Die Marienkapelle in Merzig wird seit längerem aufwendig restauriert

Kostenpflichtiger Inhalt: Kapelle in Merzig : Bald erstrahlt „Ave Maria“ in neuem Glanz

Mehrere Firmen arbeiten an der Merziger Kapelle. Mitte kommenden Jahres soll die Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes fertig sein.

Wer in diesen Tagen und Wochen durch die Hochwald Straße fährt, sieht es bereits auf den ersten Blick: An der katholischen Marienkapelle „Ave Maria“, die sich an der Gablung von Torstraße und Hochwaldstraße am ehemaligen Krankenhaus (heute Medizinisches Versorgungszentrum) befindet, laufen derzeit Restaurierungsarbeiten. Die hat das unter Denkmalschutz stehende Gebäude dringend nötig, wie Horst Barthel, Ingenieur für bautechnische Gesamtplanung, erzählt. „Der Zustand war aus baulicher Sicht sehr schlecht“, sagt Barthel. „Der Sandstein bröckelt ab und die Dach-Eindeckung war derart marode, dass in den Regenrinnen kleine Bäumchen wuchsen. Durch die Feuchtigkeit litten zudem der Verputz und die Farbe“, schildert der Fachmann die Schäden an dem Bauwerk, die augenscheinlich zu sehen sind.

Aufmerksam wurde man auf die Schäden durch Hinweise von Menschen, die die Kapelle zum Beten aufsuchten. „Die Kapelle wird regelmäßig gepflegt und rundum von weltlicher Seite beaufsichtigt“, versichert Barthel, der zusammen mit der Archäologin Barbara Ames-Adler die Sanierungsarbeiten betreut. Beide sind Mitglieder des Pfarrgemeinderates von St. Peter, Barthel vertritt zudem die Interessen des Bauherrn und verfolgt die Restaurierungsarbeiten, die seit Juni laufen.

Seitdem wurde das Dach komplett saniert, die Fenster ausgebaut und die ersten Schlosserarbeiten durchgeführt. „Die nächsten beiden großen Schritte sind die Ausbesserungen des Sandsteins und die Malerarbeiten“, sagt Barthel. Wie er erzählt, sind etwa sechs Firmen mit der Restauration der Kapelle beschäftigt. Die Fertigstellung ist nach Schätzungen des Ingenieurs für Mitte 2020 angesetzt.

Barbara Ames-Adler und Horst Barthel betreuen die Restauration der Marienkapelle in Merzig. Foto: Tina Leistenschneider. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Der Grund dafür? „Es gibt nur noch wenige Firmen, die diese Restaurationsarbeiten durchführen können“, sagt Ames-Adler. „Zudem sind die Handwerksbetriebe sehr ausgelastet“.

Kosten soll die Instandsetzung schätzungsweise 60 000 Euro, aber Barthel geht davon aus, dass dieser Betrag noch wächst. Ihm zufolge wird die Restaurierung zum Teil durch das Bistum und die Pfarrgemeinde übernommen, für die restliche Summe sei man auf Spenden angewiesen. So fließe der Erlös von Festen der Pfarrgemeinde in die Restaurierung, ebenso geben Saartoto und der Merziger Lions-Club einen Zuschuss. „Wir sind dankbar für jede Spende an die Pfarrgemeinde“, sagt Horst Barthel.

Die Restauration der Ave Maria Kapelle ist voll im Gange. Foto: Tina Leistenschneider. Foto: leis/Tina Leistenschneider

Die Kapelle, die 1858 vollendet wurde, ist dem Klassizismus zuzuschreiben, da sie an einen kleinen griechischen Tempel erinnert. „Sie ist ein Einzelstück“, sagt Ames-Adler, die nach eigenem Bekunden nichts Vergleichbares kennt, zudem sind keine Baupläne überliefert. Ihr zufolge berichten Zeitzeugen, dass die Kapelle an der Hauptzufahrtsstraße gebaut wurde und damit gemeinsam mit den anderen Kapellen in Merzig in den Ausfallrichtungen steht. „Ein Alleinstellungsmerkmal für Merzig“, findet Barbara Ames-Adler.