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Einblicke ins Innenleben der Truppe

Einblicke ins Innenleben der Truppe

Als „Anwalt der Soldaten“ wird der Wehrbeauftragte des Bundestages gemeinhin bezeichnet. Bei seinem Besuch an den Standorten Zweibrücken und Merzig suchte Hans Peter Bartels insbesondere das Gespräch mit Rekruten.

Vor der Abfahrt gibt es für den Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels noch einen Milchkaffee - geordert von Regimentskommandeur Andreas Steinhaus. Der Chef des Fallschirmjägerregimentes 26 begleitet den Gast aus Berlin von der Pfalz nach Merzig zur Ell, um ihm seinen Wunsch zu erfüllen: ein Gespräch mit Rekruten . Die Kaserne in der Kreisstadt ist einer von zehn Standorten in Deutschland, an denen die künftigen Soldaten ihre Grundausbildung erhalten.

Der "Anwalt der Soldaten" nimmt sich für die jungen Leute zwischen 17 und 25 Jahren Zeit. Der Schuh, der viele "Auf der Ell" drückt: die fehlende Mannschaftsbetreuung. Seit die Pächterin im Dezember ihren Dienst quittiert hat, ist das Mannschaftsheim verwaist - ein Zustand, der sich laut Bartels schnell ändern muss. "Schließlich ist die Kaserne weit von der Innenstadt entfernt - vor allem für die Rekruten ein Problem." Doch Steinhaus kann ihn beruhigen: Die Stelle ist ausgeschrieben. Man ist fest davon überzeugt, dass es bald wieder einen Treffpunkt bei einer neuen Pächterin gibt. Was Bartels, ein promovierter Politikwissenschaftler, mit Freuden vernimmt: Die jungen Soldaten sind sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung.

Bei der Unterredung mit den Ausbildern "Auf der Ell" und Steinhaus warten die Jungs geduldig aufs Antreten zur Verabschiedung des Wehrbeauftragten - nach dessen erstem Besuch seit der Umstrukturierung im April vergangenen Jahres. Rund 700 Soldaten, einschließlich ziviler Mitarbeiter, stellen seit dieser Zeit in Merzig den Kern des logistischen und medizinischen Personals für die kommenden Einsätze des Fallschirmjägerregiments 26. Die Rekrutenkompanie war ebenfalls aus der Umgliederung der Kompanie des Fallschirmjägerbataillons entstanden. Nachwuchssorgen gibt es laut Hauptmann Joachim Lehnert keine. "Im Gegenteil. Wir haben eine fast 100-prozentige Auslastung." Die meisten der jungen Leute stammen laut Lehnert aus der näheren Umgebung. "Bei uns gilt das Regionalprinzip", betont er.

Diese Gruppe hat ihren Grundlehrgang beendet - mit einem Test. "Als ich ihnen am Dienstag von der Cloef aus entgegengegangen bin, als sie zum Abschluss ihres Marsches den Berg von der Saar hoch gekommen sind, habe ich in strahlende Augen geblickt", sagt Regimentskommandeur Andreas Steinhaus. Jetzt warten die Jungs auf ihr feierliches Gelöbnis am 22. März in Saarlouis und die Ausbilder auf die nächsten Rekruten . Sie werden am 1. April ihre Dienst antreten.