Fremdsprachenassistentinnen beeindruckt von ihrem Jahr am GaS in Merzig

Merzig : Mathilde und Isabelle sagen Merzig Adieu

Das Gymnasium am Stefansberg hat nicht nur seine Abiturienten verabschiedet, sondern auch zwei Fremdsprachen-Assistentinnen.

119 Abiturienten haben diesen Sommer das Gymnasium am Stefansberg (GaS) in Merzig mit dem Abiturzeugnis in der Tasche verlassen, 34 davon mit einer Eins vor dem Komma. Aber nicht nur für sie hieß es zum Ende des Schuljahres Abschied nehmen vom GaS. Auch für die beiden Fremdsprachenassistentinnen Mathilde Gouver und Isabelle Costigan ging ihr Engagement an der Schule diesen Sommer zu Ende. „Ich habe ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und war im vergangenen Schuljahr als Sprachassistentin für Französisch am Gymnasium am Stefansberg“, erzählt Mathilde Gouver. Die 23-Jährige ist aus Courbevoie in Frankreich ins Saarland gekommen: „Ich wollte hierher, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Wenige Franzosen sprechen gut Deutsch, und ich denke, dass es mir helfen kann, eine Arbeit zu finden.“

Ihr Abitur hat Mathilde längst in der Tasche, hat sogar in ihrer französischen Heimat schon ein Studium absolviert und ihren Master gemacht: „Ich habe ‚Internationale Beziehungen‘ studiert. Da ich aber noch nie im Ausland gelebt habe, wollte ich unbedingt ein Jahr im Ausland verbringen, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen.“ Ihre Kollegin Isabelle Costigan steckt dagegen noch mitten im Studium. Sie studiert Deutsch und Spanisch an der Universität von Southampton. Geboren wurde die 20-jährige Engländerin aber in Crawley und schwärmt von ihrer Heimat: „Die Stadt liegt direkt neben dem Flughafen Gatwick. Ich liebe sie, denn sie ist eine schöne viktorianische Küstenstadt und liegt genau zwischen London und Brighton.“ Für ein Jahr hat Isabelle Costigan Crawley gegen Merzig getauscht und fühlt sich in ihrer neuen Heimat ebenso wohl: „Ich habe mich entschieden, während meines Auslandsjahres als Fremdsprachenassistentin zu arbeiten, weil ich wertvolle Arbeitserfahrungen sammeln und durch die Interaktion mit Schülern und Kollegen mein Deutsch verbessern wollte.“

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, aber nicht nur Isabelles und Mathildes Deutsch hat sich verbessert, auch die Schüler haben von den beiden Sprachassistentinnen enorm profitiert. Und genau das war vor Jobbeginn auch Mathildes Anliegen: „Ich habe mich bewusst für den Erziehungsbereich entschieden, weil ich Lust hatte, den Schülern meine Muttersprache zu vermitteln.“ Neben dem muttersprachlichen Unterricht in Französisch und Englisch konnten die beiden Assistenten den Schülern aber auch viel von der Kultur ihrer Heimat weitergeben. Umgekehrt haben sie auch in Deutschland viel Neues kennengelernt: „Wenn man Wasser bestellt, bekommt man Sprudel statt stilles Wasser“, wundert sich Mathilde noch immer ein bisschen.

Trotzdem ist den beiden Sprachassistentinnen die Umstellung auf die neue Umgebung nicht schwer gefallen. Dazu haben auch die Gastfamilien, bei denen die beiden jungen Frauen untergebracht waren, einen beachtlichen Teil beigetragen. „Meine Familie war sehr nett und hat mit mir viele Aktivitäten gemacht“, schwärmt Mathilde, „daher rate ich Menschen, die interessiert an einem freiwilligen sozialen Jahr im Ausland sind, bei einer Gastfamilie zu wohnen. Das ist perfekt, um die Sprache und die Kultur zu entdecken und einfacher Anschluss zu finden.“ Aber nicht nur in der Gastfamilien, sondern auch am Gymnasium am Stefansberg hat sich Mathilde schon zu Hause gefühlt: „Meine Erfahrungen hier waren wirklich toll, und ich wäre lieber Schülerin am GaS gewesen als in meiner Schule in Frankreich.“ Ähnlich sah es auch Isabelle, die zudem noch das Glück hatte, freitags frei zu haben. Ihre langen Wochenenden hat sie in vollen Zügen genutzt: „Meine Leidenschaft ist das Reisen. Wenn ich nicht reise, fühle ich mich unruhig. Ich war auf dem Oktoberfest in München und habe mir Frankfurt, Heidelberg, Luxemburg, Cochem, Mannheim und Marburg angeschaut, aber natürlich auch die Sehenswürdigkeiten des Saarlandes wie die Saarschleife, Werner Freunds Wolfspark in Merzig und das Schloss in Saarbrücken.“

Nach all den schönen Erfahrungen fällt Isabelle und Mathilde der Abschied aus dem Saarland richtig schwer. Und auch die Schüler und Kollegen des Gymnasiums am Stefansberg bedauern, dass das Jahr mit den beiden Fremdsprachenassistentinnen schon zu Ende ist. „Wir lassen die beiden nur ungern ziehen, denn sie haben unseren Unterricht wirklich bereichert und ein feines Gespür für die Schüler entwickelt“, lobt auch Schulleiter Albert Ehl die beiden und hofft, im nächsten Schuljahr ähnlich engagierte neue Fremdsprachenassistenten begrüßen zu dürfen: „Dass wir mit Muttersprachlern zusammenarbeiten, hat bei uns inzwischen schon Tradition. Ich bin selbst Englischlehrer und habe als Student auch ein Jahr als Fremdsprachenassistent in London gearbeitet. Daher weiß ich, wie wichtig und interessant es für die Schüler ist, mit Menschen aus diesen Ländern in Kontakt zu kommen. Sie profitieren nicht nur im sprachlichen, sondern auch im kulturellen Bereich enorm.“

Isabelle Costigan. Foto: Albert Ehl

Daher werden die Schüler des GaS auch im nächsten Schuljahr mit großer Wahrscheinlichkeit wieder in Genuss, von Muttersprachlern unterrichtet zu werden – auch wenn Mathilde Gouver und Isabelle Costigan sicher nicht so leicht zu ersetzen sind.

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