Merzig: Fischereiverband hilft bei Weihersanierung

Merzig : Fischereiverband hilft bei Weihersanierung

Die Stadt Merzig will den Blättelbornweiher mit Unterstützung des Fischereiverbandes von dem Schlamm befreien, der das ökologische Gleichgewicht in dem Gewässer gefährdet. Das war im Stadtrat zu erfahren.

Der Stadtrat hat einen Antrag des Fraktionsbündnisses aus Grünen und Freien Wählern abgelehnt, in dem gefordert wird, für die Renaturierung des Blättelbornweihers umgehend 200 000 Euro um städtischen Haushalt bereit zu stellen und die Sanierung des Weihers noch in diesem Jahr umzusetzen. Nur die Vertreter des Fraktionsbündnisses selber stimmten für ihren Antrag, bei vier Enthaltungen lehnte die Mehrheit im Rat ihn ab.

In seinem Antrag hatte Klaus Borger, der Sprecher des Fraktionsbündnisses, den Vorstoß damit begründet, dass sich der Weiher in einem ökologisch schlechten Zustand befindet und durch zunehmende Verschlammung und deren Konsequenzen (Sauerstoffmangel und Zunahme von Gärgasen) sogar die Tierwelt im Gewässer in ihrem Bestand gefährdet sei. Ein Artikel in der SZ hatte im Februar die Debatte um den Zustand des Blättelbornweihers in Gang gebracht. Die Verwaltung wird in dem Antrag aufgefordert, die Entschlammung „bis zur natürlichen Gewässersohle (circa vier Meter)“ für den kommenden Spätherbst vorzubereiten und zu beauftragen. Für die Ausbaggerung des Weihers solle ein Betrag von 200 000 Euro zweckgebunden im Haushalt bereit gestellt werden. Auch solle die Stadt bis zum Frühjahr 2019 eine Planung zur Optimierung des Gewässerumfeldes und zur Erneuerung der Erholungsinfrastruktur erarbeiten und den städtischen Gremien vorlegen (siehe Infokasten). Denn auch das Umfeld des Blättelbornweihers „ruft nach Pflege und Erholung“, wie es Borger formulierte.

Aus Sicht der Verwaltung und auch der Mehrheit des Rates besteht indes kein Anlass, dem Antrag Folge zu leisten, „da alle vorgebrachten Punkte entweder ausgeräumt worden sind oder eine entsprechende Bearbeitung bereits auf den Weg gebracht wurden“, so schreibt es die Verwaltung in ihrer Beschlussempfehlung an den Rat.

Nach Darstellung der Verwaltung hatte der Umweltausschuss des Stadtrates sich Ende März grundsätzlich mit der Thematik befasst, im Anschluss an diese Beratung habe es dann ein Treffen des ersten Beigeordneten und Baudezernenten Dieter Ernst mit Andreas Schneiderlöchner, dem Präsidenten des Fischereiverbandes Saar, gegeben. Bei diesem Treffen sei über eine mögliche Unterstützung des Verbandes bei der Renaturierung des Weihers gesprochen worden. So verfüge der Verband über einen Schwimmbagger, der zur Entfernung des Schlammes aus dem Gewässer benutzt werden könne. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2008 habe für den Blättelbornweiher eine Sedimentdicke zwischen einigen Zentimetern bis hin zu zwei Metern ergeben, „wobei davon auszugehen ist, dass diese Dicke wohl mittlerweile etwas zugenommen hat“. Auf der Basis dieser Untersuchung sei mit rund 4500 Kubikmetern Schlammassen zu rechnen, die aus dem Weiher gebaggert werden müssten. Der Schlamm solle nach dem Aushub zunächst auf Heu unmittelbar neben dem Weiher getrocknet werden, damit Kleinstlebewesen die Möglichkeit haben, ins Wasser zurückzukehren. Erst nach einer gewissen Lagerungszeit solle der Schlamm dann endgültig abtransportiert werden.

Nach Angaben von Fischereiverbands-Präsident Schneiderlöchner könne mit dem Schwimmbagger seines Verbandes bis zu einer Tiefe von 2,30 Metern abgegraben werden. Die Verwaltung hält fest: „Lediglich zehn Prozent des Blättelbornweihers sind tiefer als 2,30 Meter.“ Die von Klaus Borger in seinem Antrag genannte Tiefe von vier Metern sei nicht zutreffend, nach Einschätzung von Experten habe der Weiher eine maximale natürlich Tiefe von 2,70 Metern. Auch wenn der Schwimmbagger des Fischereiverbandes an den tiefsten Stellen den Schlamm nicht ganz abtragen könne, stelle dies aus Sicht des Biologen des Fischereiverbandes kein Problem dar, „da man hier ohnehin eine circa zehn bis 15 Zentimeter dicke Schlammschicht als gesunde Schlammauflage belassen sollte“. Für das reine Abgraben des Schlammes entstehen nach Schätzungen des Fischereiverbandes Kosten von rund 35 000 Euro.

Zwar sei der Gewässerzustand problematisch, aber nicht prekär, betont die Verwaltung: „Seitens der Experten wird keine akute Gefahr gesehen, dass das Gewässer kippen könnte.“ Seit Einbau einer Pumpe durch die Stadt habe man die Problematik soweit im Griff. Zwar habe sich die anfangs eingesetzte Pumpe wiederholt zugesetzt. Aber der Angelsportverein Merzig, der den Weiher gepachtet hat und sich um dessen Unterhaltung kümmert, habe diese gegen ein technisch besseres Modell mit einem Schaufelrad ersetzt – was sich positiv ausgewirkt hätte: „Der positive Nebeneffekt ist hierbei sogar, dass durch den Einsatz dieser Pumpe der Schlamm im unmittelbaren Umfeld aufgrund des hohen Sauerstoffeintrags abgebaut wird und sich die Wassertiefe hier von 80 Zentimetern auf mittlerweile einen Meter bis zu 1,20 Meter vergrößert habe.“ Allerdings, das räumt die Verwaltung ein, müsse die Pumpe in der warmen Jahreszeit permanent in Betrieb sein, damit der Zustand des Weihers stabil bleibe.

Blaettelbornweiher Merzig. Foto: Rolf Ruppenthal/ 12. Juni 2018. Foto: Ruppenthal

Der erste Beigeordnete der Stadt, Dieter Ernst, vertrat in der Ratssitzung die Auffassung, dass aus Sicht der Verwaltung auf Grund der bislang erfolgten Schritte der Antrag des Fraktionsbündnisses obsolet sei. Er sagte zudem zu: „Wir werden uns bemühen, das Problem so schnell wie möglich zu lösen.“ Manfred Klein (SPD) hielt fest: „Ökologisch gesehen besteht für den Weiher keine akute Gefahr.“ Trotz der Ablehnung seines Antrags forderte Grünen-Vertreter Borger erneut die Verwaltung auf, das Problem der Verschlammung noch in diesem Jahr anzugehen und zu beheben.