Einsatzkräfte aus dem Merziger Stadtteil ehrten verdiente Mitglieder

Brotdorf : Brotdorfer Feuerwehr zieht Jahresbilanz

Es war im Februar 1889, als zum ersten Mal eine Freiwillige Feuerwehr in Brotdorf am Bahnhof angetreten war, um den damaligen Merziger Bürgermeister Ernst Thiel zu ehren. Somit besteht eine Freiwillige Feuerwehr in Brotdorf – mit kriegsbedingten Unterbrechungen – seit 130 Jahren.

Jetzt traten die Kameraden des heutigen Löschbezirks Brotdorf wieder an: Gestaltet vom Brotdorfer Feuerwehr-Chor „Die Funkentöter“ und vom Fanfarencorps „Die Särkower“ aus Hilbringen wurden in einer Feierstunde die toten Kameraden am Ehrenmal auf dem Friedhof geehrt. Löschbezirksführer Simon Leistenschneider erklärte in seiner Ansprache, dass es gerade in der heutigen Zeit sinnvoll sei, an den Einsatz der früheren Kameraden zu denken, denn Helfen sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr.

Nach der Gedenkfeier auf dem Friedhof startete der inzwischen 32. Floriansempfang des Löschbezirks im Brotdorfer Gerätehaus. Neben dem Bericht des Löschbezirksführers zur Lage des Löschbezirks wurde der Empfang genutzt, um Ehrungen und Beförderungen auszusprechen. Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld und der neu gewählte Wehrführer Michael Gunkel sprachen bei sechs jungen Frauen und Männern die Übernahme in die aktive Wehr aus: Justin Baltes, Pascal Ginsbach, Jasmin Leick, Mathias Leuck, Matteo Wagner und Björn-Luca Zwer. Zur Feuerwehrfrau beförderten sie Tina Heinz, zum Oberfeuerwehrmann Nikolas Zimmer und zum Oberbrandmeister Alois Minninger. In die Altersabteilung wurde Conrad Tiator versetzt.

Auch galt es, einigen Feuerwehrkameraden Dank zu sagen für jahrzehntelange Einsatzbereitschaft: Rainer Magay und Armin Seiwert sind seit 35 Jahren aktiv in der Brotdorfer Feuerwehr und Bernd Land seit 45 Jahren. Gedankt für seinen Einsatz in der Jugendarbeit wurde Andre Zenner. Ebenso dankte man dem langjährigen Wehrführer Ralf Bernardy für die fast zwanzig Jahre währende gute Zusammenarbeit.

Bürgermeister Marcus Hoffeld sagte in seinem Grußwort, dass der Löschbezirk sehr gut aufgestellt sei. „Auf Euch ist Verlass, das gilt auch über die Ortsgrenzen hinaus“, so der Chef der Merziger Feuerwehr. Besonders hob er die hervorragenden Leistungen der Jugendfeuerwehr hervor, welche auf Stadt- und Kreisebene sehr erfolgreich sei und Siege erreiche. Auch sei die Personalsituation in Brotdorf stabil. Die Stadt arbeite an der Realisierung des neuen Gerätehauses, das auf dem Dorfplatz errichtet werden wird, der Bauantrag sei genehmigt, jetzt gelte es die Finanzierung sicherzustellen. Das neue Einsatzfahrzeug HLF 10 werde zurzeit gebaut und im Frühjahr 2020 wohl in Dienst gestellt.

„48 aktive Feuerwehrleute hat der Löschbezirk zurzeit in seinen Reihen“, so Löschbezirksführer Simon Leistenschneider in seinem Bericht, in der Jugendfeuerwehr seien es durch die Übernahmen in die aktive Feuerwehr jetzt 17 Jungen und Mädchen, in der Altersabteilung neun Mitglieder. Knapp 200 Mitglieder unterstützten im Freundeskreis den Löschbezirk mit finanziellen Mitteln und auch mit Arbeitseinsatz. Der Feuerwehr-Chor „Die Funkentöter“ sei mit seinen 33 Mitgliedern ein fester Bestandteil des Löschbezirks, so Leistenschneider.

Der Löschbezirk Brotdorf wurde im Jahr 2018 zu 83 Einsätzen alarmiert – das ist Rekord in Brotdorf. Eine enorme Steigerung zu 2016 und 2017. Das sei teilweise auf die ergänzende Alarmierung im Tagesalarm in Merzig zurückzuführen, aber auch durch die Unwetter im Jahr 2018 bedingt. Bis Anfang Mai seien es bereits 28 Einsätze, ohne Unwetter-Lagen.

„Die Stunden der Aktiven“, so Leistenschneider weiter, „sind unterteilt in Einsätze, Wach- und Ordnungsdienste, Übungen und Schulungen, Lehrgänge, technischer Dienst wie zum Beispiel die Wartung an Geräten und am Gerätehaus, Stunden der Löschbezirksführung sowie Sitzungen, Freizeitaktivitäten und sonstige Stunden.“ Allein gut 2000 Stunden würden die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr und ihr Betreuerteam leisten. Die Gesamtstundenzahl liege im Jahr 2018 bei 10869 Stunden im Einsatz für die Bevölkerung.

Nach den Grußworten des Brotdorfer Ortsvorstehers Torsten Rehlinger konnte der 1. Vorsitzende des Freundeskreises der Feuerwehr, Roland Emmerich, das weithin bekannte Buffet eröffnen.