Günter Wallraff redet Tacheles

Von seinen Erlebnissen während seiner Enthüllungs-Recherchen berichtet Günter Wallraff im Rahmen des fünften Saarländischen Literaturfestivals am Sonntag, 5. Februar, um 17 Uhr, in der Merziger Stadthalle.

Der Journalist und Schriftsteller enthüllt seit fünfzig Jahren Missstände wie Ausbeutung, Rassismus und Unterdrückung, in unserer Gesellschaft. Unzählige Prozesse wurden gegen ihn geführt. "Wallraffen" ist auf Schwedisch und Norwegisch zum Synonym für verdeckte Recherche geworden: verkleidet, eine andere Identität annehmend. So macht das Günter Wallraff . Besonderes Aufsehen erregte er mit seinen verdeckten Recherchen in der Redaktion der Bild-Zeitung als Hans Esser, welche er 1977 in seinem Buch "Der Aufmacher" dokumentierte. 1985 berichtete er in seiner Reportage "Ganz unten" über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern.

Wallraff war verdeckt als Obdachloser in Nachtasylen und vor den Schreibtischen von Sachbearbeitern in Wohnungsämtern unterwegs. Er gab sich als Call-Agent im "Outbound"-Geschäft oder als Paketauslieferer bei GLS aus. Große Wellen schlugen auch seine Enthüllungen mit dem "Team Wallraff" auf RTL, über Burger King , die Pflegebranche und das Sicherheitsgewerbe.

"Erst in der unmittelbaren Nähe zum Geschehen, als Teil der Maschinerie, als bedrohte und gleichzeitig aktive Figur im Geschehen um Macht und Profit, kann ich die Oberflächlichkeit üblicher Berichterstattungen durchbrechen und Erkenntnisse zu Tage fördern", sagt der Journalist.

Karten gibt es in allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen und im Kreiskulturzentrum Villa Fuchs, Tel. (0 68 61) 9 36 70.

www.villa-fuchs.de