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Drei GaS-Schüler vertreten das Saarland auf Bundesebene in MINT-Wettwerben

Klasse Leistungen : Mit Mathe, Physik und Chemie in die Erste Liga

Drei Schüler des Gymnasiums am Stefansberg vertreten das Saarland auf Bundesebene in den sogenannten MINT-Wettwerben.

Das Gymnasium am Stefansberg (GaS) in Merzig ist seit vier Jahren als MINT-EC-Schule zertifiziert, das heißt, dass es zu einem nationalen Excellence-Netzwerk von circa 300 Schulen bundesweit mit hervorragendem Schulprofil in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gehört.

Vor diesem Hintergrund freut es Schulleiter Albert Ehl besonders, dass sich gleich drei seiner Schüler in verschiedenen MINT-Wettbewerben auf Bundesebene, regionaler Ebene und Landesebene durchgesetzt haben und daher ihre Schule und das Saarland jetzt beim Bundesfinale vertreten dürfen: „Damit sind unsere Schüler gleich in drei anspruchsvollen, überregionalen MINT-Wettbewerben in der Spitzengruppe auf Bundesebene!“

Einer der drei ist Zehntklässler Florian Thewes. Er hat beim MNU-Physikwettbewerb des Verbandes zur Förderung des MINT-Unterrichts bundesweit schon einen ersten Preis erreicht und darf sich nun vom 22. bis 26. Mai in Hamburg mit den 30 Besten aus ganz Deutschland messen. Um das zu erreichen, musste Florian einiges an Arbeit investieren. Der Wettbewerb besteht aus drei Runden. Zunächst galt es, sich für die zweite Runde zu qualifizieren: „In der ersten Runde sind drei vorgegebene Aufgaben zu verschiedenen physikalischen Problemen unter Anwendung entsprechender physikalischer Gesetze zu lösen“, erzählt Florian von den Anfängen, „diese Aufgaben konnte man in Dreierteams bearbeiten. Daher habe ich die Ergebnisse zusammen mit meinen Klassenkameraden Henri Huffer und Florian Hitzelberger eingereicht.“

Die drei waren erfolgreich. Da in der zweiten Runde keine Gruppenarbeit mehr erlaubt ist, war Florian jetzt aber auf sich alleine gestellt. Wieder wurden drei Aufgaben gestellt, bei denen dem Merziger Schüler besonders die Praxisnähe gefiel: „Zum Beispiel musste man die Trägheit einer Dose in Abhängigkeit von der Masse erforschen, indem man sie bei jeweils veränderter Masse immer wieder eine schiefe Ebene herunterrollen ließ und die Zeit stoppte.“

 Maja Weidig
Maja Weidig Foto: GaS Merzig

Was einfach klingt, war mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, zumal die Ergebnisse auch physikalisch begründet und schriftlich fixiert werden mussten. „Ich habe 18 Seiten geschrieben, habe drei bis vier Wochen wirklich intensiv daran gearbeitet.“

 Florian Thewes
Florian Thewes Foto: GaS Merzig

Am Ende hat sich die Mühe gelohnt und Florian freut sich schon, sich Ende des Monats in Hamburg mit den besten Jungphysikern Deutschlands messen zu können. Vor zwei Jahren hatte er sich schon einmal fürs Bundesfinale qualifiziert. Das Event sollte damals in Jena stattfinden, ist dann aber der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Im letzten Jahr musste coronabedingt sogar schon die zweite Runde ausfallen. Um so mehr genießt Florian jetzt seinen Trip nach Hamburg, auch wenn es sicher mitunter stressig für ihn wird, denn das Programm vor Ort hat es in sich: „Nach unserer Ankunft sind abends noch Knobelaufgaben zu lösen, am zweiten Tag steht eine Theorieklausur, am dritten Tag eine Praxisklausur an und am letzten Tag beschäftigen wir uns mit Experimenten.“ Trotzdem wird sicher auch Zeit bleiben, die Stadt zu erkunden. „Ich bin auch gespannt auf die Leute, die die gleichen Interessen haben wie ich. Ich habe fürs nächste Schuljahr Physik-Leistungskurs gewählt, das war schon von klein auf mein Plan“, kann Florian kaum noch erwarten, dass es endlich los geht.

 Alexander Becker
Alexander Becker Foto: GaS Merzig

Ähnlich geht es auch Alexander Becker, der ebenfalls die zehnte Klasse des Gymnasiums am Stefansberg besucht. Er hat sich beim Wettbewerb „Chemie – die stimmt!“, einer Chemie-Olympiade für die Klassenstufen 8 bis 10, von allen Schülern aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland den zweiten Platz gesichert und war dabei nur ganz knapp am ersten Platz vorbeigeschrammt. „Mit einer Hausaufgabenrunde konnte man sich für eine zweieinhalbstündige Klausur an der Uni in Saarbrücken qualifizieren. Dass am Ende so wenig zu Platz 1 gefehlt hat, ist natürlich schon ein bisschen schade.“, ärgert sich Alexander noch immer, sieht darin gleichzeitig aber auch einen Ansporn für die nächste Runde, die vom 21. bis 24. Juni in Münster stattfindet.

Die dritte Runde besteht aus einer Klausur und einem experimentellen Teil, auf den Alexander besonders gespannt ist: „Der Versuch wird entweder an der Uni in Münster oder im Labor von BASF durchgeführt, das ist bestimmt sehr interessant.“ Für Alexander ist das Ambiente einer solchen Entscheidungsrunde nicht neu. Er konnte sich in den letzten Jahren schon bei mehreren naturwissenschaftlichen Wettbewerben auszeichnen und hat sich zu einer Art Seriensieger entwickelt. Daher fährt er auch mit entsprechenden Erwartungen nach Münster: „Ich hoffe auf eine tolle Zeit, viel Spaß beim Experimentieren und vielleicht klappt’s ja auch mit einer richtig guten Platzierung.“

Das hofft auch Achtklässlerin Maja Weidig. Sie hat sich über die Hausaufgaben- und Landesrunde für die Bundesrunde der Mathe-Olympia qualifiziert, die in diesem Jahr in Magdeburg stattfindet. Aus dem Saarland fahren aus den Klassenstufen 8 bis 12 insgesamt nur acht Schüler nach Magdeburg.

Da man erst ab Klassenstufe 8 an der Bundesrunde vor Ort teilnehmen kann, ist es für Maja eine Premiere. Entsprechend aufgeregt ist sie vor ihrem ersten Wettbewerbsfinale: „Es ist schon spannend, einfach mal dabei zu sein und zu erleben, wie so etwas abläuft.“ Auf Maja warten in Magdeburg vormittags zwei Klausuren, in denen sie – wie bei den Runden zuvor – zu kniffligen Mathe-Aufgaben Lösungswege finden und die entsprechend begründen muss.

Beim Nachmittagsprogramm konnte sie im Vorfeld wählen: „Ich habe mich für Mathematik in der Natur entschieden“, erzählt die Achtklässlerin und macht sich durchaus optimistisch auf die Reise: „Da es in anderen Bundesländern Schüler gibt, die sich seit der dritten Klasse jede Woche in einer AG auf die Aufgaben der Mathe-Olympiade vorbereiten, erwarte ich nicht, dass ich die Beste bin, aber ich hoffe schon auf ein möglichst gutes Ergebnis.“ Majas Koffer waren da bereits gepackt, denn sie startete bereits am 15. Mai in das Abenteuer Bundeswettbewerb.