Filigrane Schwergewichte

Schwergewichtiges war am Wochenende in der Merziger Fellenbergmühle zu sehen. Dort stellte die Schwerlastgruppe Saar ihre Modelle aus. Zahlreiche Situationen, die in der realen Welt zu sehen sind, wurden nachgestellt, in einer Präzision, die sehr viel handwerkliches Geschick erfordert. Ihren Sitz hat die Gruppe in Elversberg. Dort treffen sich die Schwertransport- und Modellbau-Fans regelmäßig.

Ganz nah an der Realität war die Modellausstellung der Schwerlastgruppe Saar, die am Wochenende in der Fellenbergmühle besichtigt werden konnte. Die Welt des Schwerlastverkehrs, die dort von den Mitgliedern geschaffen wurde, kommt der realen schon sehr nahe. Kräne, Schwerlastzüge, Transporter oder Schiffe waren ebenso zu sehen wie die Situationen, in denen sie eingesetzt waren. So war etwa der Lastzug nachgestellt, der die Rotorblätter für den Windpark auf dem Kewelsberg bei Tünsdorf transportiert hat.

Die Liebe zum Detail macht die Modelle erst so anschaulich. Darauf sind die Erbauer zu Recht stolz. Filigrane Technik und viel Zeit sind notwendig, um eine Ausstellung auf so hohem Niveau zu stemmen.

Einer der Erbauer ist Horst Kühnen. Der tägliche Zeitaufwand betrage bis zu zwei Stunden, wenn Modelle gefertigt werden. "Uns fasziniert diese Arbeit, und diese Faszination wollen wir mit vielen Menschen teilen", sagte Kühnen. Er zeigte einen Schwertransport, der die Rotorblätter für die Windkraftanlage in Merchingen transportierte. Dokumentiert mit Fotos, die den Ablauf in den jeweiligen Transportabschnitten nachvollziehbar machten.

"Die Fellenbergmühle liegt mir besonders am Herzen. Sie ist ein toller Ausstellungsort", schwärmt Kühnen. Insbesondere für diese Art von Ausstellung gebe es kaum einen besseren Raum als diesen. Denn die feinmechanische Geschichte der Mühle habe viel mit dem zu tun, was hier ausgestellt werde. Die Fähigkeit, feinmechanisch zu arbeiten, sei unabdingbar für den Bau dieser Modelle. Fast alle Mitglieder der Schwerlastgruppe hätten einen handwerklichen Hintergrund. Dies sehe man an der Qualität der Modelle. Aber es gehört noch etwas anderes dazu. Zum Beispiel einen guten Kontakt zur Polizei . Ein Mitglied sei Polizist und er ermögliche es immer wieder, dass man nahe an den Schwerlasttransport herankomme. So könnten Fotos gemacht und gefilmt werden.

Einige dieser Filme konnten am Wochenende im Nebenzimmer der Ausstellung angesehen werden. Dort stand Norbert Neuschwander aus Saarbrücken am Vorführgerät und erläuterte die Filmsequenzen. Er drehte die Filme selbst und bearbeitete sie am Computer. "Ich habe schon viele Transporte gefilmt und bin von jedem einzelnen fasziniert", schwärmt Neuschwander. Es seien aber nur bedeutende Schwertransporte, die gefilmt oder fotografiert würden. Denn nur die wären für den Betrachter interessant. Stolz ist die Gruppe darauf, dass ihre Filme in der ganzen Republik nachgefragt würden. Ein Zeichen für die gute Arbeit, die geleistet werde.

Das sagte auch der städtische Beigeordnete Dieter Ernst in seiner Eröffnungsrede. "Ich bin begeistert von dem, was hier ausgestellt ist", sagte Ernst. Ein wenig fühle er sich in seine Kindheit versetzt, als er mit seinem Märklinkasten seine Modelle gebaut habe. Und der starke Besuch zeige das Interesse am Modellbau . "Es ist ein toller Eindruck, wie hier die Wirklichkeit nachgebildet wird", lobte Ernst. Und das, was hier gemacht werde, gehe über ein Hobby hinaus. Vielmehr sei es eine Lebensaufgabe.

Die Filme sind bei der Schwerlastgruppe zu erhalten: E.Mail h.porr@t-online.de.