Bier aus Merzig: Gibt es bald wieder Merziger Bier in Flaschen?

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Das Team vom Brauhaus Saarfürst nimmt nach der Renovierung wegen eines Wasserschadens neue Ziele in den Blick.

Die Anzeichen waren subtil. Hier und da zeigten sich feine Risse im Boden des Merziger Saarfürst-Brauhauses. Als sich Experten das Gebäude im vergangenen Jahr genauer anschauten, wurde nach und nach klar: Die gesamte Grundfläche des Bauwerks war von einem Wasserschaden betroffen, und zwar so schwerwiegend, dass sich eine allmähliche Trocknung als unmöglich erwies. So schildert es der Geschäftsführer des Gastronomiebetriebs, Michael Frommholz. „Deshalb musste der Boden auf einer Fläche von 700 Quadratmetern komplett raus“, erzählt er. Der Umbau nahm ein halbes Jahr in Anspruch. Jetzt, wo das Lokal seit knapp drei Monaten wieder Gäste begrüßt, will Frommholz sich auf den Alltagsbetrieb konzentrieren – und neue Geschäftsideen ausloten.

„Meine größte Befürchtung war, dass die Leute nach der Renovierung nicht mehr kommen. Aber seit wir die Türen am 1. Juli wieder geöffnet haben, ist die Hütte voll“, sagt Frommholz erleichtert. Auch das neue, gegenüber liegende Hotel Holiday Inn Express mache sich bereits bemerkbar. Die Herberge hatte den Betrieb Anfang August gestartet, zur feierlichen Eröffnung am 23. September kamen viele Gäste aus Politik und Wirtschaft (wir berichteten). „Gerade abends kommen viele Kunden vom Hotel zu uns herüber.“ Die Entwicklung an den Saarwiesen sieht Frommholz positiv. „Hier hat sich schon einiges getan und ich denke, das Hotel wird nicht der letzte Betrieb sein, der sich hier ansiedelt.“ Der 51-Jährige hofft deswegen, künftig noch mehr als die aktuell 175 000 Gäste im Jahr bewirten zu können.

Die Saarfürst-Brauerei ist fest mit der Geschichte Merzigs verbunden, die Ursprünge des Unternehmens reichen über 150 Jahre zurück. Früher lag oft der charakteristische Duft von Hopfen und Malz in der Luft und der markante Brauereiturm prägte bis zu seinem Abriss Mitte der 80er-Jahre das Stadtbild. Damals gehörte Saarfürst längst zur Karlsberg-Brauerei. Die Bierproduktion wurde von Merzig nach Homburg verlegt, wo Karlsberg das Merziger Pils noch einige Jahre nach Originalrezept braute.

Der Boden des Saarfürst-Brauhauses musste wegen eines Wasserschadens auf einer Fläche von 700 Quadratmetern komplett erneuert werden. Foto: Jakob Kulick
Einblick in den Gastraum der Saarfürst-Brauerei in Merzig: Seit knapp drei Monaten ist der Gastronomiebetrieb nach Renovierungsarbeiten wieder geöffnet. Foto: Jakob Kulick

Zur Jahrtausendwende kam Saarfürst in Form des Brauhauses in den Saarwiesen nach Merzig zurück. Zur Hälfte gehörte das Unternehmen nach wie vor zu Karlsberg, die andere hielt Investor Robert Kunz, in dessen Besitz sich unter anderem das Gelände des Merziger Yachthafens befindet. Im vergangenen Jahr erwarb Kunz auch die andere Saarfürst-Hälfte und ist somit alleiniger Besitzer des Brauhauses

Dieses produziert auschließlich Bier für die Bewirtung der eigenen Gäste – bis jetzt. Im November will Frommholz gemeinsam mit seinem Braumeister Peter Pagel zu einer Fachmesse in Nürnberg fahren, um sich Anlagen zur Flaschenabfüllung anzuschauen. Denn am liebsten würden beide ihren Gerstensaft auch außerhalb des eigenen Lokals vertreiben, zum Beispiel in Supermärkten der Region. Wer das Bier zu Hause verkosten will, muss sich bisher mit den ein und zwei Liter fassenden „Siphons“ aus Glas begnügen, die es nur vor Ort zu kaufen gibt.

„Die Nachfrage ist da“, versichert Frommholz. Viele Kunden fragten, warum es das Bier nicht auch im Laden zu kaufen gebe. „Vielleicht kommt es nächstes Jahr, vielleicht in zwei Jahren.“ Ganz sicher sei das Vorhaben jedoch noch nicht, erklärt Frommholz. Sollte es soweit kommen, müsste wohl auch die Produktion von derzeit 800 bis 900 Hektolitern im Jahr erhöht werden.

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