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Grüne kritisieren geplantes Bauvorhaben auf der Klosterkuppe

Grüne kritisieren geplantes Bauvorhaben auf der Klosterkuppe

Auf der Klosterkuppe in Merzig fahren womöglich bald Bagger vor. Grund ist eine geplante Seniorenresidenz der Arbeiterwohlfahrt. Dafür muss der Bürgermeister harte Kritik von Bündnis 90/Die Grünen einstecken.

"Die aktuelle Diskussion zum geplanten Bauvorhaben auf der Klosterkuppe zeigt eines wieder überdeutlich. Die Merziger Verwaltungsspitze hat aus der Vergangenheit nichts, aber auch gar nichts gelernt und eine echte Bürgerbeteiligung kann oder will sie nicht", kritisiert Klaus Borger, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat. Auf dem Gebiet Klosterkuppe plant die Arbeiterwohlfahrt aktuell den Bau einer großflächigen Seniorenresidenz, die als Ersatz für das Pflegeheim Heinrich-Albertz-Haus dienen soll.

In einer Presseerklärung geht der Grünen-Sprecher wegen dieser Pläne, die auch von der Stadt unterstützt werden, hart mit Bürgermeister Marcus Hoffeld ins Gericht: "Was die Verwaltungsspitze immer wieder praktiziert, ist den Bürgern fertige Konzepte und Gutachten vorzulegen, offensichtlich mit dem Wunsch, dass diese alles kritiklos abnicken." Gerade Hoffeld sollte sich an seine eigenen Wahlversprechen für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung erinnern, findet Borger. "Die Realität ist aber leider eine ganz andere."

Zugleich bekräftigte Borger die Position seiner Partei zur Erschließung des Gebietes Klosterkuppe: "2013 haben wir beantragt, nachdem bereits der Fellenbergpark für Discounter und Parkplätze platt gemacht wurde, die Klosterkuppe und den naturnahen Bereich des Ritzerbaches als inner-städtische Grünfläche auszuweisen und somit für das vorhandene Wohngebiet und die im Bau befindlichen und bereits vorhandenen Seniorenangebote ein attraktives, wertsteigerndes Umfeld zu schaffen." Die aktuelle Vorgehensweise zeige erneut, dass es an einer weitsichtigen, gezielten Stadtplanung fehle, findet Borger: "Vielmehr wird jede vorhandene Lücke nach Investorenwunsch beplant."

Auch stellt sich für ihn die Frage, "was eigentlich mit dem riesigen Heinrich-Albertz-Haus geschehen soll". Borger wörtlich: "Soll das nach Haus Sonnenwald der nächste Leerstand in Merzig sein, der vergammelt?"

Was in Merzig geschehe, sei keine nachhaltige und vor allen Dingen keine transparente und kreative Stadtentwicklung. Borger: "Eine von uns vorgeschlagene multifunktionale Entwicklung des Saarfürst-Geländes mit den Eckpunkten Mehrgenerationenwohnen-Kaufen-Erleben wäre ein solcher Ansatz."

Für Vorhaben wie das jetzt von der Awo geplante sollte man nach seiner Auffassung Alternativen suchen. "Immer wieder nur den Neubau zu entwickeln und gleichzeitig den Altbestand dem weiteren Zerfall preiszugeben, ist kein Beitrag für eine verantwortliche Stadtentwicklung", sagt Borger abschließend.