Gründung im Jahr 1921 Vor 100 Jahren wurde aus der Pflicht- eine freiwillige Feuerwehr

Merchingen · Dank einer guten Archiv-Arbeit, die der frühere Wehrführer, Amts- und Stadtwehrführer sowie spätere Stadtehrenwehrführer der Stadt Merzig, Hauptbrandmeister Hans Körner aus Merchingen, neben seinem engagierten Feuerwehrdienst geleistet hat und die nach seinem Tode im Jahre 2012 von seinem Sohn Franz-Josef fortgeführt wird, kann sich der Löschbezirk Merchingen glücklich schätzen, auf diese zurückgreifen zu können.

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Merchingen in Merzig
Foto: Archiv Körner/Archiv Körner/Repro: nb

Die Chronik ist ab 19. November 1878 bis 31. Dezember 1906 der früheste Nachweis eines Brandcorps für die Gemeinde Merchingen.

Mit Inkrafttreten der Feuerpolizeiordnung für die Rheinprovinz vom 1. Januar 1907 entfiel das Brandcorps und wurde die durch nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen einzurichtenden Pflichtfeuerwehr abgelöst. Bis zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Merchingen am 12. Mai 1921 existierte diese Pflichtfeuerwehr. Ihr erster Brandmeister war Jakob Jung, der letzte Brandmeister Jakob Stein. Nachdem schon 1903 erste Ansätze zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr Merchingen durch die damalige Presse angestoßen wurden, ergaben sich zwei konträre Lager in der Gemeinde, die einen bejahten eine Freiwillige Feuerwehr, waren aber in der Minderzahl, die Überzahl bezeichnete eine solche als Freizeitfeuerwehr, die man nicht gebrauchen könnte, da das Brandcorps völlig ausreichen würde. Somit wurde dies ad absurdum geführt.

Im Jahre 1921, also zur Saargebietszeit, wurde durch die Saarregierung der allgemeine Brand- und Feuerschutz im Landes stark bemängelt und darauf abgezielt darin nachzubessern. Die Landräte wurde angehalten das Feuerwehrwesen zu forcieren. Gleichzeitig entstand 1921 der Kreisfeuerwehrverband Kreis Merzig unter Führung des jungen Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Merzig und ersten Kreisbrandmeisters und Vorsitzenden des neu gegründeten Kreisfeuerwehrverbandes, Carl Bergmann. Unter dessen Führung und im Einvernehmung und mit der Unterstützung des Landratsamtes Merzig nahmen die Gründungen von Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Merzig stark zu. So wurden in der Gemeinde Merchingen Nikolaus Bies und Johann Körner mit der Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr Merchingen beauftragt. Es gelang ihnen dafür 57 Männer zu begeistern, die teils aus der sich auflösenden Pflichtfeuerwehr in die zu gründende Freiwillige Feuerwehr übertraten. Weitere Interessenten konnten aus der übrigen Bevölkerung gewonnen werden.

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Merchingen in Merzig
Foto: Archiv Körner/Archiv Körner/Repro: Norbert Becker

Am 12. Mai 1921 traten diese Männer der Freiwilligen Feuerwehr ihres Heimdorfes bei. In einer konstituierenden Hauptversammlung am 11. Oktober 1925 wurde durch den geschäftsführenden Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Merchingen: Erster Brandmeister Nikolaus Bies, stellvertretender Brandmeister Johann Körner und Schriftführer Mathias Austgen, die Satzung, auch Grundgesetz für die anerkannte Freiwillige Feuerwehr Merchingen genannt, unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt. Deren Genehmigung erfolgte am 29. Oktober 1925 durch den Bürgermeister des Amtes Merzig-Land, Rüther, und am 3. November durch Landrat Rudolf Klein. Damit war auch die Freiwillige Feuerwehr Merchingen anerkannt.

Am 3. Mai 1931 erfolgte die amtliche Übergabe der ersten Motorspritze, Fabrikat Brandmeisterin der Firma Meyer GmbH in Hagen/Westfalen mit einer Leistung von 22 PS und einer Fördermenge von 600 Liter. Es war die erste Motorspritze im Amtsbezirk Merzig-Land. Die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze T 8 der Herstellerfirma Carl Metz wurde am 9. Juli 1942 realisiert und die ausgemusterte „Brandmeisterin“ an die Feuerwehr Bietzen verkauft. Rund 20 Jahre später wurde die noch heute genutzte Tragkraftspritze 8/8 der Firma Metz gekauft.

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Merchingen in Merzig
Foto: Archiv KÖrner/Archiv Körner/Repro: nb

Am 17. September 1943 erfolgte die Zuteilung eines Löschgruppenfahrzeuges durch den Abschnittsinspekteur der Freiwilligen Feuerwehr für die Westmark. Das Fahrzeug war für die Löscharbeiten infolge der Bombenabwürfe der Alliierten während des Zweiten Weltkrieges auf Saarbrücken und Kaiserslautern in ständigem Einsatz. Es ging aber während des Krieges verschüttet. Ihm folgte am 18. Oktober 1970 die Indienststellung eines selbst umgebauten Bundeswehr-Fahrzeuges Marke Borgward als Löschgruppenfahrzeug mit angehängtem offenen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Die notwendige Anschaffung eines neuen Gruppenlöschfahrzeuges Marke DB wurde am 25. Oktober 1981 vollzogen. Für dieses folgte 31 Jahre später als Ersatzbeschaffung ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF W) das am 26. August 2012 offiziell seinen Dienst aufnahm und auf seinen kurz zuvor verstorbenen Paten „Hans“ (Körner) getauft wurde.

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