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Grünen-Stadtrat Heinz Temmes aus Merzig plädiert für Querspange Mettlach

Stellungnahme von Heinz Temmes : Temmes (Grüne): Nordumfahrung zu teuer und nutzlos

In der Diskussion um die Nordumfahrung Merzig hat sich nun auch das parteilose Stadtratsmitglied der Grünen-Fraktion im Merziger Rat, Heinz Temmes, zu Wort gemeldet. Temmes gibt dem Losheimer Bürgermeister Helmut Harth recht, der in der SZ auf Dis­tanz zu den bisherigen Planungen für eine Nordumfahrung von Merzig gegangen ist (die SZ berichtete).

Die jetzt geplante Trasse für diese Umgehungsstraße ist aus Sicht von Temmes „nicht nur wegen der Hangbebauung ingenieurtechnisch sehr schwierig, sondern aufgrund der notwendigen und vielen Kunstbauwerke (Stützwände/Brücken) auch dauerhaft die teuerste Lösung“. Dazu komme die Tatsache, dass die Straße einen Teil des Standortübungsplatzes der Kaserne Auf der Ell tangieren würde. Für Temmes ein kaum lösbares Problem: „Dabei stellt sich die Frage, mit welchen baulichen Anlagen wird der Bundeswehrstandort in zwei Hälften geteilt? Bei einem höhengleichen Straßenzug werden beidseitig Lärmschutzwände notwendig, und wie kommt die Bundeswehr auf die andere Seite?“ Eine mögliche, aber aus seiner Sicht die teuerste Lösung wäre eine komplette Untertunnelung oder ein langes Brückenbauwerk. „Alles Punkte, die von der politischen Seite nicht zu Ende gedacht, aber – sehr populistisch – in der Öffentlichkeit vertreten wurden“, findet Temmes. Unabhängig davon werde den Bewohnern der großen Neubaugebiete in Brotdorf sowie der Mettlacher Straße ein erheblicher Lärmzuwachs zugemutet, findet Temmes. „Denn selbst hohe und teure Schallschutzwände oder gegebenenfalls teurer Flüsterasphalt können, je nach Witterungslage, diese Schwachstelle nicht verhindern.“ Er verweist zudem auf das Ergebnis einer Untersuchung aus dem Jahr 2011 zur Nordumfahrung Merzig im Auftrag der Wirtschaftsförderung beim Landkreis. Diesem Bericht sei zu entnehmen gewesen, dass der geschätzte Durchgangsverkehr aus Richtung Brotdorf in die Stadt Merzig auf 30 bis 42 Prozent taxiert wird. Temmes: „Im Umkehrschluss heißt dieses, dass 58 bis 70 Prozent in der Stadt verbleiben und dort ihren Arbeitsplatz haben. Also: Was nützt diesen die großräumige Umfahrung der Stadt?“ Die im gleichen Bericht dargestellten damaligen Schwachstellen im Bereich der Hochwaldstraße wurden nach Temmes’ Ansicht zwischenzeitlich aufgrund der Optimierung der Ampelschaltungen innerhalb der Stadt erheblich reduziert.

Der Grünen-Stadtrat merkt an, dass aus seiner Sicht eine Nordsaarlandstraße als effektive Verbindung zwischen A1 und A8 nur Sinn mache, wenn eine großräumige nördliche Umgehung des Ortes Nunkirchen Teil davon sei. Entsprechende Überlegungen habe er bereits vor rund zehn Jahren, damals noch nicht politisch aktiv, dem damaligen Merziger Oberbürgermeister Alfons Lauer (SPD) übermittelt.

Und ebenfalls schon vor zehn Jahren hat Temmes eine Verbindung der L 158 (Vergissmeinnichtstraße) mit der Ortsumgehung Besseringen über den sogenannten Mookenweg als sinnvoller erachtet als die Nordumfahrung. In seinem Schreiben aus dem Jahr 2010 an OB Lauer heißt es, die einzige saubere Lösung zur Entlastung der Merziger Innenstadt vom Durchgangsverkehr wäre es, „wenn die Umgehung Besseringen fertiggestellt und eine Anbindung der L 158 über die Trasse des bereits vorhandenen Feldwirtschaftsweges ab Schwimmbad Mettlach bis zur Haardter Kopp in Betrieb ist“. Erst ab diesem Zeitpunkt findet nach Auffassung von Temmes „eine generelle Verlagerung des Hochwaldverkehrs zur Autobahn mit Entlastung der Stadt Merzig und auch der Gemeinde Mettlach statt“. Diesen Vorschlag haben im Jahr 2018 der mittlerweile amtierende Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) und sein hauptamtlicher Beigeordneter Dieter Ernst (SPD) als „Querspange Mettlach“ wieder ins Gespräch gebracht. Und genau dieser Vorschlag soll nun, nach dem Willen der saarländischen Landesregierung, noch einmal geprüft werden.