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Besseringen
Familienbetrieb startet in eine neue Ära

Generationenwechsel im Blumenhaus in Besseringen (von links): Günther Schuster, Sigrid Schuster und Schwiegersohn Stefan Schuster, der das traditionsreiche Geschäft nun übernimmt.
Generationenwechsel im Blumenhaus in Besseringen (von links): Günther Schuster, Sigrid Schuster und Schwiegersohn Stefan Schuster, der das traditionsreiche Geschäft nun übernimmt. FOTO: Tina Leistenschneider
Besseringen. Nach 41 Jahren übergeben Günther und Sigrid Schuster ihr Blumengeschäft an Schwiegersohn Stefan Schuster.

„Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat“, sagte einst Johann Wolfgang von Goethe. Diese Liebe gaben Günther und Sigrid Schuster 41 Jahre lang in ihrem Blumengeschäft in Besseringen an ihre Kunden weiter.


Nun beginnt dort eine neue Ära: In Zukunft kümmert sich Schwiegersohn Stefan Schuster darum, dass das Traditionsgeschäft weiterhin blüht und gedeiht. Zum Generationswechsel versammelten sich vergangene Woche Freunde, Bekannte und Kunden zum feierlichen Einstand des neuen Inhabers und konnten die frisch renovierte Inneneinrichtung begutachten. In bunten Farben schmücken diverse Topf-, Zier-, und Zimmerpflanzen die Schaufenster des Blumengeschäfts. Wie wichtig es ist, in einem Familienbetrieb gemeinsam an einem Strang zu ziehen, und welch großes Loch das Traditionsgeschäft bei einem Wegfall hinterlassen würde, betonten dabei Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich.

Schon früher half Stefan Schuster im Blumengeschäft aus und entschied sich 2005, seinen Job als Rettungsassistent an den Nagel zu hängen und eine Ausbildung als Florist bei Günther und Sigrid Schuster zu beginnen. Nach seiner dreijährigen Ausbildung zog er mit seiner Frau nach Köln und Düsseldorf, wo er die floristische Gestaltung von besonderen Events der Unesco, für RTL, WDR und die ZDF-Show „Wetten, dass..?“ übernahm. Dieser Schritt verschaffte ihm Möglichkeiten, die es im Saarland nicht gab, sagt er. Ihm sei aber von Beginn an klar gewesen, dass er wieder in seine Heimat zurückkehren wolle. Da seine Schwiegereltern demnächst in den wohlverdienten Ruhestand gehen, zog es ihn vor zwei Jahren zurück, und er entschloss sich dazu, die Tradition weiter erblühen zu lassen.



An seinem Beruf als Florist gefalle ihm besonders die individuelle Gestaltung der Sträuße und die damit verbundene Realisierung der Kundenwünsche hinsichtlich Thema, Farbe oder Anlass, sagt Stefan Schuster. Darüber hinaus mache ihm die jeweilige Gestaltung der Jahreszeiten, wie zum Beispiel die orange-braunen Farben des Herbstes oder die blau-rosafarbenen Töne von Tulpen und Hyazinthen –seinen Lieblingsblumen – im Frühjahr, eine Freude.

Für die Kunden bleibt alles beim Alten. Lediglich die Gärtnerei schließt zum Ende des Jahres. Wie der neue Inhaber jedoch betont, könne man die Pflanzen aber nach wie vor in kleineren Mengen besorgen. Der Betrieb bemühe sich zudem darum, in der Umgebung Präsenz zu zeigen und nimmt an Veranstaltungen wie dem Markt der Köstlichkeiten in Merzig oder dem „Lonely Bouquet“ Day teil, an dem kostenlose Blumensträußchen zum Mitnehmen verteilt werden. Es sei wichtig, auf die Kunden zuzugehen, sagt Stefan Schuster, der sich auf die vor ihm liegenden Herausforderungen freut.

(leis)