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Finale von Jugend debattiert der Sekundarstufe eins in Merzig

Finale bei Jugend debattiert in Merzig : Energiewende beschäftigt die Diskutanten

Kurz bevor die Schulen ihre Pforten schließen mussten, wurde in Merzig noch die Regionalrunde von „Jugend debattiert“ ausgetragen.

Dürfen Windkrafträder näher als 1000 Meter an Wohngebieten gebaut werden? Dieser Frage widmeten sich die vier Finalistinnen der Regionalrunde von „Jugend debattiert“. Dabei reichten die Argumente der etwa 20-minütigen Debatte von Gesundheit über Wirtschaft bis hin zu Naturschutz. In Zweier-Teams traten sie gegeneinander an und versuchten, besonnen und wissenschaftlich fundiert die besten Argumente preiszugeben, um die Gegenseite zu übertrumpfen.

Die Leistungen der jeweiligen Teilnehmerinnen wurde nach den vier Kategorien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft von den Juroren bewertet. Die Debatte gliedert sich dabei in drei Teile: die Eröffnungsrunde, in der unter anderem das Thema und die grundsätzliche Position vorgestellt werden, die freie Aussprache, in der die jeweiligen Argumente präsentiert werden und versucht wird, die Argumente der Gegenseite zu entkräften, und die Schlussrunde. Dabei gibt es für jede Runde zeitliche Vorgaben, nach denen sich die Teilnehmer richten müssen.

Die Schülerinnen der Sekundarstufe eins der Schulen im Landkreis Merzig-Wadern, die am Gymnasium am Stefansberg (GAS) gegeneinander antraten, blieben dabei sachlich und zugleich vertraten sie ihre jeweiligen Positionen mit Leidenschaft. In ihrem ersten Argument zum Beispiel begann Alina Schreiber, Schülerin des Peter-Wust-Gymnasiums (PWG) in Merzig, mit einem szenischen Einstieg: „Ich habe Kopfschmerzen. So meldet sich ein Arbeiter bei seinem Arbeitgeber krank.“ Hierbei leitet die Schülerin der neunten Klasse zu einem der Kritikpunkte an der Windkraft, nämlich den möglichen gesundheitlichen Risiken durch Infraschall. Als die gesundheitliche Debatte nach einigen Minuten anfing, sich langsam im Kreis zu drehen, ergriff Mira Schäfer vom Hochwald Gymnasium (HWG) in Wadern die Gelegenheit und brachte mit den wirtschaftlichen Faktoren der Windkraftenergie, eine neue Dimension in die Debatte.

Zum Schluss stellten die vier Schülerinnen ihre Hauptargumente noch einmal vor. Es ging bei der pro Seite vor allem um die Vorteile von regionalem Strom und den besseren wirtschaftlichen Faktoren, während die Gegenseite mit einer bessern Lebensqualität, einer Verbesserung der Gesundheit und der Option, Strom unter Umständen von Drittstaaten zukaufen zu können.

Doch nicht nur das bessere Argument bewegte die Schüler zur Teilnahme an den Debatten. „Wir haben das Debattieren im Unterricht behandelt. Und wir konnten das als Alternative zu einer Arbeit belegen“, sagte Maya Leidinger, Schülerin der neunten Klasse am HWG. „Ich finde es toll, dass wir aktuelle Themen behandeln und auch, dass wir über den Austausch zwischen den einzelnen Schulen neue Leute kennenlernen“, ergänzte Alina Schreiber vom PWG. „Besonders gut an ‚Jugend debattiert’ finde ich, dass wir lernen, unsere Meinung fundiert durchzusetzen und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen“, sagte Mira Schäfer vom HWG. Die Finalistinnen hatten zum Teil auch schon im Vorjahr mitdebattiert. „Ich war letztes Jahr auch schon im Regionalfinale“, sagte Magalie Meyer vom GAS. „Dabei hat mir besonders das Kennenlernen der anderen Schülerinnen und Schüler gefallen“, ergänzte sie.

Die beiden Finalistinnen, die nach Saarbrücken für den Regionalverbund West dürfen sind, Maya Leidinger und Mira Schäfer vom Hochwaldgymnasium in Wadern. Doch bevor sie am Landesfinale teilnehmen, haben sie die Möglichkeit, den Rhetorik-Workshop von Reiner Veeck, Landesbeauftragter von „Jugend debattiert“ und Mitarbeiter am Landesinstitut für Pädagogik und Medien, zu besuchen.

Bei „Jugend debattiert“ haben Schüler die Möglichkeit, zunächst auf regionaler Ebene gegeneinander sich in verschiedenen Debatten zu messen. Im Saarland gibt es hierzu vier Regionalverbände, den in West, wozu der Landkreis Merzig-Wadern zählt, der Regionalverband Ost, Nord sowie der Stadtverband. Dabei kommen jeweils vier Finalisten nach Saarbrücken, zwei der Sekundarstufe eins und zwei der Sekundarstufe zwei.

Die jeweiligen Finalisten der Regionalrunden treffen dann im Finale in Saarbrücken aufeinander. Wann genau dieses stattfinden wird, ist jedoch aufgrund der derzeitigen Lage um das Coronavirus noch unklar.

Das diesjährige Regionalfinale wurde zum letzten Mal vom Regionalverbandskoordinator Wolfgang Lorenz organisiert und betreut. Der Pensionär hatte die Aufgabe noch ein letztes Mal wahrgenommen, weil seine Nachfolge noch nicht geklärt war. Unterstützt wurde er dabei von Svenja Wagner, Lehrerin am GAS: Im nächsten Jahr übernimmt Stephanie Seckelmann, ebenfalls Lehrerin am GAS, die Nachfolge von Wolfgang Lorenz.