Die Stadt Merzig ehrte in der Stadthalle mehr als 450 erfolgreiche Sportler

Sportlerehrung : Große Bühne für große Leistungen

Die Stadt Merzig und der Stadtverband der Sportvereine ehrten mehr als 450 Sportler für herausragende Erfolge.

Sie geben alles für den Sport, ob bei Welt- und Europameisterschaften, deutschen Meisterschaften oder den Saarlandmeisterschaften. Zur Wertschätzung dieser Leistungen und eines erfolgreichen Jahres ehrten die Kreisstadt Merzig und der Stadtverband der Sportvereine ihre Sportler bei der traditionellen Sportlerehrung. In einer vollen Merziger Stadthalle nahmen Familie und Freunde sowie die Hauptakteure des Abends Platz, bevor die Gastgeber, Bürgermeister Marcus Hoffeld und Frank Wagner, Vorsitzender des Stadtverbandes Sport Merzig, sie auf die große Bühne baten.

Unter ihnen war auch Gabriele Ney von den Bogenfreunden Harlingen. Ende September wurde die 55-Jährige deutsche Vizemeisterin im Bowhunter Unlimited. „Wir schießen mit unseren Compound-Bögen auf dreidimensionale Tier-Attrappen“, erklärt die Bogenschützin. Compoundbögen besitzen im Gegensatz zu einem herkömmlichen Bogen an beiden Enden jeweils eine Rolle, auf denen Kabel oder Sehnen aufgerollt sind. „Dadurch kann man den Pfeil länger spannen“, erklärt die Hobbyschützin. „Trotzdem braucht man aber viel Geduld, Konzentration und eine ruhige Hand, wenn man den Kill treffen will.“

Mit Kill meint sie den Todesschuss, der das Tier mit einem Schuss erlegt. Für den gibt es auch die meisten Punkte. Die Tier-Attrappen sind dabei naturgetreu wie die Bewohner des Waldes selbst: ob Eichhörnchen, Hasen, Füchse, Wildschweine oder Hirsche. Bei Turnieren werden die Attrappen im Wald auf unbekannte Entfernung angebracht. „Wir müssen dann selbst einschätzen, wie weit das Tier von uns entfernt ist“, sagt Ney, auch die Größe der Tiere muss beachtet werden.

Auf echte Tiere könnte sie allerdings nicht schießen. „Mit der Jagd hat das gar nichts zu tun“, versichert sie. Vor 15 Jahren gründeten sie mit Maike und Johannes Traving die Bogenfreunde Harlingen, seit vier Jahren schießt sie in der Disziplin Bowhunter, einmal in der Woche trainiert sie auf dem Vereinsgelände in Harlingen. Unter anderem für ihr Hobby gab sie ihren Catering-Service aus Zeitgründen auf, jetzt arbeitet sie bei der Dillinger Hütte und schießt das ganze Jahr bei Turnieren. Dafür brauche man Kondition: „Wir laufen schon mal 15 Kilometer durch den Wald – auch bei schlechtem Wetter“, berichtet Ney. Was ihr so gut an dem Sport gefällt? „Die Ruhe und das Abenteuer“, sagt sie, „aber auch die Geselligkeit.“ Die Sportart erfreue sich in Deutschland wachsender Beliebtheit, sagt Ney.

Im Schießen ist auch Carina Ehrmanntraut aus Perl gut. Die 28-Jährige wurde unter anderem deutsche Meisterin mit dem Einzelladergewehr, Kaliber 22. Zu dem Sport kam sie zufällig. „Eine Freundin erzählte mir davon, dass sie schießen geht. Ich wollte es ihr nicht glauben, deswegen bin ich mal mitgekommen“, erzählt Ehrmanntraut und ist seitdem hängen geblieben. Vor zweieinhalb Jahren war das, seither fuhr sie mehrere Titel im Verein „Großkaliber-Freunde Merzig“ ein. „Bei dem Sport braucht man Konzentration und Geduld“, sagt Carina Ehrmanntraut, „das gefällt mir.“ Ein bis zweimal die Woche gehe sie zum Training. Auf die Turniere freut sie sich besonders. „Es ist mir wichtig, meine Leistungen mit anderen zu vergleichen. Ich will wissen, wo ich stehe“, sagt sie. Vor dem Schießen war Dressurreiten 14 Jahre lang ihre große Leidenschaft, noch heute arbeitet sie in einem Reitsportgeschäft. Durch ihre Schwangerschaft rückte das Schießen aber in den Vordergrund.

Insgesamt wurden bei der Sportlerehrung der Kreisstadt Merzig und des Stadtverbands der Sportvereine mehr als 450 Sportler und Trainer aus mehr als 20 Sportarten für ihre Leistungen im Jahr 2018 geehrt. Die jüngste Sportlerin, die ausgezeichnet wurde, war die siebenjährige Gardetänzerin Jule Dillinger von der KG Humor Merzig, ältester Sportler der 76-jährige Franz Salamon vom Kegelsportclub Besseringen.

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