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"Die Zeit hier war ein Geschenk"Der Abschied fällt nicht leicht

"Die Zeit hier war ein Geschenk"Der Abschied fällt nicht leicht

Nunkirchen. Seinen baldigen Abschied gab Ralf-Matthias Willmes, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Wadern und Dechant des Dekanates Losheim-Wadern, bei dem Neujahrsempfang des Nunkircher Ortsvorstehers Jochen Kuttler bekannt. Zum 1. September tritt er seine neue Stelle in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach an. Eine offizielle Verabschiedung wird es im Juni geben

Nunkirchen. Seinen baldigen Abschied gab Ralf-Matthias Willmes, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Wadern und Dechant des Dekanates Losheim-Wadern, bei dem Neujahrsempfang des Nunkircher Ortsvorstehers Jochen Kuttler bekannt. Zum 1. September tritt er seine neue Stelle in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach an. Eine offizielle Verabschiedung wird es im Juni geben.

Dankbar für gemeinsame Zeit

"Der Stellenwechsel fällt mir nach 17 Jahren, die es dann hier sein werden, nicht leicht, das kann ich ehrlich sagen. Das Herz tickt anders als der Verstand", verriet Willmes bei dem Neujahrsempfang. Nach einer angemessenen Bedenkzeit habe er dennoch die Entscheidung getroffen, die Stelle zu wechseln. "Ich habe mich dazu bereit erklärt, die Leitung der Pfarreiengemeinschaft Waldrach zu übernehmen. Dort sind über 16 000 Katholiken, die ab Mai ohne Pfarrer sein werden", so Willmes.

Der Abschied falle ihm schwer. "Ich möchte im Vorfeld Dankeschön sagen für die Zeit, die ich in Nunkirchen verbringen durfte. Ich denke gerne daran, das war ein Geschenk", bedankte er sich. "Wir sind ein bisschen wie Don Camillo und Peppone geworden", scherzte Kuttler. Auch er zeigte sich dankbar für die gemeinsame Zeit. "Es war eine tolle Zusammenarbeit", sagte er. Es herrsche ein blindes Vertrauen, vor allem, weil man sich immer auf das verlassen konnte, was abgemacht wurde. Herr Willmes, Sie sind erst im vergangenen Jahr als Dechant wiederernannt worden, jetzt kommt es relativ überraschend, dass Sie gehen. War es auch für Sie überraschend?

Ralf Willmes: Ich bin sehr lange in meiner ersten Pfarrstelle, da ist das Vorgehen nicht ungewöhnlich.

Wie fühlen Sie sich nun? Überwiegt eher die Freude auf die neue Aufgabe oder die Trauer, die alte Pfarrstelle zu verlassen?

Willmes: Das ist natürlich eine Sache zwischen Kopf und Herz. Es fällt mir nicht leicht. Ich bin immer noch gerne hier, das ist kein Thema. Aber ich sehe auch die Situation der Pfarreiengemeinschaft in Waldrach, die ab Mai ohne Pfarrer ist. Ich habe bei den Menschen dort gespürt, dass sie sich freuen, dass sie nur eine relativ kurze Vakanz haben.

Was haben Sie hier besonders zu schätzen gelernt?

Willmes: Mir gefällt - das gilt für Nunkirchen und die anderen Pfarrgemeinden, in denen ich tätig bin - die Bodenständigkeit der Menschen, dass ein ordentlicher Umgang miteinander möglich ist und auch, dass es eine Offenheit füreinander gibt.

Zur Person

Ralf-Matthias Willmes, 1964 in Bitburg geboren, wurde 1990 in Trier zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Merzig und Merchingen und wirkte als Vikar in Plaidt und Miesenheim. Seit 1996 ist er Pfarrer in Nunkirchen und seit 2011 Pfarrer in der gesamten Pfarreiengemeinschaft Wadern. Seit 2004 ist Willmes Dechant im Dekanat Losheim-Wadern, 2012 wurde er für weitere sieben Jahre zum Dechanten ernannt. Zum 1. September tritt Willmes nun seine Stelle in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach an. rfe