Fibromyalgie-Kongress in Merzig wirft Blick auf "unsichtbare Krankheit"

Fibromyalgie-Kongress in Merzig : Ein Blick auf eine „unsichtbare“ Krankheit

Beim saarländischen Fibromyalgie-Kongress in Merzig drehte sich am Samstag alles um die unheilbare Krankheit und ihre Folgen.

Autokennzeichen aus der ganzen Republik signalisierten auf dem Parkplatz der Stadthalle in Merzig eine Veranstaltung mit überregionalem Charakter. So durfte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann am Samstagmorgen bei ihrer Begrüßung zum Fibromyalgie-Kongress in der Stadthalle als Schirmherrin mit Fug und Recht darauf verweisen, dass es sich dabei um eine Art Bundeskonferenz zu einem schwierigen Thema handelte.

Fibromyalgie sei eine unheilbare Krankheit, die zwar weit verbreitet, aber oft nur schwer zu diagnostizieren sei. Sie quäle die Patienten mit chronischen Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen, mit Schlafstörungen sowie einer starken Erschöpfung. Ziel des Fibromyalgie-Kongresses Saarland sei es daher, für diese Krankheit zu sensibilisieren und Lösungsansätze vorzustellen. Den Kongress veranstalteten in Zusammenarbeit das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, das Fibromyalgie-Netzwerk Saar sowie die AOK.

Organisiert hatte das alles Cornelia Schmidt, die als Fibromyalgie-Patientin am eigenen Leib mit den Symptomen dieser Krankheit und der weitgehenden Hilfslosigkeit der behandelnden Ärzte zu kämpfen hat. Mancher Betroffene im ausgebuchten Saal nickte bei ihrer Feststellung zustimmend mit dem Kopf, „dass man als Fibromyalgie-Patient immer wieder zu der Überzeugung gelangt, ich bilde mir das nur ein“.

In ihrer Begrüßung schilderte sie eindringlich ihre eigenen Schmerzen und die für die um Hilfe gebetenen Ärzte bis heute fast unlösbare Aufgabe, diese nach wie vor unheilbare Krankheit zu diagnostizieren. Umso wichtiger seien umfassende Informationen, die zu beschaffen, dieser Kongress helfen sollte. Inzwischen gebe es zum Glück hilfreiche Selbsthilfegruppen fast überall in Deutschland, deren Vertreter sie in Merzig herzlich willkommen hieß.

Die Gesundheitsministerin ließ in ihrem Redebeitrag keinen Zweifel daran, dass sie die Verzweiflung der Fibromyalgie-Patienten angesichts deren Schmerzen und der bislang erfolglosen Suche nach Heilung bestens nachvollziehen kann. Immerhin sei man diesbezüglich im Saarland unter anderem auf dem Winterberg in Saarbrücken gut aufgestellt, wo die entsprechende Forschung vorangetrieben werde. Ausdrücklich betonte Bachmann aber auch das Krankenhaus im nahen Losheim am See, wo man sich ebenfalls gezielt um diese Patienten kümmere.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann eröffnete den Fibromyalgie-Kongress. Auch Bürgermeister Markus Hoffeld und MdL Frank Wagner (rechts) interessierten sich für die Behandlungsmöglichkeiten. Foto: a-n

Nach Auskunft der Gesundheitsministerin geht die Medizin inzwischen davon aus, dass von der Fibromyalgie vor allem Frauen betroffen sind, aber auch Männer hätten mit den daraus resultierenden Symptomen zu kämpfen. Und solange die Medizin noch Grundlagenforschung bei dieser Krankheit betreibe, leisteten die bundesweit existierenden Selbsthilfegruppen für die betroffenen Patienten eine unschätzbare Arbeit. Bachmann betonte: „Dafür kann ich ihnen nicht oft genug Dank sagen.“

Bevor sich das Publikum anschließend den verschiedenen Fachvorträgen widmen konnte, freute sich noch Merzigs Bürgermeister Markus Hoffeld darüber, „dass dieser wichtige Kongress in unserer Stadt stattfinden kann“. Auch die Kreisstadt sei insbesondere mit ihrem Gesundheitscampus und ihren Kliniken gut aufgestellt, um den Fibromyalgie-Patienten bei ihrer bislang unheilbaren Krankheit hilfreich zur Seite stehen zu können. Damit konnte der Kongress seine eigentliche Arbeit aufnehmen.

Marion Al-Qadi von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Saar stellte zum Beispiel die Ergebnisse der Studie „Versorgungssituation Fibromyalgie-Syndrom im Saarland“ vor, die vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben worden war. Während im Saal die Fachvorträge auf großes Interesse stießen, nahmen die zahlreichen Infostände im Erdgeschoss ihre Chance wahr, den vielen Fragestellern in Sachen Fibromyalgie Rede und Antwort zu stehen.

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