| 20:53 Uhr

Merzig
Aus den gewonnenen Einsichten lernen

Unter Atemschutz bekämpften Feuerwehrleute den Brand von der Drehleiter aus.
Unter Atemschutz bekämpften Feuerwehrleute den Brand von der Drehleiter aus. FOTO: Ruppenthal
Merzig. Feuerwehr und Rettungskräfte hatten am Merziger Krankenhaus den Ernstfall geübt. Beim schwierigen Szenario lief nicht alles glatt.

Das war keine einfache Übung: Die Feuerwehr Merzig hat im Merziger Krankenhaus zusammen mit der Belegschaft der SHG-Kliniken sowie dem Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst den Ernstfall geübt – bei laufendem Betrieb. Kein Wunder also, dass manches nicht so klappte wie gewünscht, aber dennoch zeigte sich Übungsleiter Joachim Maxheim mit den gewonnenen Erkenntnissen sehr zufrieden. „Klar, dass es bei einem solchen Übungsansatz Reibungsverluste gibt, ja geben muss. Im großen Ganzen hat die Übung aber eigentlich ganz gut geklappt“, konstatierte der Löschbezirksführer der Merziger Wehr.


Und das war das Übungs-Szenario: Feueralarm im Krankenhaus – gegen 18.30 Uhr kommt es auf der Station C3 in Zimmer 1.108, dem Bereitschaftszimmer der Hebamme, zu einem Brandausbruch. Die Zimmertür ist geschlossen, die Fenster sind geöffnet. Die Rauchmelder im Flur reagieren und lösen Alarm aus. Das Pflegepersonal wird durch die Warnleuchte und die angewählten DECT-Telefone – das sind schnurlose Funktelefon mit digitaler Technik – auf den Brand aufmerksam, zumal im Flur bereits eine leichte Qualm-Entwicklung festzustellen ist. Während das Personal die Räumung der Station einleitet, kommt es zum Vollbrand des Zimmers mit Flammenüberschlag und starker Verrauchung des Flurbereichs und Teilen der zweiten Obergeschosses, in dem sich die beiden internistischen Stationen befinden. Nebelmaschinen sorgen für ein realistisches Szenarium. Danach läuft alles wie geplant ab:

Der Koordinierende Einsatzeiter übernimmt bis zum Eintreffen der Feuerwehr die ersten Maßnahmen. Er ist allen Mitarbeitern gegenüber weisungsbefugt und wird durch die Brandschutzhelfer des Hauses unterstützt. Noch vor Eintreffen der Lösch- und Rettungskräfte läuft die Verlegung der Patienten an, liegend, zum Teil mit den tatsächlichen, später mit Statisten. Auf kürzestem Rettungsweg werden sie in Sicherheit gebracht. Es gibt aber auch Verletzte – unter den Patienten, unter den Mitarbeitern und Besuchern. Zur Weiterversorgung werden alle „Verletzten“ und Evakuierten innerhalb der Klinik zum Verbandsplatz verlegt. Dort werden sie registriert und versorgt.



Inzwischen sind Feuerwehr und Rettungsdienst – DRK und Malteser Hilfsdienst (MHD) – im Einsatz. Rund 100 Einsatzkräfte aus den Löschbezirken Merzig, Besseringen, Merchingen und Brotdorf sind vor Ort. Dazu kommen die Verletztendarsteller aus Harlingen/Bietzen, Wellingen, Menningen, Hilbringen und Mechern.

Vieles klappt wie am Schnürchen, insbesondere Rettung und Brandbekämpfung, die Besetzung der Bereitstellungsräume und die Atemschutzlogistik – manches erst im „Nachfassen“. Probleme gab es teilweise mit der Kommunikation. So klappte das Zusammenwirken von Feuerwehr und Rettungsdienst in manchen Bereichen nur verzögert. Probleme gab es auch mit der Anfahrt. So hatte die Drehleiter Schwierigkeiten, ein Spalier von „Hinkelsteinen“ zu passieren, die Asterix und Obelix vielleicht Freude gemacht hätten, die Anfahrt der Drehleiter jedoch erheblich behinderten. Die Findlinge mussten einzeln zur Seite geschafft werden. Die Drehleiter war im hinteren Klinikbereich notwendig, um dort gehtüchtige, in Panik über die Fenster aufs Flachdach geflüchtete Patienten und Verletzte zu retten. Schon an diesem Freitag üben Feuerwehr und Rettungsdienst erneut gemeinsam, dieses Mal im und am Seniorenzentrum Fellenbergstift Merzig.