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Ein Kribbeln treibt ihn zur kreativen Arbeit

Ein Kribbeln treibt ihn zur kreativen Arbeit

Noch bis Sonntag, 21. September, läuft im Museum Schloss Fellenberg die Ausstellung „Neue Arbeiten“ von J. Tront Christopei. In den drei Räumen zeigt der freischaffende Künstler und Dozent eine kleine Auswahl seiner vielschichtigen und unterschiedlichen Arbeiten. Denn genauso ungewöhnlich und facettenreich das Leben des Malers ist, genauso reich ist auch seine kreative Arbeit.

Die Ausstellung im Museum Schloss Fellenberg ist der räumlichen Aufteilung folgend in drei Bereiche unterteilt. In einem Raum zeigt J. Tront Christopei seine Umsetzung des Informels. Unter diesem Begriff werden die Stilrichtungen der abstrakten Kunst in der europäischen Nachkriegszeit zusammengefasst. In der Werkgruppe Christopeis, die er mit "das neue Informel" bezeichnet, erinnert er an Kontakte mit den bekannten Künstlern dieser Kunstrichtung, wie Götz, Sonderborg, Schumacher, Hoehme oder Schultze, die er in den 1980er Jahren anlässlich eines Symposions in Saarbrücken hautnah erlebte. In einen Raum der aktuellen Ausstellung präsentiert der Maler seine eigene Interpretation dieser Kunstrichtung. Dabei zeigt Christopei eine schier unbegrenzte Vielseitigkeit: Zar Peter der Große beim Einzug in St. Petersburg, ein Kugelfisch, ein Holzdünnschnitt, Vogelschwingen, ein Collier - all diese Motive arbeitet er stark abstrahiert und dennoch lesbar heraus. Nahezu ganz in Schwarz-Weiß, nur hier und da mit minimaler Farbigkeit kann sich der Betrachter völlig auf die Bilder einlassen.

Zwar vermag der Titel eines Bildes einen Hinweis auf das zu Sehende geben, doch der Maler lässt auch Raum für die eigene Interpretation. Christopei selbst schöpft bei der kreativen Arbeit aus seiner großen Fantasie, einem großen Wissens- und Erfahrungsschatz sowie seinem vielseitigen Leben. "Ich habe ganz viele Ideen und Bilder im Kopf, die ich nach und nach in den Bildern umsetze. Von jedem Bild habe ich eine Vorstellung, ein Konzept, wie es aussehen soll. Das kann sich zwar während der Bearbeitung verändern, beispielsweise in der Farbigkeit, aber das Motiv behalte ich bei", erklärt der Maler .

Gelingt ihm dies beim ersten Mal nicht, so probiert er es auch nicht weiter. Was beim ersten Mal schief geht, wird auch beim zweiten und dritten Mal nicht besser, sagt Christopei. Die zweite Bildergruppe der aktuellen Ausstellung ist ebenfalls sehr weitreichend in der Wahl der Motive. Doch hier kommt eine zweite starke Komponente zum Tragen: die intensive Farbigkeit. Rot, Grün, Blau - mit diesen und anderen Farben führt Christopei den Blick des Betrachters in die Welt der Mythologie, beispielsweise mit seinem Bild "Ikarus".

Aber auch eine springende Katze, die Beatles, Glut unter dem Eis oder eine faszinierende Spiegelung zeigen die große und hintergründige Kreativität des Malers. Die dritte Gruppe im letzten Raum der Ausstellung präsentiert abstrakte Arbeiten. Es sind teils sehr emotionale Motive, wie "Tsunami", "Inferno" oder "Blutschande", die in ihrer intensiven Farbigkeit wirken.

Doch Emotionen verbindet Christopei beispielsweise auch mit einer zerfallenden Gebirgskapelle, deren Architektur bereits von der Natur zurückerobert wird. Teils kleinste Details aus einer vormals aufwendigen Innengestaltung mit Säulen, Bögen, Kanzel und Fliesen auf dem Boden sind gerade noch so zu erkennen, doch schon deutlich von Zerstörung geprägt.

Die vielschichtigen und vielseitigen Bilder Christopeis zeigen auf beeindruckende und authentische Weise die Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit des Menschen J. Tront Christopei. Er malt gegenständlich und abstrakt, mit unterschiedlichen Materialien und unterschiedlichen Formaten. Selbst die Musik, die er bei der Arbeit im Atelier hört, reicht von Rock bis zu Oratorien . Dabei verspürt er "ein Kribbeln Tag und Nacht", das ihn in seiner kreativen Arbeit nicht müde werden lässt, wie er gerne verrät.

Zum Thema:

Zur Person:J. Tront Christopei wurde 1938 in Darmstadt geboren. Nach dem Abitur ging er mit der "MS Bärenstein" der Handelsmarine nach Südamerika. Es folgten ein Studium für Gebrauchsgrafik, Innenarchitektur und Architektur. Von 1964 bis 1966 führte er sein eigenes Architekturbüro, in dem er viele unterschiedliche Projekte realisierte. Christopei ist seit vielen Jahren als Dozent für Malerei in verschiedenen Institutionen und im Bereich "Malen als Therapie" tätig. Er betreibt zudem auch eine eigene Malschule. syr