Graffiti auf dem B-Bunker in Besseringen soll entfernt werden

Besseringen : Wie das Graffiti am B-Werk beseitigen?

Rupert Schreiber vom Landesdenkmalamt will bei der Restaurierung des Denkmales so viel wie möglich erhalten.

In der Nacht von Donnerstag, 20. Juni, auf Freitag, 21. Juni, haben Unbekannte mit Sprühfarbe die Fassade des B-Werk-Bunkers in Besseringen verschandelt (die SZ berichtete). Bei dem Graffiti handelt es sich um einen so genannten Tag, also ein Signaturkürzel. Dieses zeigt die Bezeichnung „NRG“.

„Bisher hatten wir Glück gehabt“, sagt Dr. Rupert Schreiber vom Landesdenkmalamt, als er sich dieser tage den Schaden am Bunker ansieht. Es sei der erste Fall seit Jahrzehnten, dass ein Denkmal derartig beschmutzt worden sei. „Wir sind darüber natürlich nicht begeistert“, betont Schreiber, „es ist ärgerlich und überflüssig. Das hat nichts mehr mit Kunst zu tun, sich so zu präsentieren.“

Weiter unklar ist, wie das Graffiti beseitigt wird, hierfür gibt es laut Schreiber mehrere Verfahren, die in Frage kommen. „Mit dem Heißdampf können gute Erfolge erzielt werden“, erläutert er, auch mit Lösemittel oder Mikrostrahl könne daran gearbeitet werden. Sorgen macht sich Schreiber hinsichtlich des Erhalts der Alterszeichen des Bunkers. Bewusst habe man in den vergangenen Jahren darauf verzichtet, diese auf dem Beton zu entfernen, für Schreiber ist das ebenfalls „ein Zeichen der Geschichte“. Bei der Restauration sei es wichtig, dass so viel wie möglich davon erhalten bleibe. Laut Schreiber hat bereits eine Restauratorin vor Ort den Schaden begutachtet.

Merzig ist Eigentümer der „denkmalgeschützten Immobilie“, wie der Sprecher der Kreisstadt, Stephan Fandel, mitteilt. Betreut wird das B-Werk vom Heimatkundeverein Merzig unter der Leitung von Egon Scholl und Martin Lang. „Alle genannten Stellen sind bei der Beseitigung des Graffitis eingebunden. Eine Anzeige gegen Unbekannt wurde gestellt“, teilt die Stadtverwaltung mit.

„Zur Zeit werden durch die Kreisstadt Merzig auf Empfehlung von Dr. Schreiber Angebote bei Fachfirmen eingeholt, die sich auf Reinigungsarbeiten an denkmalgeschützten Immobilien spezialisiert haben. Der daraus resultierende Kostenaufwand ist noch unbekannt und kann schwer abgeschätzt werden. Sobald die entsprechenden Angebote vorliegen wird die Finanzierung geklärt“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Für den Bunker bestehe kein Versicherungsschutz, da derartige Objekte nicht versicherbar seien. Schreiber hofft indes, dass das Graffiti innerhalb von vier Wochen beseitigt werden kann. „Bis dahin werde die Verunstaltung des B-Werks mit einem Tarnnetz abgedeckt“, teilt die Kreisstadt mit.

Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei in Merzig, Tel. (0 68 61) 70 40, zu wenden.

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