben werden, da noch Bäume schief standen.

Weitere Sperrungen gab es im Bereich Wadern und Losheim. Unter anderem habe es die vielbefahrenen Verbindungsstraßen zwischen Losheim und Bachem (L 157) sowie die Straße durchs Heimlinger Tal zwischen Potsdamer Platz und B 268/Stausee erwischt. Auch hier war der Hauptgrund das Umstürzen von Bäumen. Außerdem habe es in diversen Ortslagen durch das Unwetter ausgehobene Kanaldeckel gegeben. „Die Feuerwehr ist an der Kapazitätsgrenze“, sagte ein Sprecher der Polizei in Merzig. Neben den Sperrungen sei es zu zwei Unfällen gekommen, bei denen Bäume auf Autos gestürzt wären. Verletzt wurde nach Stand Freitagabend niemand, der entstandene Sachschaden sei jedoch sehr hoch.

„Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, sagte der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler der SZ. Hagelkörner groß wie Mirabellen seien in seinem Wohnort Nunkirchen herniedergeprasselt, im Garten hinter seinem Wohnhaus habe der Sturm einen Baum umgefegt. „Ich musste bei dem Versuch, von Nunkirchen nach Merzig zu kommen, dreimal umkehren, weil die Straßen gesperrt waren“, erzählte der Waderner Rathauschef. An einem Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte wurde ein Ampelschirm von den Sturmböen aus der Halterung gehoben und krachte in die Heckscheibe eines geparkten Autos. An einem anderen Fahrzeug wurde durch den Schirm die Lackierung zerkratzt. Durch umgestürzte Bäume wurden in Nunkirchen zwei geparkte Autos beschädigt, der Ort ist nach den Worten des Bürgermeisters in der Stadt Wadern am heftigsten von dem Unwetter betroffen gewesen. In Noswendel, Lockweiler und Nunkirchen sowie in zahlreichen anderen Orten seien zudem Keller nach den starken Niederschlägen vollgelaufen.

in Nunkirchen stürzte ein Baum auf dieses Wohnhaus. Auch in Mettlach gab es hohe Sachschäden durch entwurzelte Bäume. Foto: SZ/Stadt Wadern
Schwerer Hagelschlag in Nunkirchen. Foto: SZ/Christoph Heimes
Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Foto: Rolf Ruppenthal/ROLF RUPPENTHAL
Nicht ging mehr nach dem Unwetter am Freitagnachmittag auf der L157 zwischen Losheim und Bachem – wie auf vielen anderen Strecken im Kreis auch war diese Straße wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Foto: Rolf Ruppenthal/ROLF RUPPENTHAL

Christian Thul, Koordinator für Katastrophenschutz beim Landkreis Merzig-Wadern, bezifferte die Zahl der Einsatzkräfte, die am Freitagnachmittag unterwegs waren, auf etwa 380. Neben der Feuerwehr waren in Mettlach auch das Technische Hilfswerk sowie der DRK-Ortsverein im Einsatz. „Vor allem Mettlach hat es massiv getroffen, hier sind Bäume auf Wohnhäuser und Stromleitungen gestürzt“, sagte Thul. Um die 60 Einsätze waren nach seinen Angaben für die Helfer zu bewältigen. Wie hoch der Sachschaden ist, den die Sturmfront im Kreis angerichtet hat, vermochte Thul am Freitagnachmittag noch nicht abzuschätzen. Die Schadenshöhe dürfte aber beträchtlich sein, sagte er.