Göbel soll die Wölfe bissig machen

Göbel soll die Wölfe bissig machen

Endlich steht fest, wer der neue Trainer des künfti- gen Saarlandligisten HSV Merzig-Hilbringen wird: Michael Göbel, 53, aus Fre- mersdorf. Ein Mann, der schon mal in Merzig war.

Früh hatte Trainer Marcus Simowski seinen Rücktritt beim Handball-Oberligisten HSV Merzig-Hilbringen zum Saisonende verkündet, doch die Suche nach einem Nachfolger blieb lange erfolglos. Nun ist der Verein endlich fündig geworden. Im Mittwochstraining präsentierte der Teamverantwortliche Jörg Waerder dem Wölfe-Rudel das neue Alpha-Tier. Michael Göbel heißt der Mann, der mit der ersten Männermannschaft nach dem unvermeidbaren Abstieg in der Saarlandliga neu durchstarten will. Die etwas älteren HSV-Fans könnten den früher torgefährlichen Linkshänder noch aus seiner aktiven Zeit kennen. "Ich habe mit Merzig Anfang der 90er zwei Jahre in der Regionalliga gespielt, im rechten Rückraum", erzählt der Trierer, der heute in Fremersdorf lebt und früher Fußball spielte.

Beim FC Bitburg kickte der heute 53-Jährige mit Edgar Schmitt. Dem Mann, der 1993 beim legendären 7:0-Heimsieg des Karlsruher SC im Uefa-Pokal gegen Valencia vier Tore schoss. "Euro-Eddy" ist Fußball-Profi geworden. Ich bin zum Handball gewechselt und da hängen geblieben", lacht Göbel. Nach seiner aktiven Zeit sei er 25 Jahre als Trainer aktiv gewesen, mit Stationen in Bitburg, Biewer-Pfalzel, Trier, Fürth, Igel und zuletzt bei der HSG Wittlich in der Rheinlandliga, erzählt der B-Lizenz-Inhaber. "Danach habe ich mir eine dreijährige Auszeit genommen, weil der Akku leer war."

Aus dem gleichen Grund verlässt Marcus Simowski die Merziger Bank und gönnt sich nach 15 Trainer-Jahren eine Pause. "Ich kann ihn also gut verstehen und freue mich, dass Marcus mir beim Einstieg hilft", sagt Göbel. Mit neuer Energie greift er nach der Osterpause an. Er will bei den Heimspielen und im Training vorbeischauen und mit den Spielern Gespräche führen. "Es ist wichtig, dass wir einen festen Kern haben und keine weiteren Abgänge. Es bedarf Überzeugungsarbeit, aber ich sehe gute Perspektiven. Wenn wir uns schnell kennenlernen und finden, können wir eine gute Mannschaft auf die Beine stellen", glaubt der neue Teamchef.

Göbels Verpflichtung sei nach den turbulenten Wochen ein erster Schritt zur Normalität, betont die 2. Vorsitzende des HSV, Astrid Moritz, die bis zu den Neuwahlen die Vereinsgeschäfte führt. Abstieg der Mannschaft, Rücktritt des alten Vorstandes - es sind stürmische Zeiten, in denen Göbel beim HSV anheuert, doch er hat ein gutes Gefühl. "Ich habe ja einige Erfahrung auf dem Buckel und schon einige Umbrüche erlebt. Oft brachten große Veränderungen auch große, positive Impulse mit sich", schaut er optimistisch nach vorn und glaubt, dass sich die Wogen bald glätten werden.

Mittelfristig gehöre der HSV in die Oberliga. Aufgrund der aktuellen Umstände sei es aber wichtig, den Druck rauszunehmen. Die Zukunft in der Saarlandliga schätzt er daher realistisch ein. Göbel: "Wir versuchen ein Team zu bilden, das im oberen Drittel mitspielen kann. Aber bitte nicht schon die Worte ,direkter Wiederaufstieg' in den Mund nehmen. So weit sind wir dann noch nicht."