"Es wird verdammt schwer"

Marpingen. "So war das sicher nicht geplant." 28:29 haben die Moskitos vergangenes Wochenende die Halbfinal-Partie der Bank-1-Saar-Handball-Trophy beim RPS-Oberligisten HSV Merzig-Hilbringen verloren (wir berichteten)

Marpingen. "So war das sicher nicht geplant." 28:29 haben die Moskitos vergangenes Wochenende die Halbfinal-Partie der Bank-1-Saar-Handball-Trophy beim RPS-Oberligisten HSV Merzig-Hilbringen verloren (wir berichteten). Und Reimund Klein, Manager der Frauenmannschaft des Regionalligisten DJK Marpingen, ist mit dem Aus alles andere als glücklich: "Wir sind nach der dreiwöchigen Winterpause nicht aus den Startlöchern gekommen." Dabei sollte 2010 alles besser werden. Denn das zurückliegende Jahr - zumindest dessen zweite Hälfte - war eines, das man gerne schnell abhakt. Nachdem im Frühsommer unter dem Interims-Trainergespann Daniela Jung und Manfred Wegmann der Klassenverbleib gesichert wurde, ging es unter Wunschtrainer Krzysztof Wroblewski in die Vorbereitung auf die neue Saison. Das Ziel: Klassenverbleib. Angesichts der Tatsache, dass fünf von 14 Mannschaft absteigen, durchaus eine Herausforderung. Zumal kurz vor Beginn der Runde zwei wichtige Stützen wegbrachen: Torfrau Jessica Kockler wechselte zum Liga-Konkurrenten Trier, Rückraum-Rückhalt Daniela Jung wurde der zeitliche Aufwand zu groß. Sie zog ihre Spielzusage zurück. "Das war eine ganz unglückliche Kiste: In so kurzer Zeit adäquaten Ersatz zu finden, war nicht möglich. Zumindest nicht zu adäquaten finanziellen Bedingungen", sagt Klein. Dann in einem Vorbereitungsspiel der nächste Rückschlag: Britta Buchholz, nach dem Abschied Jungs die neue Abwehrchefin, verletzte sich am Kreuzband. "Das alles führte letztlich dazu, dass unsere Abwehrachse einen ganz empfindlichen Einbruch erlebte", erklärt der Moskitos-Manager. Der Versuch, Nachwuchsspielerinnen zu integrieren, klappte nicht. "Wir wollten das, aber es hat nicht so funktioniert", sagt Klein. Schule, Beruf oder Studium waren zeitweise vorrangig, was sich auf die Trainingsbeteiligung auswirkte und schlussendlich auch auf die Einsatzzeiten. "Der Kader ist praktisch auf die Stamm-Mannschaft reduziert", erzählt Klein.Folge: Bislang klaubten die Moskitos in den zwölf Partien unter Trainer Wroblewski gerade einmal sieben Pünktchen zusammen - zum Erreichen des Klassenziels zu wenig: 14 Punkte, also bereits doppelt so viele, hat der TV Idstein auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Dort wollen die Moskitos am Ende der Saison stehen. Klein sagt: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Dennoch weiß er: "Es wird verdammt schwer." Personelle Verstärkungen wird es nicht geben: "Wir ziehen das jetzt so durch." Jedoch laufen die Planungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren, wie Klein, der sowohl für Oberliga als auch für die 3. Liga plant, erzählt. Namen will er keine nennen. Das macht aber das DJK-Umfeld, wo Karoline Müller gehandelt wird. Angesprochen auf den Ex-Moskito, der nach einem Ausflug in die 1. und 2. Bundesliga angeblich wieder den Heimflug ins Saarland plant, sagt Klein: "Karo Müller ist für die DJK immer ein Thema. Mehr möchte ich nicht sagen." An diesem Samstag starten die Moskitos um 20 Uhr wieder in den Liga-Alltag, Gegner ist die Reserve des Thüringer HC, die mit 12:12 Punkten zwei Ränge besser als Marpingen und auf dem ersten Abstiegsplatz steht. "Thüringens Erste hat spielfrei, daher gehen wir davon aus, dass sie ihren Kader mit Erstliga-Spielerinnen auffüllen werden", sagt Reimund Klein und denkt, dass die Aufgabe schwer wird: "Wenn wir gewinnen wollen, dann brauchen wir ein kleines Wunder."

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