Großwildjagd im Thielspark

Die Oberliga-Handballer des HSV Merzig-Hilbringen legten nach dem Traumstart gegen Titelanwärter Haßloch am Samstag zu Hause Punkte nach. Mit dem 33:29-Heimsieg gegen den HV Vallendar katapultierten sich die „Wölfe“ in der Tabelle auf Rang zwei.

Pech hatten die Anhänger des HSV Merzig-Hilbringen, die am vergangenen Samstag lieber im Garten grillten, statt ihrem Team im Thielspark die Daumen zu drücken. Sie verpassten ein hochklassiges Handballspiel, den 33:29 (16:14)-Heimsieg gegen den HV Vallendar und den Sprung auf Rang zwei. Nur 150 Zuschauer feierten die Sieger und Marcus Simowski, der sich nach dem Auftakt-Coup gegen die "Bären" der TSG Haßloch und dem Erfolg gegen die "Löwen" wie ein Großwildjäger vorkommen musste. "Lauter wilde Tiere, fast wie im Zoo", schmunzelte der HSV-Trainer und nagelte sich in Gedanken die nächste Trophäe an die Wand.

Klein als Siebenmeter-Killer

Bis es soweit war, musste Merzig hart kämpfen, gegen einen ebenbürtigen Gegner mit identischem Saisonziel: Klassenverbleib. Als Garant für den wichtigen Sieg sah Simowski die Abwehr. Die ließ bis zur fünften Minute kein Tor zu, stand meist sicher und hatte mit Sven Klein einen starken Rückhalt. Drei Strafwürfe wehrte der HSV-Torwart ab. Nur Glück? "Das gehört dazu, aber ich habe mir Videos angeschaut und wusste, wo die hinwerfen", verriet der "Siebenmeter-Killer" grinsend.

Im Angriff führte Thomas Kochann Regie. Der Rückraum-Hüne sagte Spielzüge an, zeigte sich als sicherer Schütze (besonders vom Punkt) und glänzte mit Pässen an den Kreis, wo Julius Rost lauerte. "Wir waren heute hoch motiviert und sind ein irres Tempo gegangen. Dabei hat ein Tempomacher gefehlt", meinte Rost und dachte an Norbert Petö. Der torgefährliche Ungar, der beim Sieg gegen Haßloch überragend spielte, reiste aus privaten Gründen in die Heimat. "Norbert ist enorm wichtig, aber wir haben gezeigt, dass wir solche Ausfälle mit Teamgeist kompensieren können", meinte Simowski.

Nach dem Doppelschlag von Geburtstagskind Marius Merziger lag sein Team mit 4:2 (9. Minute) vorn. Den Vorsprung hielt der HSV bis zur Pause (16:14). In der zweiten Halbzeit lag Merzig zwischenzeitlich mit vier Toren vorn (20:16, 25:21). Als es in der 47. Minute eng wurde (25:24), nahm sich David Pfiffer ein Herz, schraubte sich aus dem Stand weit über die gegnerische Abwehr und fackelte den Ball unhaltbar in den Winkel. Ein Kraftakt und echter Hingucker, den Pfiffer mit dem Tor zum 29:25 (52.) wiederholte. "Marcus schickt mich ins Fitness-Studio. Da muss ich Beinmuskeln trainieren", verriet Pfiffer grinsend.

Die "Löwen" gaben aber noch nicht auf, lösten die Torwartposition auf und schafften mit sieben Feldspielern den 28:29-Anschlusstreffer (55.). Die "Wölfe" bissen jedoch mit Toren von Laszlo Kincses, Kochann und Pfiffer zurück. 32:28, das war der Sieg. Vallendar verkürzte auf 29:33, dann war Schluss und die Begeisterung in der Halle riesig. Rang zwei in der Oberliga - ein Traum.

"Wir werden uns die Tabelle wohl öfter anschauen und den Moment genießen. Es ist nicht das Ziel, aber auch mal schön, wenn du vorne stehst. Trotzdem werden wir auf dem Boden bleiben", versprach Trainer Marcus Simowski, der den Beinahe-Abstieg im Sommer nicht vergessen hat.

Die Tore des HSV Merzig-Hilbringen: Thomas Kochann 9/6, Julius Rost 5, Lucian Scheid 4, Sebastian Klein 3, Marius Merziger 3, David Pfiffer 3, Laszlo Kincses 3, Lars Pfiffer 2, Peter Laux 1.