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Fairtrade ist im Kommen
Fair gehandelt ist den Leuten etwas wert

Kreis Merzig-Wadern . Bewusstes Einkaufen liegt im Trend – gerade auch bei Lebensmitteln. Viele Verbraucher sind bereit, für fair gehandelte Produkte etwas mehr zu zahlen. Von Oliver Spettel

Das Bewusstsein für die Herkunft von Produkten nimmt zu. Wichtige Aspekte sind auch die Produktionsbedingungen und eine faire Bezahlung für den Produzenten. Der Verbraucher erkennt fair gehandelte Produkte am Fairtrade-Siegel, das von der Fairtrade-Initiative vergeben wird.


Wir haben in einem Umfrage-Center bei unseren Leser gefragt, wie gut sie sich in Sachen Fairtrade auskennen, und ob sie bereit sind, den fairen Handel durch etwas höhere Verbraucherpreise zu unterstützen. Im Kreis Merzig-Wadern haben 115 Personen an der Umfrage teilgenommen. Das Ergebnis ist damit natürlich nicht repräsentativ, ergibt allerdings ein deutliches Stimmungsbild.

Fairtrade ist den Meisten der Befragten ein Begriff. 96 Prozent (110 Personen) gaben an, den Begriff Fairtrade zu kennen, lediglich vier Prozent antworteten mit „Nein“. Etwas kniffliger wurde es bei der zweiten Frage. Wir wollten wissen, was das Ziel von Fairtrade ist. 30 Prozent (34) wählten die erste Antwort-Option. Sie waren damit der Meinung, es gehe darum, dass im weltweiten Handel alle Beteiligten gleich viel verdienen sollten. Drei Prozent (3) meinten, die Produkte sollten möglichst lokal und regional verkauft werden. Richtig lagen 68 Prozent (78) mit ihrer Antwort: „Es geht um Minderung der Armut im Süden und einen gerechten Welthandel.“



Um das Ziel eines gerechteren Handels zu finanzieren, wären 43 Prozent (50) bereit, für garantiert fair gehandelte Produkte etwas mehr Geld auszugeben, 55 Prozent (63) antworteten „Es kommt darauf an“. Zwei Prozent (2) gaben an, sich das nicht leisten zu können.

Die Vielfalt der fair gehandelten Produkte wächst. Während 98 Prozent (113) Kaffee, 91 Prozent (105) Schokolade, 89 Prozent (102) Bananen und und 81 Prozent (93) Reis als Fairtrade-Produkte kennen, sind andere Waren deutlich weniger bekannt: Faires Müsli kennen nur 24 Prozent (28). Dass es auch Fairtrade-Eiscreme gibt, konnten sich nur neun Prozent (10) vorstellen.

In einer offenen Frage wollten wir zum Schluss wissen, wie die Fairtrade-Idee weiter verbreitet werden könnte. „Mehr Werbung“ wurde mehrfach genannt. Außerdem schlugen die Teilnehmer vor, die Kunden besser aufzuklären und den Nutzen für die Erzeuger transparent zu machen. Außerdem sollten mehr Gesschäfte die Produkte anbieten.

Wer beim SZ-Umfrage-Center mitmachen will, muss sich nur einmalig über unten genannte Webseite registrieren. Die Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

 Fairtrade-Kaffe kennt fast jeder. Dabei wissen viele nicht, dass es im deutschen Handel mittlerweile noch jede Menge andere fair gehandelte Produkte gibt.
Fairtrade-Kaffe kennt fast jeder. Dabei wissen viele nicht, dass es im deutschen Handel mittlerweile noch jede Menge andere fair gehandelte Produkte gibt. FOTO: dpa / Miriam Ersch