1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Grüne: Parkplatz von Bad und Zeltpalast für Erzeugung von Solarstrom nutzen

Merzig : Grüne für Solarpark in den Saarwiesen

Die Grünen-Fraktion im Merziger Stadtrat will den Ausbau der Solarenergie in der Kreisstadt voranbringen. Dazu sollen auf öffentlichem Grund großflächige Fotovoltaikanlagen entstehen.

Die Grünen-Fraktion im Stadtrat von Merzig hat in einem Antrag an die Verwaltung umfassende Vorschläge für den Ausbau der Solarenergie unterbreitet. So sprechen sich die Grünen dafür aus, dass auf allen öffentlichen Gebäuden und versiegelten Freiflächen in den Innen- und Außenlagen (zum Beispiel Parkplätze) die Potenziale für die Nutzung der Solarenergie ausgeschöpft werden sollen – „auch wegen der Vorbildfunktion“, wie es in dem Antragsschreiben von Grünen-Fraktionschef Klaus Borger an die Stadtverwaltung heißt. Die Fraktion macht auch zwei konkrete Vorschläge, wie das an exponierten Standorten umgesetzt werden kann. So beantragt sie, den Parkplatz am Freizeit- und Gesundheitsbad in den Saarwiesen (nach Angaben von Borger mit einer verfügbaren Gesamtfläche von zirka 9000 Quadratmetern) und den Parkplatz am Zeltpalast (verfügbare Gesamtfläche laut Borger etwa 5900 Quadratmeter) „mit einer innovativen Konstruktion (Trägermaterial Holz aus dem Stadtwald) mittels Solarpanelen zu überdachen“. Dadurch ergebe sich eine Doppelnutzung der Flächen, sagt Borger: „Schutz der Fahrzeuge und Energieproduktion“. Die Stadt solle zudem darauf dringen, dass bei Neubauvorhaben im öffentlichen und privaten Bereich Dachflächen, soweit diese auf Grund der Exposition geeignet sind, energetisch zu nutzen. Auch eine energetische Nutzung der Fassaden sei, „soweit wirtschaftlich gerechtfertigt“ (Borger), mit einzubeziehen. Eigentümer bestehender Gebäude sollen durch Aufklärung der wirtschaftlichen und klimapolitischen Vorteile der Solarenergie angespornt werden, ihre Immobilien für die energetische Nutzung fit zu machen. In dem Grünen-Antrag heißt es: „Es sind über finanzielle Anreize die Möglichkeiten zu schaffen, dass dies für jeden Hausbesitzer möglich ist (zum Beispiel Reduzierung von Steuern und Abgaben und/oder ein entsprechendes Förderprojekt).“ Die Stadtwerke Merzig als Netzbetreiber sollen nach dem Dafürhalten der Grünen-Fraktion zeitnah in die Überlegungen eingebunden werden, um die technischen Voraussetzungen für die genannten Maßnahmen zu schaffen. Weiter schlagen die Grünen die Erarbeitung einer Solarsatzung für die Stadt Merzig vor, in die die vorgenannten Punkte einfließen sollen.

Die Grünen begründen ihren Vorstoß mit der unvermindert anhaltenden weltweiten Klimakrise: „Der Klimawandel schreitet unaufhörlich voran, und trotz aller Bemühungen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, nimmt deren Konzentration jährlich zu. Die Folgen der globalen Erwärmung und der Verlust an Biodiversität werden für die Natur und die menschliche Zivilisation laut wissenschaftlicher Prognosen verheerend sein, wenn die Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels nicht deutlich gesteigert werden.“ Daher sei es nötig, effiziente Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase zu ergreifen. Zwar sei in Merzig schon Einiges für den Ausbau der erneuerbaren Energien getan, konzediert Borger. „Gleichzeitig wurden Hürden aufgebaut, die den Ausbau reduzieren.“ Dennoch liegen nach Überzeugung der Grünen-Fraktion erhebliche Potenziale brach, gerade im Hinblick auf die „im Gegensatz zur Windenergie konfliktfreie Nutzung der Sonnenenergie“. Hier habe die Stadt schon vor langem ein Musterprojekt erfolgreich umgesetzt – auf Initiative der Grünen hin, erinnert Borger: „Im Jahr 2004 hatten wir vorgeschlagen, auf der ehemaligen Mülldeponie in Fitten einen Solarpark zu errichten. Nur wenige Jahre später und nach vielen Gesprächen und Schreiben unsererseits wurde dieses innovative Projekt realisiert.“ Und habe sich „toller Erfolg für Merzig auf dem Weg für mehr Kilmaschutz“ erwiesen, findet der Grünen-Vertreter.