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Radsport: „Eine schöne und interessante Strecke“

Radsport : „Eine schöne und interessante Strecke“

In fünf Wochen rollt die Deutschland-Tour auf ihrer dritten Etappe durch das Saarland. Im Vorfeld haben der deutsche Meister Pascal Ackermann und das „Leopard-Team“ die Strecke schon mal unter die Räder genommen.

Es ist ein Vorgeschmack auf das, was die Fahrer in fünf Wochen erwartet. Dann, wenn die Deutschland-Tour nach zehn Jahren in den internationalen Radsport-Kalender zurückkehrt und dabei auch im Saarland Station macht: Vor dem Mannschaftswagen des „Leopard-Pro-Cycling-Teams“ passiert eine achtköpfige Fahrergruppe gerade die Ortsausfahrt von Merzig und nimmt den vor ihr liegenden Anstieg in Angriff. Ein Verkehrsschild am linken Fahrbahnrand weist den Weg zur Kaserne auf der Ell. Die Straße verläuft in einem langen Rechtsbogen. Ein Fahrer, der sich durch sein weißes Trikot von den dunkel gehaltenen Leopard-Outfits abhebt, forciert das Tempo und löst sich vor einer Serpentine ein paar Meter vom Pulk: Es ist Pascal Ackermann, der am 1. Juli dem frischgebackenen Tour-de-France-Etappensieger John Degenkolb im Straßenrennen der deutschen Meisterschaften das Nachsehen gab und seitdem das Trikot mit den Nationalfarben auf der Brust tragen darf. Der 24-Jährige vom deutschen Team Bora-Hansgrohe wird auch am 25. August den Ellerweg hinauf strampeln, wenn die dritte der vier Etappen der Deutschland-Tour die Radcracks von Trier zum Ziel nach Merzig führt.

An jenem Samstag warten 177 Kilometer auf die Fahrer, gut 140 davon im Saarland. Am Mittwoch ist für Ackermann und Co. bei ihrer Abfahrt der Strecke schon etwas früher Schluss. Die Saarschleifen-Runde über etwa 30 Kilometer mit Bergwertungen in Nohn und Mettlach haben sie nur ein- statt zweimal befahren. Um kurz vor 16 Uhr erreicht der Tross den letzten Zwischenstopp des Tages an der Kreuzbergkapelle. Seit dem Start um 10.45 Uhr an der Porta Nigra in Trier sind 135 Kilometer absolviert.

„Ein Bergfahrer hat damit kein Problem, aber wir Sprinter müssen uns schon quälen“, sagt Ackermann. Er ist sich sicher: „Der Berg hier wird auf jeden Fall eine entscheidende Rolle spielen. Wenn du da zu weit hinten im Feld bist, gewinnst du definitiv nicht mehr.“ Doch gewinnen ist genau das, was er möchte: „Ich will auf jeden Fall auf Etappensieg fahren. Wo das sein wird, muss ich erst mit dem Team besprechen“, verrät Ackermann. Gut möglich, dass er in Merzig seine Chance suchen wird.

Das Profil ist zwar sehr wellig, dennoch könnte es für ihn prädestiniert sein – schließlich sagt er über sich: „Ich würde mich selbst als bergfesten Sprinter bezeichnen. Ich mag kein komplett flaches Rennen. Ebenso wenig, wenn 200 Fahrer gleichzeitig auf die Zielgerade biegen. Mir ist es lieber, wenn vorher mal ein Berg dabei ist“, so der Mann aus Kandel. Steigungen warten nach dem Übergang ins Saarland und dem ersten Bergpreis in Saarhölzbach einige: etwa auf der Schleife über Losheim nach Dillingen mit den Anstiegen zum Saargau in St. Barbara und nach Hemmersdorf. Und vor allem danach mit den vier Bergwertungen auf besagter Saarschleifen-Runde.

Radsport: „Eine schöne und interessante Strecke“
Foto: Peter Kerkrath
Radsport: „Eine schöne und interessante Strecke“
Foto: Peter Kerkrath

„Es ist eine sehr schöne Strecke und vom Profil her wirklich interessant“, lobt Ackermann. Er sieht im Befahren der Etappen große Vorteile: „So kann ich auch das Team darauf einstellen – und ich selbst weiß, bis wohin ich kommen muss, um eine Chance zu haben. Der Rest ist nur noch Quälerei“, sagt er. Sollte Ackermann am 25. August auf dem Weg zur Kreuzbergkapelle noch im Bereich der Spitze liegen, stehen die Chancen eines deutschen Siegs auf der Trierer Straße in Merzig vielleicht gar nicht mal schlecht. Während Ackermann die Etappe abfährt, läuft parallel die Tour-de-France. Wie sind da seine Ambitionen? „Natürlich hoffe ich auf nächstes Jahr“, sagt er. „Aber ich denke, es wird eher erst in zwei Jahren der Fall sein.“