1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Gymnasium am Stefansberg fährt als MINT-EC-Schule zahlreiche Preise ein

Erfolgreiche GaS-Schüler in Merzig : Merziger Schüler glänzen im MINT-Bereich

Mehrere Schüler des Gymnasiums am Stefansberg haben tolle Leistungen in Mathe, Informatik und Co. erbracht.

Regelmäßig haben sich in den vergangenen Jahren Schüler des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS) für das Bundesfinale des Fremdsprachenwettbewerbes qualifiziert und damit bewiesen, dass sie zu den Besten aus ganz Deutschland zählen. Aber auch im sogenannten MINT-Bereich, der die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik umfasst, können sich die Stefansberg-Schüler mit der Elite Deutschlands messen, wie die Schule betont. So habe in diesem Jahr bei der Landesrunde der Mathematik-Olympiade mit Jule Weichner (Klasse 6), Maja Weidig (Klasse 7), Elena Temmens, Simeon Holzer (beide Klasse 8), Alexander Becker (Klasse 9) und Abiturientin Tabea Sparmann gleich sechs Schüler des GaS zu den Preisträgern gezählt.

Laut Schule war es Alexander Becker sogar gelungen, sich fürs Bundesfinale zu qualifizieren. Das hätte für die besten Jung-Mathematiker Deutschlands in diesem Jahr eigentlich in Bonn stattfinden sollen. Die Vorfreude auf dieses außergewöhnliche Event wurde bei Alexander aber schnell getrübt, denn aufgrund der Corona-Pandemie musste das Bundesfinale abgesagt werden: „Ich war schon sehr enttäuscht und wäre sehr gerne nach Bonn gefahren, um mich mit den anderen Teilnehmern vor Ort zu messen.“ Stattdessen gab es für alle Qualifizierten eine Abschlussprüfung, die zeitgleich in den einzelnen Bundesländern geschrieben wurde.

Das hieß für Alexander: Saarlouis statt Bonn, denn die saarländischen Teilnehmer trafen sich am dortigen Robert-Schuman-Gymnasium. „Das war schon stressig. Die Klausur ging über acht Stunden, verteilt auf zwei Tage“, stöhnte Alexander, zumal höchste Konzentration gefordert war. „Das Niveau war schon sehr, sehr hoch. Aber es hat trotzdem großen Spaß gemacht.“

Extrem hoch war laut Schule das Niveau auch beim bundesweiten Wettbewerb Physik des Verbandes zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU). Davon ließ sich Cosima Frank aus der Klassenstufe 11 aber nicht beeindrucken, schloss den Wettbewerb mit der höchsten Punktezahl aller Teilnehmer ab und ist damit die beste Jung-Physikerin Deutschlands. Der Weg dorthin war allerdings durch Corona bedingt äußerst schwierig. Nach der Qualifikation für die zweite Runde machte der Lockdown und die damit einhergehende Schulschließung Cosima das Arbeiten an den verschiedenen geforderten Versuchen fast unmöglich.

„Für einen der Versuche hat man Wasserstoff benötigt, an den man privat nicht einfach rankommt“, berichtet Cosima. Aber die Elftklässlerin wusste sich zu helfen und wandte sich ans Schüler-Zukunfts-Zentrum (InnoZ) in Merzig: „Ich habe nachgefragt, ob ich den Versuch dort ausführen kann. Dort hat der Leiter Christian Brunco sogar extra für mich den Wasserstoff organisiert. Da der Versuch mehr als 24 Stunden dauerte, durfte ich über Nacht alles stehen lassen. Das Messgerät zeichnete alles auf und am nächsten Morgen konnte ich die Aufzeichnungen auswerten.“ Mit der gleichen Sorgfalt löste Cosima auch die anderen Aufgaben – mit herausragendem Erfolg: „Am Ende ist eine etwa 50-seitige Arbeit herausgekommen, die schließlich mit dem ersten Platz belohnt wurde.“ Aber nicht nur Cosima hatte Grund zur Freude, auch Karina Strub als Fünftbeste des Wettbewerbs und Florian Thewes (9c), der ebenfalls zu den Preisträgern zählte, können sich zu Deutschlands Physikelite zählen.

Neben den Mathematikern und Physikern hatten auch die Informatiker des GaS Erfolge zu verbuchen, wie die Schule weiter betont. 335 Schüler haben am bundesweiten Informatikwettbewerb Biber teilgenommen „Eine tolle Zahl, die uns wirklich mit Stolz erfüllt“, lobt Informatiklehrer Dr. Björn Schieffer den Einsatz seiner Schüler. Besonders stolz konnte er auf die fünf Schüler sein, denen es sogar gelungen war, die volle Punktzahl zu erzielen: Jule Weichner (6d), Maja Weidig (7b), Daniel Berson (7d), Luis Amling (8e) und Florian Hitzelberger (9c).

Diese Erfolge in den MINT-Fächern hängen sicher damit zusammen, dass das Gymnasium am Stefansberg bereits seit zwei Jahren zum nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC gehört, das kürzlich sein 20-jähriges Bestehen feierte, schreibt Schulleiter Albert Ehl. Deutschlandweit wurden bisher nur 332 Gymnasien in dieses Netzwerk aufgenommen, das neben hochkarätigen Förderprogrammen und innovativen Veranstaltungsformen den Schulen auch erlaubt, ihren Schülern das von der Kultusministerkonferenz der Länder unterstützte MINT-EC-Zertifikat zu verleihen. „Dass wir dazu gehören, macht mich natürlich stolz, denn die Anforderungen für die Aufnahme sind durchaus hoch. Durch diese Kooperation können wir besonders interessierte Schüler im MINT-Bereich angemessen fördern und ihnen die Möglichkeit zur theoretischen Vertiefung und praktischen Anwendung geben“, zeigt sich Schulleiter Albert Ehl dankbar für das Angebot, das durch verschiedene Arbeitsgemeinschaften der Schule noch ausgebaut wird. Zum Jubiläum des Excellence-Schulnetzwerkes MINT-EC gab es – den aktuellen Corona-Umständen entsprechend – bei einer virtuellen Schulleitertagung das Angebot, Workshops zu besuchen und Keynote-Speeches unter anderem von dem aktuell sehr gefragten Virologen Professor Christian Drosten von der Berliner Charité zu hören. Der Merziger Schulleiter machte von diesem Angebot gerne Gebrauch: „Die Teilnahme an einer virtuellen Schulleitertagung war ungewohnt, bot aber die Möglichkeit, unsere Schule digital zu präsentieren sowie über den Tellerrand hinaus zu blicken und neue Möglichkeiten und Angebote für unsere Schülerinnen und Schüler zu finden.“

Sieger beim Mathewettbewerb, vorne (von links) Maja Weidig, Klasse 7, und Jule Weichner, Klasse 6, in der Mitte Simeon Holzer, Klasse 8, und hinten (von links) Elena Temmes, Klasse 8, und Alexander Becker, Klasse 9 Foto: Albert EhL/GaS

Für Ehl steht fest: „Dank der Stärkung des MINT-Bereichs können wir unseren Schülern zusammen mit dem Sprachenzweig, bei dem zwischen vier Sprachen gewählt werden kann, dem erweiterten Musikunterricht und dem zusätzlichen Sportangebot als bewegte Schule ein ausgewogenes, umfangreiches Angebot bieten, das nahezu allen Interessen gerecht wird und optimale Fördermöglichkeiten bietet.“