Feuerwehr im Dauereinsatz

Sintflutartiger Regen ließ gestern Bäche über die Üfer treten, sorgte für Überschwemmungen auf den Straßen, ließ Keller voll laufen. Sturmböen knickten Bäume. Zum Glück wurde niemand verletzt.

 Wild ergießt sich das Wasser Richtung Marzellusstraße.
Wild ergießt sich das Wasser Richtung Marzellusstraße.
 Das Wasser sucht sich auf der Marzellusstraße in Beckingen seinen Weg.
Das Wasser sucht sich auf der Marzellusstraße in Beckingen seinen Weg.

Kurz vor sieben Uhr gestern Abend sperrten Beckingens Feuerwehrleute die Landstraße Richtung Dillingen. Grund: Der Kondeler Bach war über die Ufer getreten, überschwemmte die Fahrbahn. Insgesamt 20 Mal mussten die Einsatzkräfte bis zu diesem Zeitpunkt ausrücken, wie Pressesprecher Norman Bickelmann auf SZ-Nachfrage berichtete. "Vor allem Beckingen und Haustadt waren betroffen", sagte er - Keller waren durch die starken Regengüsse voll gelaufen, wurden leer gepumpt, die Talstraße musste laut Bickelmann wegen Überflutung gesperrt werden. Sie war am Abend wieder frei. Schlamm und Wasser wälzten sich über den Abhang in die Marzellusstraße. Zum Glück sei auf der Straße nicht ganz so viel Wasser angekommen. "Die Gemeinden Beckingen und Losheim waren am stärksten betroffen", hieß es aus der Einsatzzentrale in Saarbrücken.

So zählten die Feuerwehrleute aus Losheim um Gemeindewehrführer Andreas Brausch bis zum Abend insgesamt 14 Einsätze. Im Kernort Losheim hielt ein Baum der Wucht einer Sturmböe nicht Stand und kippte auf ein Haus, verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand. In Wahlen mussten die Wehrleute wegen der Überflutung der Dillinger Straße ausrücken, ebenso wegen eines umgestürzten Baumes. In Rissenthal mussten die Einsatzkräfte dem Wasser Herr werden, das den Dorfplatz überflutet hatte, und in Scheiden war durch den Sturm ein Mast, der auf einem Dach stand, aufs Haus gekracht. Die Hilfe der Feuerwehr war auch in Mitlosheim vonnöten, wo Keller vollgelaufen waren. Insgesamt waren 65 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.

Derweil kämpften Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenbau gegen Wassermassen auf der A 8 bei Schwemlingen. "Wir sind nur vorsorglich rausgefahren", sagte der Merziger Stadtwehrführer Ralf Bernardy. Die Einsatzorte von ihm und seinen Kollegen: die Bäche in Merchingen und Mondorf. In Mondorf wurde ein verstopftes Rohr von Ästen und Unrat befreit. Gleiche Arbeit auch für die Waderner Feuerwehr: In Lockweiler hatte sich nach Worten von Stadtwehrführer Raimund Hassler Wasser in einem Wehr angestaut und über den Sportplatz ergossen. Die Aufgabe der Wehr: das Rückhaltebecken von Ästen reinigen. In Nunkirchen mussten die Feuerwehrleute wegen umgestürzter Bäume zum Einsatz. Im benachbarten Weiskirchen mussten die Wehrleute nach Auskunft von Gemeindewehrführer Peter Theobald einen Keller leerpumpen. "Von einer Wiese war Wasser in den Keller gelaufen. Um es zu stoppen, haben wir es mit Sandsäcken aufgehalten."