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Ein Mann, ein Lokal, ein Herd: Klex feiert zehn Jahre

Ein Mann, ein Lokal, ein Herd: Klex feiert zehn Jahre

Viele Lehrjahre hat Halil Ay als Betriebsleiter eines Bistros in Gütersloh gesammelt, wo er auch aufgewachsen ist. Seit zehn Jahren erfreut er die Merziger mit seinem Altstadt-Bistro Klex. Beliebt sind besonders seine Baguettes.

Über die Lockerheit und die südländische Mentalität der Saarländer gerät Halil Ay ins Schwärmen. Und bereut, in der Merziger Altstadt den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt zu haben, hat der 36-Jährige mit kurdischen Wurzeln auch nie, auch wenn das Klex den ganzen Mann fordert - und das von morgens bis abends. "Oftmals bis nach 24 Uhr." Heute vor genau zehn Jahren hat er das Bistro in der Trierer Straße 25 eröffnet - ein Grund, an diesem Mittwoch, dem 8. Juni, ein Fass aufzumachen und rundes Jubiläum zu feiern. Die Band Black and White hat sich angesagt, dazu verspricht der Wirt Häppchen, Freibier, Crémant und Prosecco.

"Es ist ein Dankeschön an meine Gäste", verrät der Vater zweier Töchter, der einige Jahre als Betriebsleiter nach seinen Worten in einem Bistro der Alex Gaststätten Gesellschaft mbH & Co. KG in Gütersloh gearbeitet hat. "In der Stadt in Nordrhein-Westfalen bin ich aufgewachsen", erzählt er. "Ob Küche oder Konzept: In der Alex-Kette habe ich mir viel abgucken können " - Lehrjahre, die ihm später in Merzig zu Gute kamen, ebenso wie die Zeit in seiner Imbissbude, die Halil Ay betrieben hatte, bevor er seinen Traum von einem eigenen Bistro verwirklicht hat. "War es am Anfang mehr ein Treff für Teenies, hat sich das Publikum gewandelt. Mittlerweile kommen drei Generationen." Vergrößert hat er auch die Speisekarte. Die Klex-Baquettes, ob fleischlos, mit Wurst, Pute, oder Mozarella, zählen zu den Rennern, wie er sagt. Sein Favorit ist mediterran: Penne mit frischem Gemüse, Putenfleisch, mit Knoblauch und Olivenöl angebraten, dazu Parmesankäse. "Unsere Küche ist ab 11.30 Uhr durchgehend geöffnet", sagt der Mann, der sich auch schon mal die Schürze umbindet und sich an den Herd stellt. Seine Idee, Tag für Tag ein Frühstücksbüfett sei eingeschlagen wie eine Bombe. "Und das in der Altstadt." Längst ist er im Altstadtförderverein integriert, hat mit seinen Leute schon einige Veranstaltungen gestemmt - etwa ein Public Viewing bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Der bekennende Fan der deutschen Nationalelf wird nach eigenem Bekunden auch dafür sorgen, dass seine Gäste die Partien der Europameisterschaft in Frankreich verfolgen können - sowohl im Lokal wie auch vor der Tür. Vorbei die Zeiten, dass man ihm seine Begeisterung für Schwarz-Rot-Gold nicht abgenommen hat. "Am 9. Juni 2006, einen Tag nach der Eröffnung des Bistros , hat die WM in Deutschland begonnen. Dass ich im Deutschland-Trikot rumglaufen bin, ist mir zunächst als Werbegag unterstellt worden. Doch Begeisterung kann man nicht heucheln. Das haben alle schnell mitbekommen."