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Merzig
Kulturlandschaft mit alten Apfelsorten

Freude über die Unterstützung durch das Umweltministerium für den Nabu-Apfelgarten herrscht bei (von links) Jörg Conrath (Nabu Merzig), Bürgermeister Marcus Hoffeld, Manfred Klein, Martin Thiery, Heike Prangenberg (alle Nabu Merzig), Minister Reinhold Jost, Christoph Leick und Rudi Reiter (Nabu Saarland).
Freude über die Unterstützung durch das Umweltministerium für den Nabu-Apfelgarten herrscht bei (von links) Jörg Conrath (Nabu Merzig), Bürgermeister Marcus Hoffeld, Manfred Klein, Martin Thiery, Heike Prangenberg (alle Nabu Merzig), Minister Reinhold Jost, Christoph Leick und Rudi Reiter (Nabu Saarland). FOTO: Martin Thiery / Christoph Leick
Merzig. Das saarländische Umweltministerium unterstützt das Nabu-Projekt eines Apfelsortengartens mit 20 000 Euro.

„Das hat uns gerade noch gefehlt!“, freut sich Martin Thiery, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Merzig, über die Finanzspritze für die Umsetzung des Apfelsortengarten-Projektes, die Minister Reinhold Jost vor kurzem anlässlich des Tages der offenen Tür bei der Baumschule Leick in Merzig dem Verein überreichte.


Die 20 000 Euro aus Toto-Mitteln, die in den kommenden vier Jahren für die Projektarbeit im Merziger Nabu-Apfelsortengarten zur Verfügung stehen, seien für die Instandhaltung der Anlage, die Anschaffung von Werkzeugen und kleinen Obstpressen, die Herstellung von Info-Flyern und für Projekte in der Öffentlichkeitsarbeit im Apfelsortengarten „bestens angelegt“, sagte der Minister, der sich es nicht nehmen ließ, die freudige Botschaft dem Verein persönlich am Nabu-Infostand beim Tag der offenen Tür der Baumschule zu überbringen.

Die Idee des Apfelsortengartens in Merzig begeisterte Jost schon bei seinem ersten Besuch vor Ort anlässlich des jährlichen Treffens des Runden Tisches „Streuobst“ vor drei Jahren. Dort erläuterten die Natur- und Apfelschützer des Nabu den Mitgliedern der landesweiten Arbeitsgruppe, zu denen sich an diesem Termin auch Bürgermeister Marcus Hoffeld hinzugesellt hatte, die Idee hinter dem Projekt. „Wir haben im Laufe der letzten 18 Jahre über 100 alte und regionale Sorten hier am Nackberg angepflanzt und gepflegt“, erklärte Markus Austgen, stellvertretender Vorsitzender und zusammen mit Gerd Winter Initiator der Anlage. „Jetzt wollen wir, dass auch die Bevölkerung etwas davon hat.“ Hierzu wurde von der Ortsgruppe ein Konzept entwickelt, das sowohl die Kindergärten und Schulen, als auch die im Obstbau engagierten Vereine und Organisationen einbindet. „Mit den Fördermitteln können wir endlich unsere Sortenbeschilderung der Bäume fertigstellen. Wir werden Exkursionen von A wie Apfelsortenkunde bis Z wie Zubereitung von Speisen, Kuchen, Marmeladen und Chutneys anbieten können“, ergänzt Nabu-Vorstandsfrau Heike Prangenberg, die sich speziell der Umsetzung dieser Themen angenommen hat.



„Für die Kreisstadt Merzig hat dieses Projekt einen besonderen Stellenwert“, stellte Bürgermeister Hoffeld bei der Übergabe der Fördermittel dar, denn gerade in der „Äppelkischd des Saarlandes“ sollte jedes Kind auch einen Bezug zu dieser besonderen Kulturlandschaft und seinen Produkten entwickeln können. Aus diesem Grund sagte Hoffeld seine Unterstützung des Projektes als außerschulischer Lern- und Lehrort für die städtischen Kindergärten und Schulen zu.

„Besonders freut es uns“, erklärte Vorsitzender Thiery, „dass wir diese Finanzspritze hier in der Baumschule Leick in Empfang nehmen können, da wir mit diesem Betrieb sehr gut zusammen arbeiten und immer wieder eine Plattform für unseren Verein finden. Sei es am Tag der offenen Tür oder an den speziellen Apfeltagen bei der Baumschule Leick.“ So erging auch ein besonderer Dank an Geschäftsführer Christoph Leick und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen „Apfel und Streuobstwiesen“. „Kein Wunder“, meinte Leick, „wir sind ja auch als Betrieb Nabu-Mitglied und haben außerdem auch einige Nabu-Aktivistinnen in unserer Belegschaft!“

Der Nabu-Apfelsortengarten am Nackberg bei Fitten
Der Nabu-Apfelsortengarten am Nackberg bei Fitten FOTO: Martin Thiery
In der Anlage am Nackberg gedeihen alte, selten gewordene Apfelsorten wie der „Duddeljung‘“.
In der Anlage am Nackberg gedeihen alte, selten gewordene Apfelsorten wie der „Duddeljung‘“. FOTO: Martin Thiery