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Infoversanstaltung
Gegner der Bistumsreform laden zum Infoabend nach Hilbringen

Gegen die Pläne des Bistums Trier, hier der Dom, die gut 800 selbstständigen Kleinpfarreien zu Großpfarreien zu ordnen, regt sich Widerstand.
Gegen die Pläne des Bistums Trier, hier der Dom, die gut 800 selbstständigen Kleinpfarreien zu Großpfarreien zu ordnen, regt sich Widerstand. FOTO: Becker & Bredel
Merzig/Trier. Von Kurt Petry

Die vom Bistum Trier geplante Umsetzung der „Pfarreien der Zukunft“ stößt zunehmend in den jetzigen Pfarreien auf Widerstand. Deshalb hat sich im Dezember 2017 in Wittlich eine Interessengemeinschaft „Kirchengemeinde vor Ort“ gegründet, der sich immer mehr Kirchengemeinden, auch aus dem Saarland, anschließen. Die geplante Pfarreienreform mit Umwandlung von bisher mehr als 800 selbstständigen Pfarrgemeinden zu 35 Großpfarreien findet nicht überall Zustimmung.


Innerhalb der Pfarrgremien und auch in den Pfarrgemeinden selbst besteht eine große Unsicherheit, wie es nach der vom Bistum geplanten Reform vor Ort weitergehen soll. Aufgrund den bisher vorliegenden (Nicht-)Informationen ist die Unsicherheit bei allen Betroffenen groß. Zumal das Bistum, trotz einiger Großinformationsveranstaltungen, viele Fragen, vor allem über die zukünftigen Gremien und  über die Übertragung der Vermögen der Kirchengemeinden auf die Pfarrei der Zukunft, nicht oder nur sehr vage erläutert hat. Deshalb hat die IG Kirchengemeinde vor Ort alle 169 Pfarreiengemeinschaften der 34 Dekanate angeschrieben und um eine Stellungnahme zu den Vermögensfragen der Pfarreien gebeten. In diesem Schreiben wurden auch die Gründe für die Ablehnung des Bistumsvorhabens dargestellt, unter anderem dass es nach der Auflösung der Kirchengemeinde dann keine örtlichen Kirchenräte (Verwaltungsrat, Pfarrgemeinderat, Kirchengemeinderat) mehr gebe, die bisher viele Aufgaben ehrenamtlich in ihren Kirchengemeinden verrichteten, dass nur durch den Fortbestand der Kirchengemeinden gewährleistet ist, dass die lokalen Interessen auch in Zukunft vertreten werden können. Die Zweckbindung des in den Kirchengemeinden über Jahrhunderte eventuell erworbenen Vermögens (auch Stiftungen) könne nach Übergang in die Großpfarrei nicht mehr kontrolliert werden. Dies käme einer faktischen Enteignung gleich.

Es wird befürchtet, dass sich in den Räten die Anzahl von engagierten Ehrenamtlichen drastisch reduzieren wird. Die dann von bezahlten Kräften zu leistenden Aufgaben führten zu extremer Verteuerung oder würden eventuell gar nicht mehr erledigt. 94 Prozent der eingegangenen Rückmeldungen sprachen sich für den Erhalt der bisherigen Kirchengemeinden aus.



Die überwiegende Anzahl der Gläubigen, so hört man aus vielen Pfarreien, ist der Auffassung, dass sich die Amtskirche immer mehr von diesen zurückzieht. Mit den Großpfarreien werde zwar ein Verwaltungsapparat aufgebaut, der sicherlich zu erhöhten Kosten und mehr Bürokratie führen wird, von konkreten Vorschlägen, die eine Verbesserung der Seelsorge und Betreuung durch Personal der Amtskirche vorsehen, höre und sehe man jedoch bisher nicht viel Konkretes.

Um auf alle diese Probleme und bisher ungeklärten Fragen einzugehen, lädt die Initiative Kirchengemeinde vor Ort die Räte der Kirchengemeinden des Saarlandes und des angrenzenden Raumes Saarburg zu einer Informationsveranstaltung ein. Diese ist am Mittwoch, 11. April, um 19 Uhr in die CEB Merzig in Hilbringen, Industriestraße 6-8.

(py)