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Ein Gebäude für die Zukunft gebaut

Ein Gebäude für die Zukunft gebaut

Es ist geschafft. Am vergangenen Samstagnachmittag wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in Schwemlingen feierlich eingeweiht (wir berichteten). Hierzu kamen nicht nur Feuerwehrleute aus den benachbarten Löschbezirken, sondern auch zahlreiche Bürger. Die Bauzeit betrug knapp zwei Jahre. Rund 1,7 Millionen Euro kostete der Neubau, rund 60 Prozent davon wurden vom Land übernommen.

"Gelungen", war der am häufigsten verwendete Begriff am Samstagnachmittag. Und in der Tat. Das Gebäude passt sich perfekt in das Dorfbild ein. Der Kubus aus Holz ist schlicht und einfach gehalten und technisch auf neuen Stand. Ausreichend Platz gibt es für die unterschiedlichen Einsatzfahrzeuge sowie Räumlichkeiten für Besprechungen und Schulungen. Ein Gebäude , für die Zukunft gebaut.

Es wird zurzeit von 46 Frauen und Männern im Feuerwehrlöschbezirk Schwemlingen /Weiler genutzt. Seit diesem Sommer haben sich die beiden Löschbezirke zu einem zusammengeschlossen. "Eine vielleicht beispielgebende Fusion, die Vorbild sein könnte für andere Löschbezirke", war von einigen Gästen zu hören.

Grundstück wurde 2011 gekauft

Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld hob die Bedeutung der Fusion in seiner Rede ebenfalls hervor. "Heute ist ein ganz besonderer Tag. Die Löschbezirke Schwemlingen und Weiler stellen sich neu auf", sagte der Verwaltungschef. Dabei blickte er auf die Jahre der Entscheidung zurück. Das Grundstück sei im Jahr 2011 erworben worden, und zwei Jahre später hätten die Abrissarbeiten der Wappenschmiede begonnen. Zuvor sei Jürgen Ludwig als Architekt mit der Planung beauftragt worden.

Parallel habe es Überlegungen gegeben, die Löschbezirke Weiler und Schwemlingen zusammenzulegen. Dieser Entscheidungsprozess habe bereits im Jahr 2010 begonnen. Erfolgreich abgeschlossen wurde er im Sommer dieses Jahres. "In der Juli-Sitzung des Stadtrates wurde die Zusammenlegung beschlossen", erinnerte er. Kurze Zeit später wurde Stefan Schweiger zum neuen Löschbezirksführer und David Martin zu seinem Stellvertreter gewählt.

Personell gut aufgestellt



Damit sei der fusionierte Löschbezirk auch personell gut aufgestellt. Außerdem werde im kommenden Jahr ein neues Feuerwehrfahrzeug angeschafft. "Somit verfügen die Stadtteile Schwemlingen und Weiler über eine Feuerwehr, auf die sich die Menschen verlassen können", sagte Hoffeld. Das versicherte auch der neu gewählte Löschbezirksführer Schweiger. Dessen Aufgabe es war, die zahlreichen Gäste in den neuen Räumlichkeiten zu begrüßen. Dazu gehörten der Merziger Wehrführer Ralf Bernady genauso wie der Kreisbrandinspekteur Siegbert Bauer und der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Rembert Konter. Als Vertreter der Landrätin wurde Bernd Altpeter begrüßt.

Lob kam von der Ortsvorsteherin von Schwemlingen , Maria Bänsch-Schnur, und dem Ortsvorsteher von Weiler, Hans-Peter Kreutzer. "Hier sieht man, dass man mit viel Geduld und gemeinschaftlichem Engagement etwas erreichen kann," sagte Bänsch-Schnur. "Ich bin ein wenig stolz darauf, dass wir die zwei Wehren zusammengeführt haben", gestand Kreutzer in seinem Grußwort.

Neue Wehrführung



Zehn Feuerwehrleute durften sich über Beförderungen freuen. In diesem Rahmen wurden auch Stefan Schweiger zum Löschbezirksführer und David Martin zu seinem Stellvertreter ernannt. Die Ernennungsurkunden überreichte Hoffeld.Für Wehrführer Bernady gab es dann noch ein neues Dienstfahrzeug. Beides, Fahrzeug und Gerätehaus, wurden von Pfarrer Bernd Schneider gesegnet.Wie hat sich die Zusammenarbeit nach der Zusammenlegung der Löschbezirke von Weiler und Schwemlingen bewährt?

Stefan Schweiger: Die Zusammenarbeit ist bisher sehr positiv. Dadurch, dass die Kameraden von Weiler dazugekommen sind, hat sich auch bei unseren Feuerwehrleuten etwas verändert. Die Kameradschaft hat sich deutlich verbessert.

Markus Raskopf: Wir waren immer schon auf die Hilfe anderer angewiesen, weil es sehr schwierig war, mit 15 Feuerwehrleuten den Betrieb aufrecht zu erhalten. Vor allem deshalb, weil es nur vier bis sechs Leute waren, die tatsächlich immer da waren.

Stefan Schweiger: Wir haben den Löschbezirk Weiler immer schon unterstützt. Von daher kannten wir uns schon lange und wussten, dass wir gemeinsam die Gesamtsituation verbessern können.

Welche positiven Entwicklungen gibt es nach dem Zusammenschluss?

Schweiger: Wir hatten vor dem Zusammenschluss 30 bis 35 aktive Feuerwehrleute , mit fallender Tendenz. Jetzt haben wir 46 Männer und Frauen und der Abwärtstrend ist gestoppt. Die Abgänge konnten kompensiert werden. Siebe neue Feuerwehrleute sind hinzugekommen, weil das Angebot, vor allem in den neuen Räumlichkeiten, attraktiver geworden ist.

Raskopf: Unsere Probleme in Weiler waren schon gravierend. Die Ausstattung war nicht mehr auf dem neuesten Stand und die Bausubstanz des Gerätehauses kritisch. Durch die Zusammenlegung hat sich alles verbessert. Zudem sind wir gut in Schwemlingen aufgenommen worden.

Könnte Ihr Zusammenschluss ein Modell für andere Löschbezirke sein?

Schweiger: Für Weiler und Schwemlingen hat es gepasst. Ob dieses Modell auch auf andere Löschbezirke übertragbar ist, kann ich nicht sagen. Es kommt viel darauf an, wie das Zwischenmenschliche funktioniert. Das müsste dann vor Ort überprüft werden.

Raskopf: Ein Zusammenschluss von zwei Löschbezirken ist vergleichbar mit der Fusion von zwei Firmen. Auch da wird erst geschaut, passt das überhaupt. Die Feuerwehrleute der beteiligten Löschbezirke müssen untereinander klären, ob ein Zusammengehen klappen kann. Die Chemie muss stimmen.

 Die beförderten Feuerwehrleute standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
Die beförderten Feuerwehrleute standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.

Zum Thema:

NamenBeförderungen: Günter Gansemer zum Hauptlöschmeister; Hans-Martin Kühn zum Oberfeuerwehrmann; Mandy Kühn zur Feuerwehrfrau; Jens Luxemburger zum Oberfeuerwehrmann; Sarah Müller zur Feuerwehrfrau; Jochen Reiter zum Oberfeuerwehrmann; Florian Ruppert zum Feuerwehrmann; Heiko Wallerich zum Oberfeuerwehrmann; Andre Weis zum Feuerwehrmann; Stefan Schweiger zum Oberbrandmeister. mir