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Ferienabenteuer an der Werkbank

Zehn Kinder durften am Dienstag in der Lehrwerkstatt für technische Auszubildende werken. Foto: Rolf Ruppenthal
Zehn Kinder durften am Dienstag in der Lehrwerkstatt für technische Auszubildende werken. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Merzig. Wo sonst die Auszubildenden von Kohlpharma in Merzig ihr Handwerk lernen, gab es für die Ferienkinder bei Kohlpharma eine Menge zu entdecken. Unter anderem durften sie einen eigenen „heißen Draht“ herstellen. Jana Freiberger

Zehn Kinder wuselten am Dienstag durch die Lehrwerkstatt für technische Auszubildende des Unternehmens Kohlpharma in Merzig . Zum ersten Mal veranstaltet der Arzneimittelimporteur eine interne Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder. "Das Programm läuft seit dem 25. Juli und endet am 19. August", sagte Christina Rosch, Mitarbeiterin der Personalabteilung. Gemeinsam mit Nadia Ismail, Assistentin der Geschäftsführung, ist sie für die Planung und die Organisation der Kinderbetreuung zuständig. 34 Kinder hätten sich auf die vier Wochen verteilt angemeldet.


Am Dienstag stand Werken auf dem Plan - jedes Kind konnte seinen eigenen "heißen Draht" herstellen. Hilfe beim Löten und Schrauben erhielten sie dabei von den Mechatronikern im zweiten Lehrjahr Maximilian Axmann und Tim Lorson. Außerdem stand der technische Ausbilder Holger Barckmann den Kleinen zwischen sechs und elf Jahren mit Rat und Tat zur Seite.

Geschickte Hände gefragt



Der zehnjährige Colin Scholz demonstrierte an einem fertigen Bausatz, wie der Draht funktioniert: "Achtung, das piepst ganz schön laut", warnte er vor. Konzentriert zog er die Drahtöse über den gebogenen Draht, kurz vor dem Ende passierte es. Die Öse berührt den Draht, ein lauter unangenehmer Ton hallte durch die Werkstatt, ein kleines LED-Lämpchen leuchtete rot auf. Die elfjährige Mandy Pies durfte sogar selbst löten. Eine Abzugshaube, die vor ihr auf dem Werktisch stand, sollte die giftigen Dämpfe aufsaugen, die beim Löten entstehen. Seit Montag nimmt sie an der Ferienbetreuung teil.

"Am besten hat mir gefallen, dass wir unsere Mamas und Papas bei einem Rundgang besuchen durften", berichtete sie. Zum Kennenlernen seien an ihrem ersten Tag Spiele gespielt worden und es habe ein gemeinsames Frühstück gegeben. "Ich komme gerne her und alle sind sehr lieb. Zum Glück", freut sich Mandy über ganz besondere Ferien.

Während des Ferienprogramms werden die Mitarbeiterkinder von zwei Honorarkräften der Caritas betreut: Désirée Beaumont und Jasmine Berrahma haben bereits pädagogische Erfahrung. Das war den Organisatorinnen sehr wichtig: "Die Arbeit mit den Kindern macht uns viel Spaß. In den nächsten Tagen haben wir noch richtig tolle Aktionen geplant", sagte Beaumont. Beispielsweise ein Besuch bei der Bäckerei Tinnes, der Hip-Hop-Tanzworkshop und ein Musiktag in der Modern Music School.

"Wenn wir am Nachmittag vorbeikommen, um sie abzuholen, wollen die Kleinen gar nicht mehr gehen", sagte Personalleiter Carsten Kohl. Auch Pressesprecher Karsten Wurzer hat das Programm des Unternehmens getestet: "Meine Tochter war die vergangenen zwei Wochen dabei. Sie hatte jeden Morgen Angst, dass ich sie nicht rechtzeitig abliefere", sagte er und schmunzelte, "so ein Engagement müsste sie mal während der Schulzeit zeigen".