Kreativworkshop Mit Elefantenstärke gegen den Krebs

Merzig · Die Frauenselbsthilfegruppe Krebs lädt an zwei Tage zu einem Kreativworkshop ein, bei dem das große Tier mit seiner Kraft und seiner Ruhe eine wichtige Rolle spielt. Dabei geht es nicht nur um die Erkrankten, sondern auch um die, die auch in der Begleitung viel leisten müssen.

Bei dem Workshop stehen Elefanten im Mittelpunkt – oder: die eigene Stärke. Denn der Elefant dient hier als symbolisches Krafttier.

Bei dem Workshop stehen Elefanten im Mittelpunkt – oder: die eigene Stärke. Denn der Elefant dient hier als symbolisches Krafttier.

Foto: dpa/Chen Xinbo

Unter dem Motto „Der Elefant – mein Krafttier in schwierigen Lebenslagen“ trifft sich die Frauenselbsthilfegruppe Krebs zu einem besonderen Kreativworkshop. An zwei Tagen, Freitag und Samstag, 4. und 5. August, werden im Mehrgenerationenhaus Merzig Elefanten gemalt, und es wird über ihre Fähigkeiten, ihre Eigenschaften und über ihr Sozialverhalten gesprochen. Im Workshop geht es auch darum, Kräfte zu sammeln.

Was auf den ersten Blick äußerst esoterisch angehaucht erscheint, hat allerdings sehr wohl einen ernsten Hintergrund. Denn: Der Workshop richtet sich explizit an krebskranke Menschen sowie deren Angehörige. Veranstalter ist die Frauenselbsthilfegruppe Krebs, die 1976 gegründet wurde. Hintergrund war seinerzeit die mangelnde oder viel mehr nicht vorhandene psychologische Begleitung im Rahmen einer Krebserkrankung. Ziel war es, nicht die Krankheit, sondern den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Außerdem sollte der Umgang mit der Krankheit Krebs aus der Tabuzone gehoben werden. Heute ist die Frauenselbsthilfegruppe Krebs eine der größten Organisationen in diesem Bereich deutschlandweit. „Trotz der damit einhergehenden Professionalisierung haben wir die Eigenschaften einer klassischen Selbsthilfeorganisation bewahrt: Betroffenheit, Ehrenamt und Laientum“, heißt es in einer Infobroschüre zur Geschichte der Gruppe. Und mit diesen Attributen werden auch Veranstaltungen wie diese in Merzig am 4. und 5. August bestritten.

„An diesem Wochenende werden in dem Kreativworkshop Elefanten gemalt, über ihre Eigenschaften gesprochen und Parallelen zur Frauenselbsthilfegruppe hergestellt“, verrät Herta Wölfl, stellvertretende Gruppenleiterin und Mitorganisatorin. Themen seien dabei auch die Farbauswahl und ihre Bedeutung sowie der Grund ihrer Verwendung. Die Umgebung des Elefanten wird beleuchtet, außerdem wird der Frage nachgegangen, warum sie so aussieht. Der Elefant mit seinem sensiblen Sozialverhalten gelte als Symbol der Stärke und Weisheit. Zudem sei der Elefant schon vorher das Maskottchen der Selbsthilfegruppe gewesen. „Hervorgegangen“, so Wölfl, „ist dieses Maskottchen aus einem Kreuzworträtsel mit den Vornamen der Gruppenmitglieder.“ Die Kontur dieses Kreuzworträtsels ergab seinerzeit einen Elefanten. Daraus entstand dann tatsächlich das Maskottchen, ein großer, buntscheckiger, gehäkelter Elefant namens Elmar.

Der Elefant ist ein majestätisches und kraftvolles Tier, das oft als Seelentier oder Krafttier bezeichnet wird. Das Krafttier Elefant hat in vielen Kulturen und Traditionen eine tiefe spirituelle Bedeutung. In vielen Mythen und Legenden wird der Elefant als Symbol für Stärke, Weisheit und Erfolg betrachtet.

Elefanten leben in Herden und sind sehr soziale Tiere. Sie haben eine starke Bindung zu ihren Familienmitgliedern und zeigen tiefe Trauer, wenn eines stirbt. Sie haben auch ein ausgeprägteres Gedächtnis als Menschen und können sich an Orte und Menschen erinnern, die sie viele Jahre zuvor gesehen haben. Als Krafttier repräsentiert der Elefant die Fähigkeit, Schwierigkeiten und Herausforderungen zu überwinden. Seine Größe und Stärke zeigen, dass man sich nicht von Ängsten und Zweifeln unterkriegen lassen sollte, sondern sich stattdessen auf seine innere Stärke und Weisheit verlassen sollte. Der Elefant erinnert daran, dass man seinen Fähigkeiten vertrauen sollte, um seine Ziele zu erreichen. In spiritueller Hinsicht symbolisiert der Elefant auch die Verbindung zur Erde und die Verbindung zu den Wurzeln der Menschheit. Seine starke Präsenz und seine ruhige Ausstrahlung erinnern daran, sich auf das „Hier und Jetzt“ zu konzentrieren.

Durchgeführt wird das Projekt in Merzig von Daniel Boost, einem Sozialpädagogen, der Lehrgänge zur Krisenintervention absolviert hat und gleichzeitig auch Autor und Künstler mit eigener Kunstgalerie ist. Zur Teilnahme sind nur noch einige wenige Plätze frei. Die Veranstalter weisen aber darauf hin, dass die Bedingungen der Zielgruppe, also eine Krebserkrankung, erfüllt sein müssen.

Mitzubringen sind lediglich Arbeitskleidung und eventuell Einweghandschuhe. Das Seminar dauert am Freitag, 4. August, von 15 bis 18 Uhr, am Samstag, 5. August, von 10 bis 15 Uhr.

Anmeldungen sind unter Zahlung eines Eigenanteils in Höhe von 20 Euro bei Gruppenleiterin Kathrin Ebert (E-Mail: Ebert-kathrin-fsh@t-online.de) oder ihrer Vertreterin Herta Wölfl (E-Mail: herta-woelfl-fsh@gmx.de) möglich. Beide Damen sind auch Ansprechpartnerinnen bei Fragen. Informationen gibt es auch im Internet unter www.frauenselbsthilfe.de.

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