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Merzig
Droht dem Blättelbornweiher der Kollaps?

Detlev Birndt mit seinem Weißen Amur.
Detlev Birndt mit seinem Weißen Amur. FOTO: Ruppenthal
Beckingen/Besseringen. Der Hobbyangler und Naturfreund aus Bietzen sucht Sponsoren, die helfen, den Blättelbornweiher vom Schlamm zu befreien.

Das nennt man einen dicken Fang: Jüngst ist es dem 53-jährigen Detlef Birndt aus Bietzen gelungen, im großen Mike-Weiher in Besseringen einen weißen Amur zu fangen. Knapp 1,20 Meter Länge und ein Gewicht von knapp 14 Kilo wies das Prachtexemplar dieser Graskarpfenart aus.



Dabei geht der Weiße Amur, ebenso wie die normalen Graskarpfen, nur ausgesprochen selten an den Haken, denn die Fische sind schwerpunktmäßig Plankton- und Pflanzenfresser. Aus diesem Grund hatte man den aus Asien stammenden Fisch einst in unsere Regionen eingeführt.

Die Graskrapfen sollten die heimischen Weiher von übermäßigem Algen- und Pflanzenbewuchs befreien. In der Regel machten sie das auch, fraßen danach aber all zu oft die komplette Unterwasservegetation weg, so dass ein Weiherbesatz mit Graskarpfen inzwischen umstritten, mancherorts sogar verboten ist.

Ähnlich ging es übrigens mit den Welsen, nur dass diese hungrige und ebenfalls schwer zu fangende Räuber sind. Vielerorts wuchsen auch sie in den Fischweihern zu mächtigen Exemplaren heran, die meist erst dann an den Angelhaken gingen, nachdem das Gewässer ratzeputz leer gefressen war. Auch Welse hat Detlev Birndt bereits gefangen.

Seine Anglerleidenschaft wurde dem 53-jährigen Bietzer quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Begründer des heimischen Angelsportvereins, und als Kind musste er immer mit ans Wasser. Kein Wunder, dass er danach längere Zeit keine Lust mehr aufs Angeln hatte. Erst im etwas fortgeschrittenen Alter entdeckte Detlev Birndt aber seine Freude am Angeln wieder, bildet dieses Hobby nach seinem Dafürhalten doch einen idealen Gegenpol zu seiner stressigen Arbeit als Vollstreckungsbeamter.

Inzwischen geht er wieder angeln, so oft ihm der Beruf und die Familie dazu Zeit lassen, und freut sich, wenn ihm dann auch große oder besondere Fische an den Haken gehen – wie zuletzt eben jener Weiße Amur. Den hat er übrigens wieder frei gelassen, weil er an diesem Tag nicht sein Zielfisch war und das Tier zudem unverletzt blieb.

Als ambitionierter Angler und Naturfreund liegt Detlev Berndt nach eigenem Bekunden der Zustand der heimischen Gewässer besonders am Herzen. So macht sich der 53-Jährige, der auch stellvertretender Vorsitzender des Merziger Tierpark-Fördervereins ist, für den immer mehr verlandenden Blättelbornweiher in Merzig stark. Ursprünglich einmal fast drei Meter tief, weist der Weiher derzeit nur noch eine Wassertiefe von knapp 80 Zentimetern auf. Die meterhohe Schlammschicht am Boden des Weihers sorgt zudem dafür, dass das Gewässer regelmäßig in der wärmeren Jahreszeit zu kippen droht.

Die Schlammbeseitigung ist nach Meinung von Fischerei- und Umweltexperten dringend vonnöten, kostet aber eine nicht unerhebliche Menge Geld. So sucht Detlev Birndt derzeit nach Sponsoren, die helfen, dieses auch für die Naherholung so wichtige Gewässer wieder „schlammfrei“ zu bekommen. Hierfür erhofft sich der Bietzer die Unterstützung der Merziger Stadtverwaltung und des Fischereiverbandes Saar. Denn der Fischereiverband Saar verfügt nämlich über ein eigenes Spezialboot mit einer dazugehörigen Pumpvorrichtung, kann aber diesen intensiven und zeitaufwändigen Arbeitseinsatz nicht zum Nulltarif leisten.

Wie der Merziger Fischereiexperte Peter Schoenfließ ergänzte, ist der zu entsorgende Schlamm nicht kontaminiert. Es handelt sich also um keinen Sondermüll, und er könnte sogar zur Bodenauffrischung im Garten oder in der Landwirtschaft verwandt werden.

Müsste dringend vom Schlamm befreit werden: der Blättelbornweiher.
Müsste dringend vom Schlamm befreit werden: der Blättelbornweiher. FOTO: Ruppenthal
Muesste dringend vom Schlamm befreit werden - der Merzig Blaettelbornweiher.

Foto: Rolf Ruppenthal/ 30. Jan. 2018
Muesste dringend vom Schlamm befreit werden - der Merzig Blaettelbornweiher. Foto: Rolf Ruppenthal/ 30. Jan. 2018 FOTO: Ruppenthal