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Stadt- und Gemeinderat
Gibt es mehr Zusammenarbeit?

Merzig. Räte von Merzig und Perl diskutieren heute über Vorschläge von „teamwork“ zur interkommunalen Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Ein gemeinsames Standesamt, eine noch intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Forstwirtschaft und Verkehrsüberwachung sowie bei Anschaffungen für Bauhof, Forstbetrieb und andere Dienstleistungsbereiche – das sind die Vorschläge, die Fachgutachter für die zukünftige interkommunale Zusammenarbeit der Kreisstadt Merzig sowie der Gemeinden Beckingen, Perl und Mettlach erarbeitet haben.


In seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 3. Mai, werden sich sowohl der Merziger Stadtrat (ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses) als auch der Perler Gemeinderat (18 Uhr, im Sitzungssaal des Perler Rathauses) mit den Vorschlägen der Gutachter vom Büro „teamwerk“ und einem daraus entwickelten Strategiepapier der vier Bürgermeister befassen.

„teamwerk“ hatte im April 2016 den Auftrag erhalten, die Möglichkeiten und Einsparpotenziale einer intensiveren interkommunalen Zusammenarbeit für die vier Kommunen rund um Merzig auf neun unterschiedlichen Arbeitsfeldern auszuloten.



Auch die Stadt Dillingen gehört zu dem Untersuchungsgebiet, allerdings ist Dillingen auch in ein ähnlich gelagertes Analyseprojekt im Landkreis Saarlouis eingebunden. So habe man sich im Zuge der Untersuchung darauf verständigt, die Hüttenstadt lediglich als assoziierten Partner mit einzubinden.

Das heißt, die Erfahrungswerte und Arbeitsabläufe in der Dillinger Verwaltung sollten zwar mit in die Analyse des Ist-Zustandes aufgenommen werden. Aber bei den konkreten Vorschlägen für die Felder, auf denen die untersuchten Kommunen enger zusammenarbeiten sollen, ist Dillingen dann nicht mit einbezogen. Die Hüttenstadt soll statt dessen Kooperationen mit umliegenden Kommunen aus dem Kreis Saarlouis umsetzen.

Rein finanziell bezifferten die „teamwerk“-Gutachter die Folgen der von ihnen gemachten Vorschläge als relativ bescheiden: Maximal 300 000 Euro im Jahr könnten insgesamt nach ihren Einschätzungen eingespart werden, wenn die Kooperation nach ihrem Modell umgsetzt werde – wohlgemerkt, für alle vier beteiligten Kommunen zusammen.

„Dass das Einsparpotenzial so gering ist, liegt laut ‚teamwerk‘ insbesondere daran, dass aufgrund der bisher sehr geringen personellen Ausstattung in den untersuchten Kommunen hier kein weiteres Einsparpotenzial gesehen wird und bisher sehr wirtschaftlich gearbeitet wurde“, heißt es hierzu von der Merziger Stadtverwaltung. Neben der reinen Kosteneinsparung könnten sich durch eine intensivere Zusammenarbeit aber qualitative Verbesserungen erreichen lassen. Das sei auch das erklärte Ziel aller Beteiligten.

Zudem habe die Analyse von „teamwerk“ auch ergeben, dass in einigen Bereichen eine engere Zusammenarbeit mittelfristig nur schwierig umzusetzen sei. Beispiel Abgabewesen: Dass künftig alle von den Bürgern der vier Gemeinden zu entrichtenden Abgaben an einer zentralen Stelle verwaltet werden, sei nur schwierig umzusetzen, da die Gemeinden unterschiedliche Finanz-Softwareprogramme nutzten. Ein anderes Beispiel: Ein gemeinsamer Geräte-, Maschinen- und Fahrzeugpool zum Beispiel für den Bauhof oder Forstbetriebe.

Dies wurde aufgrund der großen räumlichen Distanz zwischen den beteiligten Gemeinden sowie wegen der Tatsache, dass bestimmte Maschinen oder Fahrzeuge in der Regel von allen zur gleichen Zeit benötigt werden, als kritisch erachtet.

Auf anderen Feldern soll die bereits bestehende Zusammenarbeit ausgebaut werden, zum Beispiel in der Verkehrsüberwachung, wo die Stadt Merzig schon jetzt in Perl und Mettlach Geschwindigkeitsmessungen durchführt, oder im Bereich der Forstbetriebe. Beim Personalwesen könnte es in Zukunft eine gemeinsame Personalabrechnung geben.

Die Räte in den beteiligten Kommunen sollen nun in einem nächsten Schritt die Umsetzung der von „teamwerk“ erarbeiteten Vorschläge auf den Weg bringen, in Perl beschließt der Gemeinderat am heutigen Donnerstag in seiner Sitzung beispielsweise über die Einsetzung einer Arbeitsgruppe.