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„Egon“ sorgt für unruhige Nacht im Kreis

„Egon“ sorgt für unruhige Nacht im Kreis

Sturmtief „Egon“ zog in der Nacht zu Freitag eine Spur der Verwüstung durch den Landkreis. Die Feuerwehren waren überall im Kreisgebiet im Einsatz. Auf der L 176 zwischen Mettlach und Weiten sind dabei zwei Wehrleute leicht verletzt worden. In Düppenweiler erlitt ein Autofahrer leichte Blessuren, weil er einem umstürzenden Baum ausweichen wollte und in den Straßengraben fuhr.

Mit voller Wucht ist Sturm-Tief "Egon" von Donnerstagabend bis Freitagmorgen über den Grünen Kreis gebraust. Lose Bauteile, Ampeln und Bäume hielten nach Mitteilung von Polizei und Feuerwehr den Orkanböen nicht Stand, knickten ein wie Streichhölzer, fielen um, blockierten Straßen und rissen mancherorts auch Stromleitungen mit sich.

"Durch einen umstürzenden Baum sind auf der L 176 zwischen Mettlach und Weiten zwei Feuerwehrleute leicht verletzt worden", berichtete am Freitagmittag Christian Thul, zuständig beim Landkreis für Feuerwehrfragen. Die beiden Einsatzkräfte sind nach seinen Worten vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert worden. "Die L 176 wurde dann gesperrt." Ein umstürzender Baum in der Hüttersdorfer Straße in Düppenweiler war nach Worten von Norman Bickelmann (Feuerwehr Beckingen) die Ursache für einen Unfall mit einem Leichtverletzten. "Der Autofahrer wollte ihm ausweichen und fuhr mit seinem Wagen in einen Straßengraben. Da er über Genickschmerzen klagte, wurde er in ein Krankenhaus gebracht."

Rund 65 Einsätze hatte Christian Thul bis zum Freitagvormittag registriert. "Da können noch einige dazukommen, die uns die Löschbezirke am Vormittag noch nicht gemeldet haben." Bis auf die beiden Feuerwehrleute und den Autofahrer habe es keine Personenschäden gegeben, auch größere Sachschäden seien ausgeblieben. Die ersten Einsatzkräfte sind nach seinen Worten kurz nach 23.30 Uhr ausrückt, die letzten gegen 8.30 Uhr. Nach einer kurzen Nacht zog Losheims Gemeindewehrführer Andreas Brausch Bilanz. Gut zehnmal mussten er und seine Kollegen ausrücken - wegen umgestürzter Bäume, einer umgefallenen Ampel und wegen eines Trampolins, das der Sturm auf die Straße geweht hatte. "Kurz nach 1 Uhr ging die erste Meldung ein, danach etwa alle halbe Stunde bis gegen 5 Uhr." Merzigs Stadtwehrführer Ralf Bernardy zählte rund zehn Einsätzen im Stadtgebiet. "Das erste Mal mussten wir um Mitternacht ausrücken." Von einer unruhigen Nacht spricht auch die Merziger Polizei . Insgesamt 23 Mal war sie im Einsatz.

Viel Arbeit gab es auch für die Einsatzkräfte der Gemeinde Beckingen: 13 Mal mussten sie raus, wie Norman Bickelmann berichtete - wegen umgestürzter Bäume. Sechs Einsätze wegen des Sturms zählte Perls Gemeindewehrführer Manfred Gelz. "Los ging es um 1.32 Uhr, die nächsten Meldungen erfolgten um 3.36 Uhr und um 3.57 Uhr. Am Morgen wurden wir um 7.20 Uhr, um 7.22 und um 7.37 Uhr alarmiert - meist wegen umgestürzter Bäume, in Sinz war es noch eine umgefallene Dixie-Bude."

Einige der umstürzenden Bäume oder herumfliegenden Äste zerstörten Leitungen. Die Folge: Der Strom fiel aus - wie in Perl in der Mühlenstraße, wo eine Fichte umstürzte, oder in Merzig in der Perler Straße, wo ebenfalls ein Baum umfiel. Weiter vom Stromausfall betroffen waren nach Worten von Michael L'Huillier, Pressesprecher der Energis, die Waderner Stadtteile Noswendel, Bardenbach, Büschfeld, Morscholz, Steinberg, Lockweiler und Dagstuhl, die Losheimer Ortsteile Mitlosheim, Waldhölzbach, Scheiden, Bergen, Britten, Hausbach und Bachem, dazu Beckingen und Düppenweiler, die Merziger Stadtteile Schwemlingen, Weiler und Büdingen sowie die Mettlacher Ortsteile Wehingen, Bethingen, Dreisbach und Nohn. 40 Mitarbeiter seien im Einsatz gewesen, um die Störungen oder Ausfälle zu beheben, die um Mitternacht begonnen hätten. "Die Versorgung wurde bis auf kleinere Ausnahmen bis acht Uhr wiederhergestellt; die letzten rund 60 Haushalte waren um 11.40 Uhr wiederversorgt. Wir arbeiten aktuell noch an der Behebung der letzten von rund 50 kleineren Störungen. Von diesen Störungen waren jeweils nur ein paar Haushalte betroffen", teilte L'Huillier am Freitagmittag mit.

Die L 150 zwischen Gehweiler und Wadern wurde von 1.30 Uhr bis etwa 10 Uhr auf Anordnung des Stadtwehrführers Markus Linnig gesperrt, da am Fahrwaldanfang von Gehweiler her zwei Bäume auf die Fahrbahn umgefallen waren. Wegen des starken Windes drohten weitere Bäume umzustürzen. Der Löschbezirk Wadrill war hier im Einsatz, anschließend musste er Richtung Landesgrenze ausrücken, um einen umgeknickten Baum von der Straße zu entfernen. Die Feuerwehr Wadern war dreimal im Einsatz, Richtung Bildchen (Thailen), Richtung Wedern und am Gymnasium. Gleich vier Einsätze hatte die Feuerwehr Lockweiler-Krettnich. In Altland musste ein am Haus aufgebautes und umgerissenes Gerüst gesichert werden. Auf den Parkplatz der Firma Mercedes Schirra in Lockweiler waren von einer Anhöhe gleich zwei Bäume gestürzt. Drei Einsätze wegen umgestürzter Bäume verzeichnete der Löschbezirk Steinberg. Die Kameraden aus Nunkirchen hatten zwei Einsätze, einmal innerorts und einmal Richtung Thailen (L 152). Ein abgedecktes Garagendach machte den Einsatz der Feuerwehr in Bardenbach notwendig. Richtung Nonnweiler (L 149) hatte der Löschbezirk Löstertal einen umgestürzten Baum zu entsorgen. Insgesamt waren etwa 75 Feuerwehrleute mit ihren Fahrzeugen im Einsatz. Sie hatten 17 Einsätze zu leisten und waren etwa 16 Stunden im Einsatz. "Wir sind glimpflich davongekommen", befand Stadtwehrführer Markus Linnig. Der Löschbezirk Weiskirchen/Konfeld war von 3 bis 5 Uhr mit 14 Feuerwehrleuten im Einsatz. Drei Bäume auf der L 151/L368 Richtung Zerf und Abzweigung Waldweiler mussten entfernt werden, allerdings ging dies ohne Straßensperrung. Für den Löschbezirk Rappweiler ging es mit neun Kameraden nach Zwalbach, wo umgefallene Bäume zu beseitigen waren. "Wir hatten Glück", sagte Jürgen Barth, der kommissarische Gemeindewehrführer.

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Auf einen Blick Durch die Orkanböen sind in den Wäldern der Region Bäume umgestürzt oder so beschädigt worden, dass sie laut Saarforst jederzeit umfallen können. Die Aufarbeitung und Beseitigung der Gefahren nehme einige Tage in Anspruch. Daher fordert der Landesbetrieb von Waldbesuchern eine erhöhte Aufmerksamkeit. In den von der Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald (FGB) betreuten Wäldern waren nach Angaben des FBG-Vorsitzenden Klaus Borger vor allem Fichten vom Sturm betroffen - flach wurzelnde und damit besonders sturmanfällige Bäume. mst

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 Die Verbindungsstraße von Düppenweiler nach Diefflen war am Freitagmorgen noch gesperrt. Foto: Rolf Ruppenthal
Die Verbindungsstraße von Düppenweiler nach Diefflen war am Freitagmorgen noch gesperrt. Foto: Rolf Ruppenthal Foto: Rolf Ruppenthal
 Vielerorts musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume beseitigen - wie hier zwischen Trassem und Kirf. Foto: winfried Hoffmann
Vielerorts musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume beseitigen - wie hier zwischen Trassem und Kirf. Foto: winfried Hoffmann Foto: winfried Hoffmann
 Gleich zwei Bäume stürzten auf den Parkplatz eines Autohauses in Lockweiler. Foto: markus Linnig/Feuerwehr wadern
Gleich zwei Bäume stürzten auf den Parkplatz eines Autohauses in Lockweiler. Foto: markus Linnig/Feuerwehr wadern Foto: markus Linnig/Feuerwehr wadern
 Nicht weit entfernt von diesen Wohnhäusern in Bergen waren Äste durch den Sturm abgeknickt. Foto: Werner Krewer
Nicht weit entfernt von diesen Wohnhäusern in Bergen waren Äste durch den Sturm abgeknickt. Foto: Werner Krewer Foto: Werner Krewer

Auf einen blick Auch im benachbarten Landkreis Trier-Saarburg sorgte Sturmtief "Egon" vielerorts für Schäden. Die Feuerwehr war ab 1 Uhr überall in der Region im Einsatz. Im Raum Saarburg warf der Orkan zahlreiche Bäume um und fegte Ziegel von den Dächern. An vielen Stellen mussten Straßen gesperrt werden. Auf der L132, Saarburg Richtung Kahren stürzten Bäume um, die Feuerwehr musste die Fahrbahn frei räumen, ebenso wie auf B407 zwischen Trassem und Kirf. off