Gelungene Premiere für den Parkrun in Merzig.

Laufen : Der gemeinsame Frühsport kommt gut an

Premiere des Parkruns in Merzig sorgt für Begeisterung. Organisatorin Kraus möchte die Veranstaltung weiter ausbauen.

Kurz nach dem Aufstehen begleitete Lena Kraus noch ein mulmiges Gefühl: „Als ich den Schnee-Regen am Morgen gesehen habe, dachte ich erst: Ob das wohl was wird?“, verrät die 27-jährige Brotdorferin. Ihre Sorgen waren letztlich unbegründet, denn der erste „Parkrun“ auf saarländischem Boden, der am vergangenen Samstag um 9 Uhr auf ihre Initiative im Merziger Stadtpark stattfand, wurde ein Erfolg. 60 Personen fanden sich ein, um die Fünf-Kilometer-Distanz in Angriff zu nehmen – mal schneller, mal weniger flott, ob laufend oder mit Walking-Stöcken.

„Parkrun gibt es mittlerweile in über 20 Ländern. Ursprünglich kommt es aus England. Da gibt es das wirklich in jedem Ort“, berichtet Kraus, die studienbedingt und durch ihre Leidenschaft zum Kanu-Marathon öfters auf der Insel weilt. Dort fand 2004 in London der erste Parkrun statt, woraufhin sich die Veranstaltung über das ganze Land ausbreitete und inzwischen auf über 550 Austragungsstandorte in England kommt.

 In Deutschland ist Merzig die zwölfte Station – geht es nach Kraus, sollen viele weitere folgen. „Ich hoffe, dass das Ganze weiter wächst. Wunschgemäß soll es jeden Samstag weitergehen. Es soll eigentlich so sein, dass sich die Parkruns flächendeckend ausdehnen und für die Leute ein Start mit wenig Aufwand verbunden ist“, sagt Kraus, die davon schwärmt, wie positiv sich der Lauf nicht zuletzt auf die Gemeinschaft auswirkt. Das wird nach der Premiere bei der gemeinsamen Einkehr in einem Merziger Bistro offensichtlich. Gut gelaunt genießen die Teilnehmer ihre Erfrischung nach dem morgendlichen Sportpensum, philosophieren übers Laufen, Gott und die Welt.

„60 Teilnehmer für die Premiere sind super“, sagt Kraus, die bei der Umsetzung des Laufs auf Unterstützung der LG Reimsbach-Oppen und ihrer ehemaligen Schule, dem Peter-Wust-Gymnasium, zählen durfte.

 Auch die Starter äußern sich durchweg positiv: „Ganz super und ganz toll organisiert, ein unkompliziertes Konzept, einfach klasse“, zeigt sich Ruth Brust, die mit ihrem Mann Peter aus Wadrill angereist ist, begeistert. Madeleine Theis aus Oberleuken blickte ebenfalls mit Wohlwollen auf ihren ersten Parkrun: „Ich fand’s gut. Gut organisiert, eine schöne Strecke – ich würde auf jeden Fall wieder mitmachen“, sagt die 16-Jährige, die als schnellste Läuferin in 23:32 Minuten ankam und damit Gesamtzweite hinter Oliver Graus (21:15) wurde. Auch Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld zeigte sich angetan und lobte das Engagement der Organisatorin. Die hofft nun, dass die Veranstaltung in der Region Nachahmung findet: „Es wäre schön, wenn etwa Saarbrücken nachziehen würde. Wenn sich jemand dafür interessiert, kann er sich gerne melden“, sagt Kraus.

Der Leinpfad-Parkrun findet jeden Samstag um 9 Uhr statt. Infos unter www.parkrun.com.de/leinpfad

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