Großübung der Merziger Feuerwehren bei Schwemlingen

Feuerwehrübung in Schwemlingen : Rettung aus Auto-Wracks fordert Wehr

Die Rettung von eingeklemmten Personen war das Thema einer Übung, die mehrere Löschbezirke gemeinsam durchführten.

Ein schwerer Verkehrsunfall mit Personenschaden hat sich an einem Samstagnachmittag im Schwemlinger Haardtweg ereignet. Einem großen Bus mit neun Fahrgästen wurde die Vorfahrt genommen. Daher musste der Busfahrer auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Hierbei verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und rutschte mit dem Gefährt eine kleine Böschung hinab.

Zwei weitere Wagen waren in dieses Ausweichmanöver verwickelt, einer davon landete im Straßengraben auf dem Dach. Eine Person war eingeklemmt, der Beifahrer war zuvor beim Aufprall aus dem Fahrzeug geschleudert worden und lag im Grünstreifen. Das zweite Auto fuhr auf der anderen Straßenseite in einem Waldgebiet gegen einen Baum, zwei Personen waren im Fahrzeug eingeklemmt.

Die Alarm-Sirenen der Löschbezirke Merzig, Schwemlingen/Weiler und Tünsdorf riefen ihre Feuerwehrmänner und -frauen zu diesem Unfall – der allerdings nur simuliert war. Denn: Eine gemeinsame Übung der beteiligten Löschbezirke war angesagt. Ebenfalls alarmiert wurden der Rettungsdienst und die Notfallseelsorge des Kreises.

„Übungen dieser Art sind wichtig, um verschiedene Wege der Personenrettung und Öffnung der Fahrzeug-Wracks zu testen. Hierbei muss natürlich jeder Handgriff mit und bei der Bedienung der Rettungsgeräte wie Spreizer oder Schere sitzen“, klärt Michael Gunkel, Wehrführer der Stadt Merzig, auf. Er hatte die Übung mit Interesse verfolgt.

Vor Ort eingetroffen, galt es für den Einsatzleiter David Martin (stellvertretender Löschbezirksführer Schwemlingen/Weiler) zunächst, die örtlichen Gegebenheiten zu erkunden. Er musste die Verkehrsabsicherung umsetzen, Rettungsmaßnahmen einleiten und die nachrückenden Einsatzkräfte einteilen.

„Dieses vorgegebene Szenario mit mehreren eingeklemmten Personen und einem auf dem Dach liegenden Pkw ist kompliziert“, erläuterte Gunkel weiter, „denn es gibt keine Patentrezepte zur Befreiung der Personen, da die bei einem Aufprall auftretenden Kräfte immer anders wirken können.“ Sowohl bei der Übung als auch in Realität geschieht jeder Handgriff in Abstimmung mit dem Notarzt und Rettungsdienst, der die Verletzten ständig betreut und im Blick hat.

Der Notarzt entscheidet über Crash-Rettung oder schonende Rettung der verletzten Person. Bei der Crash-Rettung oder neu Sofortrettung geht es darum, den Patienten so schnell wie möglich aus dem Fahrzeug zu holen, auch wenn dabei vielleicht weitere Verletzungen für den Patienten riskiert werden müssen. Eine schonende Rettung wird bei Verletzungen der Extremitäten und der Wirbelsäule angewendet, wenn keine lebensbedrohlichen anderen Verletzungen vorliegen. Bei den Unfallautos waren Türen und Seitenbleche durch Aufschneiden zu entfernen, damit die Personen mit Hilfe von Rettungsbrettern sicher aus den Autos geborgen werden konnten. „Die Rettung der zwölf Personen erfolgte durch die Feuerwehrleute in knapp einer Stunde, was in Anbetracht des auf dem Dach liegenden Autos eine gute Zeit war. Zudem war nicht bekannt, wie viele Personen im Bus waren“, zog der Stadtwehrführer vorerst eine gute Zwischenbilanz. Eine weitere Nachbetrachtung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Teilweise befanden sich die Übungsfahrzeuge in unwegsamem Gelände oder mussten mit Spreizern und Schere geöffnet werden. Foto: eb

Beeindruckend war aber auch die Arbeit der Notfalldarstellung. Hier waren zwölf Verletztendarsteller vor Ort. Leiterin Johanna Gubernator hatte mehrere Verletzungsmuster vorgegeben, um die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst zu fordern. Festgestellt wurde aber auch, dass es eine schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Rettungssanitätern, der Krisenintervention und Notfallseelsorge gab. Diese war mit fünf Helfern vor Ort. Aus den DRK-Ortsvereinen Britten, Hausbach, Orscholz, Wadern, Hilbringen, Fitten, Losheim und Besseringen waren 18 Helfer im Einsatz, derweil sich die Löschbezirke Merzig, Tünsdorf und Schwemlingen/Weiler mit sieben Fahrzeugen und 48 Feuerwehrleuten an der Übung beteiligt hatten.

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